Winnenden

Feinmechaniker, Winnender Stadtrat und Klarinettist: Zum Tod von Gerhard Wurster

Gerhard Wurster Winnenden Hertmannsweiler CDU
Gerhard Wurster (†). © Habermann

Familie und Freunde müssen Abschied nehmen von Gerhard Wurster. Er ist am 15. Januar im Alter von 86 Jahren verstorben, die Trauerfeier hat bereits stattgefunden. Er hinterlässt seine Frau, seine Kinder und ihre Familien. Doch auch Mitarbeiter der Stadt Winnenden, Mitmusiker und Gemeinderäte erinnern sich noch gut an diesen freundlichen und humorvollen Weggefährten, der eine Reihe von ehrenden Spitznamen auf sich vereinen konnte: „König von Hertmannsweiler“, „Schorles-Gerhard“, „Cleverle“.

"Man ist doch nur ein Tropfen Öl im Getriebe der Stadt"

Bis 2009, insgesamt 25 Jahre lang, war Gerhard Wurster Stadtrat in den Reihen der CDU-Fraktion. Ehrenkäsig war er nie: „Man ist doch nur ein Tropfen Öl im Getriebe der Stadt“, so verstand er das Ehrenamt. Er wollte darin die Stadt weiterbringen und nichts blockieren. Sand im Getriebe sein - das hätte ihm nicht gelegen, und das seien für ihn die Bruddler, vertraute er 2005 der Winnender Zeitung an. Im gleichen Jahr war Gerhard Wurster aber mal ziemlich entsetzt über seine Ratskollegen, als sich die Mehrheit für den Namen „Adlerplatz“ inmitten des Markthauses entschied: „Jetzt benennet die des nach einer Spelunke“, mit diesem enttäuschten Ausruf wurde er damals zitiert.

„Die Nähe zum Bürger - das kann zum Hobby werden. Man ist immer mittendrin im Geschehen und erlebt jeden Tag etwas“, sagte Gerhard Wurster. Ihm machte das Amt Freude, gerade auch außerhalb vom Sitzungssaal. „Er schaut immer vergnügt aus. Er geht auf Leute zu, die neu sind in der Stadt. Er strahlt, macht ein Witzle und schwätzt etwas“, schrieb Martin Schmitzer über ihn.

"Die Fröhlichen kriegen Lachfalten"

Mit Gerhard Wursters Ausscheiden verlor der Gemeinderat einiges an Heiterkeit. „Menschen, die ständig traurig sind, dene wachst d’ Gosch noch onda. Die Fröhliche, die krieget Lachfalta!“ Und die hatte er! Auch Rudolf Zeiffer, selbst im Jahr 2020 verstorben, beschrieb Gerhard Wurster 1999 als fröhlichen Menschen, der das Gemeinschaftserlebnis schätzt. Auch in der Krankenhauskapelle und vor allem in der Stadtkapelle, in der er Klarinette und große Pauke spielte.

In Nagold aufgewachsen, Meisterbriefe als Feinmechaniker und Feinoptiker

Gerhard Wurster wurde in Freudenstadt geboren und wuchs in Nagold auf. 1966 kam er mit seiner Frau Karin nach Winnenden. In der Stadtkapelle Winnenden engagierte er sich als Jugendleiter, die Spitzenzahl von 60 Jugendlichen spricht Bände und lässt von goldenen Zeiten träumen. Mit den Jugendlichen ging es unter vielem anderem auch zu Partnerkapellen in der Schweiz, nach Österreich und Frankreich. Später war Gerhard Wurster eine Zeit lang Vorsitzender. Legendär ist die Teilnahme der Stadtkapelle an der Steuben-Parade in New York 1980. Dass dies zustande kam, daran hatte Gerhard Wurster wesentlich Anteil.

Der Verstorbene war als Feinmechaniker- und Feinoptikermeister selbstständig mit einer Service-Firma für Projektoren und Messgeräte.

Familie und Freunde müssen Abschied nehmen von Gerhard Wurster. Er ist am 15. Januar im Alter von 86 Jahren verstorben, die Trauerfeier hat bereits stattgefunden. Er hinterlässt seine Frau, seine Kinder und ihre Familien. Doch auch Mitarbeiter der Stadt Winnenden, Mitmusiker und Gemeinderäte erinnern sich noch gut an diesen freundlichen und humorvollen Weggefährten, der eine Reihe von ehrenden Spitznamen auf sich vereinen konnte: „König von Hertmannsweiler“, „Schorles-Gerhard“,

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