Winnenden

Geplante Flüchtlingsunterkunft an der Winnender Ruitzenmühle: Anwohner wünschen sich höheren Sichtschutz

Asylanteheim Ruitzenmühle
Auf dieser Fläche plant die Stadt eine Flüchtlingsunterkunft. Im Hintergrund (rechts) sind die Häuser im Roggenweg zu sehen. © Gabriel Habermann

Wer sind die Menschen, die bald in der Nachbarschaft leben? Sind sie möglicherweise vorbestraft? Und warum ist der Sichtschutz in Richtung Roggenweg nur 1,50 Meter hoch? Fragen, die Anwohner der Ruitzenmühle bei einer Online-Veranstaltung zur dort geplanten Flüchtlingsunterkunft an OB Holzwarth und die Stadtverwaltung stellten.

Wenn die Gebäude fertig sind, sollen dort maximal 17 Personen unterkommen. Die Unterkunft an der Straße Ruitzenmühle soll zweistöckig gebaut werden. „Dort sind neun Apartments für insgesamt neun Personen geplant“, erklärte Klaus Hägele, Leiter des Stadtbauamtes die Pläne. Das zweite Gebäude solle einstöckig werden, der Bebauungsplan für den dortigen Bereich gebe dies so vor. „In dieses Gebäude kommen Einzelapartments für zwei Personen und weitere Apartments, die mit bis zu sechs Personen belegbar sind“, so Klaus Hägele vom Stadtbauamt.

Legen Bürger gegen die Pläne Rechtsmittel ein?

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth erklärte, dass die Apartments, die für mehrere Personen gedacht sind, der ausdrückliche Wunsch der Anwohner und des Gemeinderats waren. Ursprünglich seien lediglich Einzelapartments geplant gewesen. Ob letztendlich auch Familien in die größeren Zimmer ziehen, ist noch offen. „Wir müssen so ehrlich sein, dass daraus möglicherweise auch Wohngemeinschaften werden“, sagte Holzwarth. Er vermute, dass der ein oder andere Anwohner gegen die Pläne der Stadt Rechtsmittel einlegen werde, wodurch sich der Bau verzögert. „Darauf sind wir vorbereitet“, machte Holzwarth deutlich. Möglicherweise könne erst im kommenden Jahr gebaut werden.

„Man muss aufpassen, dass es keine Gefängnismauer wird“

Dies macht die Belegung der Zimmer für Angela Eberl, stellvertretende Amtsleiterin für den Bereich Grundstücks- und Gebäudeverwaltung, nicht einfacher. „Ich habe mir schon Gedanken gemacht, wer in die Unterkunft einziehen könnte. Wenn sie allerdings erst 2023 fertig wird, dann ist das natürlich noch eine sehr lange Zeit“, erklärte sie auf Nachfrage von Anwohnerin Sandra Heller. Grundsätzlich sei es jedoch so, dass die künftigen Bewohner großteils zwischen 25 und 35 Jahren alt sein werden. „Menschen, die beispielsweise durch ihre Flucht traumatisiert sind und einen hohen Betreuungsbedarf haben, werden dort nicht einziehen“, versicherte Eberl. Man wolle ein möglichst harmonisches Klima schaffen, es könne allerdings immer Einzelfälle geben, die Probleme machen. „Aber dann können sich die Anwohner an die Stadt wenden und wir schicken einen Sozialarbeiter.“

Für die Teilnehmer der Bürgerinformation zudem wichtig war die Höhe des Sichtschutzes, der zwischen den Unterkünften und den Häusern im Roggenweg entstehen soll. Während Bauamtsleiter Klaus Hägele eine Höhe von 1,50 Meter für ausreichend hält, wünschen sich die Bürger eine 1,80 Meter hohe Wand. „Man muss aufpassen, dass es keine Kasernen- oder Gefängnismauer wird. Wir haben zu den Häusern im Roggenweg immerhin einen Abstand von 19 Metern und dazwischen noch den Mühlkanal“, argumentierte Hägele. Anwohner Ralf Glawa erwiderte, dass eine 1,50 Meter hohe Wand kein Sichtschutz sei, da könne man schließlich drüberspucken, zudem wünsche er sich eine Begrünung. Er bat die Planer, noch einmal über die Feuertreppe, die an der Gebäuderückseite, ebenfalls in Richtung des Roggenwegs, entstehen soll, nachzudenken. Er sehe die Gefahr, dass diese von den Bewohnern als Balkon genutzt werde. Oberbürgermeister Holzwarth versprach, die Themen noch einmal intern zu besprechen, und lobte die Teilnehmer für die sachliche Diskussion. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag, 29. Juni, wollen die Räte in einer öffentlichen Sitzung nochmals über die Pläne sprechen.

Wer sind die Menschen, die bald in der Nachbarschaft leben? Sind sie möglicherweise vorbestraft? Und warum ist der Sichtschutz in Richtung Roggenweg nur 1,50 Meter hoch? Fragen, die Anwohner der Ruitzenmühle bei einer Online-Veranstaltung zur dort geplanten Flüchtlingsunterkunft an OB Holzwarth und die Stadtverwaltung stellten.

Wenn die Gebäude fertig sind, sollen dort maximal 17 Personen unterkommen. Die Unterkunft an der Straße Ruitzenmühle soll zweistöckig gebaut werden. „Dort sind

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