Winnenden

Fahrradfahren bleibt erlaubt - Kontrollen werden schärfer

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Keine Probleme bekommt dieser Radler, der sein Rad durchs Tor schiebt in der Fußgängerzone. Der Autofahrer dagegen braucht gute Gründe dafür, dass er durch die Fußgängerzone fährt. © ZVW/Martin Schmitzer
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Die Regeln für das Fahrradfahren stehen am Eingängen zur Fußgängerzone.

Winnenden. Die Radlerregeln bleiben wie bisher. Aber: Die Kontrollen werden schärfer, und wo ein Bußgeld fällig wird, da wird es auch kassiert, ganz egal, ob es sich um ausgewachsene Falschradler handelt oder um Jugendliche. Zu diesen schärferen Kontrollen und Bestrafungen hat der Gemeinderat am Dienstagabend die Stadtverwaltung durch einen Mehrheitsbeschluss gezwungen.

Wie mehrfach angekündigt, debattierte der Gemeinderat am Dienstag über die Radler in der Fußgängerzone. Einig waren sich Stadträte und OB von vornherein darin, dass Radler die Marktstraße radelnd überqueren dürfen, solange kein Markttag ist. Das gilt unbefristet weiter. Strittig war, ob Radler auch der Länge nach durch die Markstraße radeln dürfen.

OB Holzwarth und die stellvertretende Leiterin des Ordnungsamts, Birgit Pfleiderer, wollten auch die Längsfahrt unbefristet zulassen. Pfleiderer berief sich auf den Artikel in der Winnender Zeitung vom Montag und plädierte dafür, so weiterzumachen wie bisher: „Fußgänger und Radler arrangieren sich. Aus unserer Sicht gibt es keine Probleme.“

Eltern von Kleinkindern haben Lorek gebeten, etwas zu unternehmen

Diese Haltung empörte einige Gemeinderäte regelrecht. Zum Wortführer wurde Siegfried Lorek (CDU): „Ich bin enttäuscht, dass bis jetzt nichts erreicht wurde. Ich habe einen zweieinhalbjährigen Sohn. Des isch echt gefährlich, mit dem durch die Fußgängerzone zu gehen. Mehrere Eltern von kleinen Kindern haben mich gebeten etwas zu unternehmen.“

Lorek zeigte sich enttäuscht von der Verwaltung, dass sie auch in den letzten vier Wochen die Kontrollen nicht verschärft habe, obwohl in nichtöffentlicher Sitzung Gemeinderäte darauf gedrängt hätten. Das bisherige Vorgehen, nur zu verwarnen, sei zu lasch.

Uwe Voral: „Wenn einer 15 Euro abdrücken muss, merkt er sich das“

„Ich finde Aufklärung löblich“, meinte Uwe Voral (SPD), „aber das wird doch schnell wieder vergessen. Aber wenn einer 10 oder 15 Euro von seinem Taschengeld abdrücken muss, merkt er sich das.“ Voral bekommt viele Meldungen von älteren Leuten, die angeblich angefahren wurden. „Ich find’s net gut, wie das Amt für Öffentliche Ordnung damit umgeht.“ Bei erwachsenen Radfahrern, sagt Voral, sei er rigoros: „Ich stelle mich denen in den Weg.“

Alle Altersgruppen von Radlern führen falsch, sagte Bettina Jenner-Wanek (CDU). „Sogar an Markttagen fahren Leute der Länge nach mit dem Fahrrad durch. Ich bin dafür, dass wir stark durchgreifen.“

Finanzdezernent Jürgen Haas und OB Holzwarth lenkten ein. Holzwarth entschuldigte sich sogar für die zurückhaltenden Äußerungen aus der Verwaltung und versprach strengere Kontrollen.

Siegfried Lorek: "Das Androhen reicht nicht"

Stadträte wie Hans Ilg, (FWV), Maria Papavramidou (ALi), Nicole Steiger und Dr. Jürgen Hägele (beide FDP) und auch Richard Fischer (CDU) verlangten schärfere Kontrollen, klare Richtlinien und das Einkassieren von Geldbußen. Lorek (CDU) erklärte: „Das Androhen reicht nicht.“ Und er pochte auch darauf, dass der Bußgeldkatalog angewandt wird und dass Winnenden nicht unterhalb der offiziellen Bußgelder bleibt. Verwarnungsgelder von 15 bis 30 Euro würden dann fällig.

Siegfried Lorek formulierte einen Antrag an die Verwaltung, dass strenger kontrolliert und sanktioniert wird, dass die Längsfahrt nur auf ein weiteres Jahr befristet zugelassen wird und dass nach einem Jahr das Ordnungsamt berichten muss, wie die Kontrollen verlaufen sind. Nur ein Stadtrat lehnte diesen Antrag ab, weil er ihm zu weit geht: Christoph Mohr (ALi). Fünf Stadträte enthielten sich der Stimme. Alle anderen stimmten der Verschärfung zu.