Winnenden

Fahrlehrer befürchtet, dass die Theorieprüfung nicht nach Winnenden zurückkehrt

Fahrschule
Der erste Theorieunterricht nach der Coronapause am vergangenen Dienstagabend in der Fahrschule Academy. © Ralph Steinemann Pressefoto

Vorfahrtsregeln besprechen, Bremswege berechnen, sich über Verkehrszeichen unterhalten, am Fahrsimulator oder mit dem Lehrer im Fahrschulauto üben. All das ist für Winnender Fahrschüler nach langer Coronapause nun wieder möglich. „Unter strengen Hygieneauflagen“, sagt Ralf Klopfer, Chef der Academy-Fahrschule, zu den veränderten Bedingungen. Eigentlich setzt die Fahrschule im Theorieunterricht auf Gruppenarbeiten, die Schüler sollen sich gewisse Themen selbst erarbeiten. „Das geht nun schlecht“, meint Klopfer. „Der Unterricht wird jetzt frontaler ausfallen. Es wird eine Art Lerngespräch.“

Ralf Klopfer: „Sonst ist im Theorieunterricht mehr Leben drin“

Wer zum Theorieunterricht in Klopfers Fahrschule kommt, muss sich zunächst die Hände desinfizieren. Im Anschluss werden Name und Kontaktdaten erfasst. Falls es dort je zu einem Coronafall kommen sollte, sollen schließlich alle Kontaktpersonen schnell informiert werden. „Im Anschluss an die Anmeldung erhält jeder eine Nummer. Im Theorieraum muss man sich dann den passenden Stuhl zu dieser Nummer suchen“, sagt Klopfer. Normalerweise liege die Kapazitätsgrenze bei 36 Fahrschülern im Schulungsraum. „Durch die Corona-Auflagen sind wir jetzt bei zwölf“, sagt der Fahrlehrer. Deshalb können die Fahrschüler jetzt nicht mehr spontan zum Unterricht kommen, sie müssen sich anmelden. „Für uns als Fahrschule ist das mit Mehraufwand verbunden, denn wir müssen mehr Termine anbieten um den Bedarf zu decken“, sagt Klopfer. Wie der erste Unterricht nach der Coronapause für ihn war? „Sonst ist mehr Leben drin“, sagt er. „Die Schüler hatten aber alle Verständnis für die aktuelle Situation.“

Jeder Fahrschüler muss einen Fragebogen ausfüllen

Die Academy-Fahrschulen haben einen zertifizierten Hygieneplan entwickelt, der den Kundenbereich sowie die theoretische und praktische Ausbildung umfasst. Dieser besagt unter anderem, dass alle Anwesenden immer einen Mundschutz tragen sollten. Zudem sollen Fahrschüler sich bei Anfragen wenn möglich telefonisch oder per E-Mail melden und bei Krankheitssymptomen besser zu Hause bleiben. Außerdem müssen Fahrschüler vor dem Unterricht einen Fragebogen ausfüllen.

Maskenpflicht im Auto für Fahrlehrer und Schüler

Auch der Praxisunterricht ist wieder in vollem Gange. In den Autos gilt Maskenpflicht für Fahrlehrer und Schüler. Klopfer hat inzwischen die ersten Fahrten mit Maske absolviert. „Das ist sehr ungewohnt und auch unbequem. Man ist natürlich nicht so frei. Wir sind gerade dabei, verschiedene Masken zu testen, vielleicht sind manche zum Fahren besser geeignet als andere.“ Die Fahrschüler hätten bisher immer an die Maske gedacht, Probleme habe es noch keine gegeben. Ob er sich mit Maske überhaupt auf das Fahren konzentrieren kann? „Das geht schon. Es ist ja kein Helm“, sagt Klopfer. Nach jedem Fahrschüler werden die Autos gründlich desinfiziert. Auch praktische Fahrprüfungen finden wieder statt, obwohl mit dem Fahrschüler, dem Lehrer und dem Prüfer dann Personen aus drei unterschiedlichen Haushalten im Auto sitzen. In diesem Fall allerdings wird eine Ausnahme gemacht.

Bevor die praktische Prüfung absolviert wird, müssen Fahrschüler die theoretische Prüfung hinter sich bringen. „Leider wurde der theoretische Prüfort Winnenden inzwischen geschlossen. Das ist problematisch für uns Fahrschulen. Prüfkandidaten müssen jetzt die aufwendigere Reise nach Backnang, Schorndorf oder Fellbach antreten, wobei Fellbach im Moment auch wegfällt, da die Räume des Tüv dort in der Volkshochschule sind und diese gerade geschlossen ist“, sagt Klopfer. Aufgrund der aktuellen Coronalage seien bei den Prüfungen auch deutlich weniger Prüflinge zugelassen. „Ich bin gespannt, wie der Tüv das erhöhte Prüfungsaufkommen in nächster Zeit wegschaffen möchte.“

Klopfer vermutet, dass die Entscheidung endgültig ist

Ob Klopfer an eine Rückkehr des Standorts Winnenden glaubt, für die sich auch OB Holzwarth einsetzt? „Mittlerweile habe ich große Zweifel“, sagt Klopfer. „Es sieht für mich nach einer endgültigen Entscheidung aus.“ Der Tüv argumentiere jetzt damit, dass die Hygienemöglichkeiten an den drei Standorten besser seien als in Winnenden. „Alles, was man in Sachen Hygiene braucht, war in dem Hotel vorhanden“, sagt der Fahrlehrer. Die Coronapause habe dem Tüv in die Karten gespielt.

Und was sagt der Tüv? Der zuständige Pressesprecher Vincenzo Lucà teilt auf Nachfrage mit: „Zur Situation in Winnenden befinden wir uns aktuell mit Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth im Gespräch. Die Ergebnisse hierzu stehen noch aus, so dass wir im Moment keine weiteren Details mitteilen können.“ Außerdem schreibt er, dass im Rems-Murr-Kreis die Theorieprüfungen an den Standorten Backnang und Schorndorf stattfinden. In Fellbach wolle der Tüv, nachdem alle Schutz- und Hygienemaßnahmen umgesetzt worden sind, die Prüfungen voraussichtlich am 25. Mai wieder aufnehmen.

Vorfahrtsregeln besprechen, Bremswege berechnen, sich über Verkehrszeichen unterhalten, am Fahrsimulator oder mit dem Lehrer im Fahrschulauto üben. All das ist für Winnender Fahrschüler nach langer Coronapause nun wieder möglich. „Unter strengen Hygieneauflagen“, sagt Ralf Klopfer, Chef der Academy-Fahrschule, zu den veränderten Bedingungen. Eigentlich setzt die Fahrschule im Theorieunterricht auf Gruppenarbeiten, die Schüler sollen sich gewisse Themen selbst erarbeiten. „Das geht nun

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