Winnenden

Findungskommission im Zipfelbachtal: Kommt die Gartenschau 2032 nach Winnenden und Schwaikheim?

Findungskommission Gartenschau
Bürgermeister Gerhard Häuser (links) und Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (vorne) führten die Kommission, die die Landesregierung berät, über das geplante Gartenschaugelände. Auch über den Winnender Marktplatz. © Thewes

Bekommen die Stadt Winnenden und die Gemeinde Schwaikheim den Zuschlag für die Landesgartenschau 2032? Eine Kommission, die die Landesregierung berät, hat die beiden Kommunen nun besucht und dabei auch kritische Fragen gestellt. Wie sieht der finanzielle Spielraum aus? Wurde mit Vertretern des Naturschutzes gesprochen? Und sollen Maßnahmen auch ohne den Zuschlag der Landesgartenschau umgesetzt werden?

Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Schwaikheims Bürgermeister Gerhard Häuser zeigten der Bewertungskommission beim Rundgang, wie das Miteinander der beiden Kommunen bisher funktioniert. Sie präsentierten die gemeinsame Vision eines Naherholungsgebiets, das landwirtschaftliche Nutzung und Erholungsfunktionen im Zipfelbachtal kombinieren soll. Das berichtet die Pressesprecherin der Stadt Winnenden, Emely Rehberger.

Vom Schlosspark führte der Weg der Kommission in die Schlossstraße über den Marktplatz hin zum Kronenplatz an der alten B 14. Hier kann sich Landschaftsarchitekt Urs Müller-Meßner eine Begrünung und ein Erlebbarmachen der Stadtplätze sehr gut vorstellen.

Das Zipfelbachtal soll der Kernbereich werden

Das Zipfelbachtal soll der Kernbereich der Landesgartenschau werden und ist das verbindende Element der beiden Kommunen. Momentan eher als Fuß- und Radwege genutzt, sehen die Pläne dort ein Naherholungsgebiet für Bürgerinnen und Bürger vor. Unter der B-14-Brücke, wo sich bereits ein Bikepark befindet, könnten weitere Aktionsspielflächen für junge Menschen entstehen. Ziel sei es zudem, den Bachlauf aufzuwerten und in ausgewählten Bereichen auch für den Menschen zugänglich zu machen.

Der Landschaftsraum Schwaikheims ist geprägt von intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Einige Erholungsflächen gibt es unter anderem im Freizeitgelände der Gemeinde. Zum Beispiel der renaturierte Entenbach, die Fußballplätze, das Festgelände und der beliebte Spielplatz. Die Pläne der Landesgartenschau sehen vor, das Freizeitgelände als Veranstaltungs- und Aufenthaltsfläche in den Kernbereich miteinzubeziehen.

„Wir sind finanziell ordentlich aufgestellt“

Im Schwaikheimer Rathaus stellten die Kommissionsmitglieder Fragen an die beiden Verwaltungschefs und die Planer von Kienleplan. „Wurde mit den ehrenamtlichen und privaten Vertretern des Naturschutzes gesprochen?“, lautete die Frage eines Kommissionsmitglieds. „Ja, wir haben die Vertreter des Naturschutzes zu einem Gespräch eingeladen. Sie haben die Pläne einer Landesgartenschau begrüßt und uns zeitgleich auch darauf hingewiesen, sensible Landschaftsbereiche zu schützen. Das ist selbstverständlich auch unser Ziel“, berichtet Bürgermeister Gerhard Häuser.

Auch die Frage nach dem finanziellen Spielraum wurde gestellt. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth und Bürgermeister Gerhard Häuser seien sich sicher, dass die Kommunen dieses Projekt stemmen können: „Wir sind finanziell ordentlich aufgestellt. Bis 2032 ist es noch eine Weile hin, aber nach allem, was wir wissen, erlauben unsere Kassen auch in Zukunft nach der Pandemie ein Projekt wie die Landesgartenschau.“

Die Entscheidung fällt im Oktober

Abschließend erkundigte sich die Kommission, ob die beiden Kommunen sich auch vorstellen könnten, einige der Maßnahmen ohne den Zuschlag einer Landesgartenschau umzusetzen? „Wir könnten dann nur kleckern, aber nicht klotzen. Um solch ein zusammenhängendes Gesamtprojekt umzusetzen, braucht es den Schub und die Förderung einer Landesgartenschau“, erklärte Winnendens Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

Die Entscheidung über die Vergabe der Landesgartenschau fällt im Oktober 2020.

Internationale Bauausstellung

Markus Schlecht, Amtsleiter des Winnender Stadtentwicklungsamts, stellte auch die Pläne zur Internationalen Bauausstellung (IBA) vor: „Dichte und hohe Gebäude, neue Bautypologien, die Wohnen und Arbeiten sowie klassisches Gewerbe miteinander auch baulich verbinden, sowie neue Wohnformen und innovative Mobilitätskonzepte sind vorgesehen. Der Bahnhof ist dabei Drehscheibe, Eingang zur Landesgartenschau und Ausgangspunkt der Entwicklung des produktiven Stadtquartiers.“

Auch Landrat Dr. Richard Sigel war vor Ort: „Die Heimattage Winnenden waren im vergangenen Jahr mit mehreren interkommunalen Projekten mit der Remstal-Gartenschau verknüpft und Teil des unendlichen Gartens. Diesen Zusammenhalt und die gelebte interkommunale Zusammenarbeit in unserem Landkreis kann man bei der Bewerbung mit in die Waagschale werfen, denn mit Sicherheit wäre eine Gartenschau ein Projekt, das der gesamte Landkreis begeistert unterstützen würde.“