Winnenden

Es bleibt dabei: Markthändler müssen auch eine Maske aufsetzen

Wochenmarkt Winnenden Maskenpflicht Corona
OB Hartmut Holzwarth gibt eine Maske an Anette Burtsche vom Gemüsestand aus. © ZVW/Tobias Klecker

Die Marktbeschicker in Winnenden haben die Abschaffung der Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase für das Verkaufspersonal bei der Stadt beantragt. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hatte vor einer Woche bereits schriftlich wenig Hoffnung gemacht, inzwischen hat er die Lage „ausführlich gemeinsam besprochen“, wie es in einer Pressemitteilung von Emely Rehberger aus dem Rathaus heißt. Ergebnis: „Der Antrag wird nach Abwägung der Situation nicht umgesetzt“, will heißen: Die Verkäufer müssen auch auf dem Markt Masken tragen.

Beraten hat sich der OB verwaltungsintern und mit den Mitgliedern des Ältestenrats. Zuvor hatte er mit den anderen Oberbürgermeistern der Großen Kreisstädte im Rems-Murr-Kreis vereinbart, dass die Maskenpflicht bleibt. Weil auch die Kunden welche tragen müssen und sich damit alle gegenseitig schützen. Und weil größere Distanz der Stände nicht machbar erscheint: „In Winnenden ist der notwendige Abstand durch die Stellung der Marktstände zueinander bei guter Frequenz in der Regel nicht gegeben. Schon bei durchschnittlicher Frequenz fehlen an vielen Stellen die notwendigen Abstände. Bei guter Frequenz ist es dann richtig kritisch“, wiederholt der OB seine Einschätzung. Und ergänzt: „Unser Wochenmarkt ist ein beliebter Treffpunkt, auch in Pandemiezeiten.“

In einem gemeinsamen Gespräch informierte der OB nun auch die Marktbeschicker persönlich über das Festhalten an der bisherigen Regelung. Die einzige Alternative wäre eine umfassende Entzerrung der Marktstände und dadurch die Vergrößerung des Marktgeländes gewesen. Die Stände stünden sich dann auf der Marktstraße nicht mehr gegenüber, sondern müssten versetzt und somit auch ein Teil der Stände in die untere Marktstraße verlegt werden, um mehr Platz für Passanten und Kundenschlangen zu schaffen. Einige Marktbeschicker würden dabei ihren gewohnten Platz und der Wochenmarkt seinen Charakter verlieren. Marktbeschicker und Stadtverwaltung waren sich schnell einig, dass diese Überlegung nicht weiterverfolgt werden soll.

Ausnahmen können nun nur noch gemacht werden, wenn ein anderweitiger, mindestens gleichwertiger baulicher Schutz (zum Beispiel eine Plexiglasfront am Marktstand) besteht. Oder wenn einzelne Verkäufer ein ärztliches Attest vorlegen, dass ihnen aus medizinischen Gründen oder aus sonstigen zwingenden Gründen eine Mund-Nasen-Bedeckung nicht zumutbar ist. „Zur Eindämmung der Verbreitung des Corona-Virus bleibt die Verpflichtung zum Bedecken des Mund-Nasen-Bereichs auf dem Winnender Wochenmarkt unverändert bestehen, solange auch von Landesseite ein Abstandsgebot von 1,5 Metern und in sensiblen Bereichen eine entsprechende Maskenpflicht besteht“, heißt es aus dem Rathaus. Diese landesweite Verpflichtung ist nicht ausschließlich auf den Aufenthalt in Räumen beschränkt, sondern gilt auch in bestimmten Bereichen im Freien (Bahn-/Bussteige, Wartebereich Anlegestellen). Dies sei mit den Verhältnissen auf dem Wochenmarkt vergleichbar.