Winnenden

Familie statt Winnender Klinikum: Besonderes Weihnachtsfest für Franziska Kaupp

Leiterin Station Geriatrie
Franziska Kaupp. © ALEXANDRA PALMIZI

Das Privileg, Weihnachten zu Hause im Kreise der Liebsten zu feiern, hat längst nicht jeder. Schon gar nicht, wer beispielsweise in der Pflege beschäftigt ist. Franziska Kaupp kennt das. Im vergangenen Jahr hat sie über die Feiertage auf der Corona-Intensivstation gearbeitet und kaum Zeit zum Durchatmen gehabt. Inzwischen leitet sie die Geriatrie-Station im Rems-Murr-Klinikum in Winnenden. Heuer hat sie frei und freut sich daher ganz besonders auf das Fest.

„Ich bin sehr froh, dass ich in diesem Jahr gemeinsam mit meiner Familie Weihnachten feiern kann“, erzählt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit dem 1. November leitet Kaupp, die in Waiblingen wohnt, die Geriatrie-Station. Auf die ausgebildete Krankenpflegerin kommt also momentan viel Neues zu. Hauptsächlich, was Aufgaben in der Verwaltung und das Team betrifft. Unter anderem kümmert sie sich um Personalpläne, muss kurzfristig nach Ersatz suchen, falls Mitarbeiter ausfallen.

Aber: Sie hilft auch selbst auf der Station mit, wenn Not am Mann ist. Selbst sagt sie dazu, dass sie den Kollegen den Rücken freihält.

Gerade die älteren Patienten machen sich an Weihnachten viele Gedanken

Notfalls auch an Weihnachten. „Eigentlich habe ich frei. Aber ich habe Hintergrunddienst und mein Handy eingeschaltet. Wenn es Bedarf gibt, dann springe ich auch ein“, sagt die Stationsleiterin. Die 26-Jährige weiß schließlich ganz genau, wie es ist, an Weihnachten im Krankenhaus im Dienst zu sein. Als Pflegekraft kommt es dann noch mehr darauf an, die Patienten auch menschlich abzuholen. „Niemand ist freiwillig im Krankenhaus“, sagt Kaupp. Schon gar nicht an Weihnachten. Gerade die älteren Menschen machen sich viele Gedanken. „Ist es mein letztes Weihnachtsfest? Sehe ich meine Enkel und Kinder noch einmal? Das sind Fragen, die sich ältere Patienten zu dieser Zeit stellen“, weiß Franziska Kaupp.

Auch das macht die Tage im Krankenhaus zu etwas Außergewöhnlichem. „Wir Mitarbeiter versuchen, es uns natürlich auch ein bisschen besinnlich zu machen und bringen zum Beispiel Kekse mit“, beschreibt die Stationsleiterin, die von sich selbst sagt, dass sie „totaler Weihnachtsfan“ ist.

An Weihnachten würde jeder Patient das Krankenhaus gerne verlassen

Eine weitestgehend angenehme Weihnachtszeit mit den Kollegen im Dienst zu verbringen, ist im Krankenhaus allerdings auch nicht immer möglich. Auch das weiß Kaupp aus eigener Erfahrung. „Im vergangenen Jahr habe ich die Weihnachtsfeiertage auf der Corona-Intensivstation gearbeitet. Das war alles andere als besinnlich“, erinnert sie sich an eine Phase, in der es kaum Zeit zum Durchschnaufen gegeben hat. „Wir hatten zum damaligen Zeitpunkt sehr viele Personen, die mit Corona infiziert waren“, erzählt sie. Die Folge: viele schwere Verläufe, die bei ihr auf der Intensivstation gelandet sind.

Teilweise habe man die Besucherregeln etwas gelockert, um manchen Personen noch eine Freude zu machen, erzählt die 26-Jährige. Die Weihnachtsfeiertage gehören traditionell zu den besucherstärksten im Krankenhaus. Mit der Pandemie und den Beschränkungen sind die Zahlen jedoch zurückgegangen.

Auch den Patienten, die an Weihnachten keinen Besuch empfangen werden, wollen Kaupps Kollegen es so angenehm wie möglich machen. „Wir versuchen, die Patienten in Stimmung zu bringen. Jeder Patient würde gerne heim. Wir versuchen, ihnen die Einsamkeit zu nehmen“, erklärt die Stationsleiterin, die in diesem Jahr an Weihnachten im Kreise der Familie abschalten kann. „Es ist besonders schön für mich, an diesen Tagen zu Hause zu sein. Das ist über Weihnachten erst das zweite Mal, seit ich 2014 im Krankenhaus begonnen habe und deshalb total ungewohnt für mich.“ Früher hat es für sie auch kein Wochenende gegeben. Als Stationsleiterin arbeitet sie nun von Montag bis Freitag.

Kl

Das Privileg, Weihnachten zu Hause im Kreise der Liebsten zu feiern, hat längst nicht jeder. Schon gar nicht, wer beispielsweise in der Pflege beschäftigt ist. Franziska Kaupp kennt das. Im vergangenen Jahr hat sie über die Feiertage auf der Corona-Intensivstation gearbeitet und kaum Zeit zum Durchatmen gehabt. Inzwischen leitet sie die Geriatrie-Station im Rems-Murr-Klinikum in Winnenden. Heuer hat sie frei und freut sich daher ganz besonders auf das Fest.

„Ich bin sehr froh, dass

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper