Winnenden

Gemeindevollzugsdienst in Winnenden: Mehr als Blitzen und Bestrafen

Corona Kontrolle
Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes auf der Marktstraße. © Benjamin Büttner

Wenn die Männer und Frauen vom Gemeindevollzugsdienst (GVD) Knöllchen an der Frontscheibe von Parksündern hinterlegen, dann ist der Ärger bei den Betroffenen meist groß.

Wenn Bürger vor der eigenen Haustüre einen Falschparker sehen, dann kann es ihnen oft nicht schnell genug gehen, dass die GVD-Mitarbeiter einschreiten. „Es ist ein permanentes Spannungsfeld, in dem sie sich bewegen“, erklärte Bürgermeister Jürgen Haas in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses über Martin Bautz und sein Team.

Manche Tätigkeiten merken die Bürger gar nicht

Bautz ist Teamleiter des Winnender Gemeindevollzugsdienstes. Er blitzt Autofahrer, die zu schnell fahren, bestraft Parksünder, die ihr Auto im Halteverbot abstellen. „Aber wir machen noch viel mehr als das. Oftmals werden wir darauf allerdings reduziert“, berichtet Bautz in der Sitzung. Er nennt ein Beispiel: Mülltonnen werden geleert. Die Winnender stellen ihre Tonnen auf den Gehweg, am Abend holen sie die leeren Behälter wieder auf ihr Grundstück. „Keiner merkt, dass wir auch hier im Spiel sind. Wir kontrollieren im Vorfeld die Straßen, ob die Müllabfuhr mit ihrem Fahrzeug überall durchkommt“, erklärt Bautz. Was er sagen will: Viele der Tätigkeiten geschehen eher im Verborgenen.

Einige Extra-Aufgaben durch die Corona-Pandemie

So zum Beispiel auch die Kontrolle von Baustellen. Über das ganze Stadtgebiet verteilt sind meist etwa 100 Baustellen eingerichtet. „Wir müssen kontrollieren, ob diese richtig abgesichert sind. Für Fußgänger und Autofahrer dürfen die Baustellen keine Gefahr darstellen“, erklärte Birgit Pfleiderer, Leiterin des Sachgebietes Ordnungswesen bei der Stadt. Die Männer und Frauen um Martin Bautz müssen also permanent auf dem Schirm haben, wo sich in der Stadt etwas tut. Das ist zeitintensiv.

„In der Pandemie sind einige Aufgaben für uns hinzugekommen. Beispielsweise haben wir Quarantäneanordnungen zugestellt. Das hat viel Zeit in Anspruch genommen. Aber wir haben auch in Geschäften kontrolliert, unter anderem ob Hygieneregeln eingehalten werden“, schildert Bautz.

Im Lockdown durften Wirte ihre Restaurants und Kneipen teilweise nicht öffnen. Auch hier war der GVD im Einsatz. „In einem Laden war die Tür abgeschlossen, aber wir haben innen Schatten gesehen“, berichtet Bautz. Nach längerer Zeit habe der Wirt schließlich aufgeschlossen. Andere Personen seien nicht zu sehen gewesen. Bei einer erneuten Kontrolle haben die Ordnungshüter dann bemerkt, dass Bierdeckel in der Kneipe noch feucht sind. „Und in einem Nebenraum haben wir eine größere Anzahl von Gästen festgestellt, den Bierkrug noch in den Händen. Eine empfindliche Strafe war die Folge“, so Bautz.

Geschwindigkeitskontrollen mittlerweile wieder hochgefahren

Andere Dinge sind während der Pandemie dafür in den Hintergrund gerückt. So etwa Geschwindigkeitskontrollen. „Allein schon aus Infektionsschutzgründen. Wir führen die Kontrollen mit einem Dienstleister durch, es sitzen also zwei Personen im Auto. Das war uns bei der Infektionslage zu riskant“, erklärt Birgit Pfleiderer. Unter anderem deshalb haben in 2020 und 2021 weniger Geschwindigkeitskontrollen als in den Jahren zuvor stattgefunden. Trotz weniger durchgeführter Kontrollen sind die Einnahmen jedoch auf einem ähnlichen Niveau, da Bund und Länder in dieser Zeit den Bußgeldkatalog angepasst haben. „Inzwischen haben wir die Messungen wieder hochgefahren“, erklärt Pfleiderer. Man versuche, die Uhrzeiten und Standorte der Kontrollen so stark zu variieren wie möglich.

Auch um Tafeln, die an bestimmten Orten aufgestellt werden, um die Geschwindigkeit anzuzeigen, kümmert sich der GVD. „Wir werten die Daten im Anschluss auch aus“, erklärt Martin Bautz, dem eines noch wichtig war: „Wenn Leute uns in der Stadt am Handy sehen, dann spielen wir da nicht herum. Wir nehmen Verstöße mit Smartphones auf.“

Wenn die Männer und Frauen vom Gemeindevollzugsdienst (GVD) Knöllchen an der Frontscheibe von Parksündern hinterlegen, dann ist der Ärger bei den Betroffenen meist groß.

Wenn Bürger vor der eigenen Haustüre einen Falschparker sehen, dann kann es ihnen oft nicht schnell genug gehen, dass die GVD-Mitarbeiter einschreiten. „Es ist ein permanentes Spannungsfeld, in dem sie sich bewegen“, erklärte Bürgermeister Jürgen Haas in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses über Martin

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