Winnenden

Gastronomie in Winnenden: Fehlt es noch an Personal?

Mittagstisch Balkangrill
Die Belegschaft im Balkan-Grill. Ganz links: Ylber Pnishi. (Archivfoto) © Benjamin Büttner

Die Temperaturen erlauben es, dass wir abends auch wieder länger in Restaurants oder im Biergarten sitzen, ein Radler trinken, dazu Salat oder ein Schnitzel bestellen. Doch seit der Corona-Pandemie fehlt es in der Gastronomie an allen Ecken und Enden am Personal. Begrenzte Öffnungszeiten sind daher keine Seltenheit mehr. Wir haben uns umgehört.

Hettich: „Personal ist in der Gastronomie nach wie vor ein riesen Thema“

„Der Gastro-Bereich hat nach wie vor große Schwierigkeiten“, sagt Wirtschaftsförderer Timm Hettich am Telefon. Mit Winnender Gastronomen steht er im regelmäßigen Austausch, hört sich Probleme an, gibt Ratschläge.

Im Gespräch mit der Zeitung spricht Hettich nun von massiven Problemen. „Gerade das Personal ist in der Gastronomie nach wie vor ein riesen Thema. Pandemiebedingt sind viele Kräfte abgewandert, die Arbeitszeiten sind für viele abschreckend“, erklärt er. Zusätzlich haben Gastronomen mit Lieferschwierigkeiten und einem Anstieg der Preise zu kämpfen.

VfR-Wirt registriert dreifaches Aufkommen, was Feste wie die Konfirmation betrifft

Relativ gelassen ist trotz der Probleme Milan Tontic, der die Talaue-Gaststätte des VfR Birkmannsweiler führt. „Zum 1. Januar habe ich von meinem Vater übernommen und bin jetzt Hauptverantwortlicher“, erzählt er. Mit den Aufgaben war er zwar zuvor schon vertraut, aber leicht sei ihm der Umstieg nicht gefallen. „Wenn man die Verantwortung dann tatsächlich hat, ist es schon noch einmal etwas anderes“, sagt Milan Tontic. Die ersten ein, zwei Monate haben es in sich gehabt.

Jetzt geht er in der Rolle voll auf und ist sehr zufrieden. „Wir haben viel zu tun. Es kommen regelmäßig neue Gäste. Zu Festen, wie Taufen und Konfirmationen, registrieren wir nahezu dreimal mehr Reservierungen als in der Vergangenheit. Es wird einiges aus dem vergangenen Jahr nachgeholt “, erzählt der Wirt.

Froh ist er, wenn Montag ist, denn dann hat die Gaststätte geschlossen und Milan Tontic einen freien Tag.

Wechseln Quereinsteiger eher die Branche?

Von Personalproblemen einiger seiner Kollegen hat natürlich auch er gehört. „Bei uns ist das glücklicherweise aber bisher kein großes Thema“, sagt er. Zum einen liegt das daran, dass Familienangehörige mithelfen. Milan Tontic hat aber auch noch einen anderen Erklärungsansatz. „Unser Koch und einer der Kellner sind Vollblutgastronomen. Die wechseln nicht so einfach die Branche. Ich kann mir vorstellen, dass Quereinsteiger eher woanders hin gewechselt sind“, vermutet der 34-Jährige. Außerdem komme es auch immer darauf an, wie das Personal geführt werde und wie die Bezahlung aussieht.

Zudem sind die Arbeitszeiten nicht einfach, gerade für Personen, die Kinder haben. „Wir überlegen, ob wir im kommenden Jahr auch am Dienstag einen Ruhetag einführen“, erzählt Milan Tontic, der gerne mehr Zeit mit seiner Familie verbringen würde.

Belegschaft hält dem Balkan-Grill die Treue

Ähnlich wie Milan Tontic sieht auch Ylber Pnishi vom Balkan-Grill an der Marktstraße die Situation. „Wir haben unser Personal halten können und mussten über die Pandemie auch niemanden entlassen“, erzählt er am Telefon. Dass andere mit großen Problemen zu kämpfen haben, hat auch er schon des Öfteren gehört.

Woran es liegt, dass die Belegschaft dem Balkan-Grill die Treue hält? „Zum einen daran, dass wir Familienangehörige eingestellt haben“, antwortet Pnishi. Er geht allerdings auch davon aus, dass die Mitarbeiter dankbar sind. „Wir haben zu ihnen gehalten in schwierigen Zeiten. Wir hatten zwar Kurzarbeit, aber glücklicherweise war diese Phase nicht über eine längere Zeit“, sagt er. Er sei froh, dass sein Personal sich auch kurzfristig nicht anderweitig orientiert hat. „Wer am Wochenende plötzlich frei hat, der kommt auf den Geschmack und kehrt vielleicht nicht mehr zurück“, meint er.

Sorgen bereiten Ylber Pnishi hingegen die Preissteigerungen in sämtlichen Bereichen. „Die Produkte werden täglich teurer. Wir können überhaupt keine Kalkulationen mehr machen, weil sich ständig alles ändert“, ärgert er sich. Und: Seit kurzem gibt es auch noch Lieferschwierigkeiten bei Coca Cola.

Die Temperaturen erlauben es, dass wir abends auch wieder länger in Restaurants oder im Biergarten sitzen, ein Radler trinken, dazu Salat oder ein Schnitzel bestellen. Doch seit der Corona-Pandemie fehlt es in der Gastronomie an allen Ecken und Enden am Personal. Begrenzte Öffnungszeiten sind daher keine Seltenheit mehr. Wir haben uns umgehört.

Hettich: „Personal ist in der Gastronomie nach wie vor ein riesen Thema“

„Der Gastro-Bereich hat nach wie vor große Schwierigkeiten“,

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