Winnenden

Erster Tag im neuen Winnender Lidl: Stau am Ausgang, nicht am Eingang

Lidl
Freie Bahn beim Lidl-Eingang am Donnerstagmorgen. © Benjamin Büttner

Der neue Lidl mit seinen 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche ist aufnahmefähig – das zeigt sich am Eröffnungstag. Fast alle Parkplätze waren belegt. Wachpersonal wies den Suchenenden noch vorhandene Lücken zu oder ließ sie auf improvisierten Flächen parken. Der Andrang zum neuen Lidl war an den Autos abzulesen, aber am Eingang spürte man nichts: kein Stau, keine Warteschlange.

Die Leute kamen zügig durch das kleine Foyer, wanden sich mit ihren Einkaufswägen zwischen den herausströmenden Kunden und den herumstehenden Gestellen hindurch und waren schnell drin, wo es großzügig und strahlend hell wird, wo sie von einer elegant geschwungenen Backwarentheke empfangen werden, in der Wecken, Brezeln und Brot so effektvoll angestrahlt sind, als würden sie gleich ein Puppentheater aufführen – Bernd, das Brot oder so. Aber es ist kein Schauspiel, es ist Verkaufsstrategie. Am Eingang die Frische, der Brötchenduft, solange der Einkaufswagen noch leer ist.

Die Flure zwischen den Regalen bleiben breit und hell ausgeleuchtet, auch wenn man weiter nach hinten geht an den ganzen Süßwaren vorbei, vor denen die Flure angenehm leer sind. Vielleicht gehen hier Väter und Mütter schnell weiter, um die große Zuckerbelieferung ihrer Kinder zu vermeiden. Mag sein.

Jedenfalls kommt der große Kundenstau erst am Ende des Ganges bei den Frischwarenregalen, die am Schluss quer zu den langen Fluren stehen. Dort stehen die Kunden sehr dicht und beugen sich runter zum Edamer in Scheiben und den Kräuterfrischkäsen, während die anderen gegenüber nach Billigangeboten bei Textilien und allerlei Gemischtwaren von der Dash-Kamera (angeblich zur Verkehrsunfalldokumentation) bis zu den Kleinmöbeln suchen.

„Meine Tochter bezieht grad ihr erstes eigenes Zimmer, da passt das doch prima“, freut sich eine Kundin. Der Stau ist mittlerweile so stark, dass die Kunden Seit’ an Seit’ mit ihren Einkaufwagen stehen, Schulter- und Rückenberührung unvermeidlich. Aber man muss es den Kundinnen und Kunden lassen: Rücksichtsvoll sind sie. Alle, wirklich alle in diesem Augenblick, tragen Masken über Mund und Nase.