Winnenden

Geschafft: Untere Schray wird IBA-Projekt

IBA Leutenbach gewerbegebiet Schray
An der Schwaikheimer Straße soll ein Prestige-Gewerbebezirk entstehen – aber die Stadt selbst hält sich raus. © Luftbild Gabriel Habermann

Die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) hat die ersten IBA-Projekte vorgestellt, und Winnenden ist dabei. Die Stadt hatte es sehr ehrgeizig angestrebt zu den 13 wichtigsten Projekten der IBA zu gehören. Ziel erreicht: Der Aufsichtsrat der IBA-Gesellschaft hat Winnenden am Montag, 27. Juli, offiziell zum IBA’27-Projekt ernannt. Unter den weiteren Projekten sind mehrere großflächige ehemalige Industrieareale, die zu gemischten Stadtvierteln für Wohnen und Arbeiten umgestaltet werden sollen.

Ambitionierte Umbauvorhaben bestehender innerstädtischer Quartiere finden sich ebenso auf der Liste wie auch ein experimentelles Gebäude zur Erforschung neuer Baumaterialien. Fünf Projekte liegen in der Landeshauptstadt Stuttgart, zwei in Wendlingen am Neckar und je ein Projekt in Backnang, Böblingen, Nürtingen, Salach, Sindelfingen und Winnenden. Die Projektträgerinnen kommen vorwiegend aus dem kommunalen Bereich, aber auch private Bauträger und Investoren sowie die Universität Stuttgart gehören dazu.

„Die Projekte der IBA’27 verdichten sich zu einer Geschichte“, erläutert IBA-Intendant Andreas Hofer. „Der rote Faden ist die produktive Stadt mit dicht bebauten und lebendigen Quartieren, in denen vielfältige Wohnungstypen für alle Gesellschaftsschichten mit Flächen für emissionsarme Industrie und neue Arbeitsformen zusammenkommen.“ Angesichts des größten Umbruchs von Gesellschaft und Wirtschaft seit Generationen sowie der akuten Klimakrise hätten die Träger der IBA-Projekte erkannt, dass sie neue Wege gehen müssen, so Hofer: „Die Projekte sind bereit, sich umfassenden sozialen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen einer unsicheren Zukunft stellen.

Produktives Stadtquartier

Das IBA’27-Projekt von Winnenden wurde auf Empfehlung des international besetzen Kuratoriums der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart und Beschluss des Aufsichtsrats der IBA’27 StadtRegion Stuttgart GmbH in die Kategorie der IBA’27-Projekte aufgenommen. IBA’27-Projekte leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Stadtregion Stuttgart und übertreffen in wesentlichen Punkten die üblichen Standards und gesetzlichen Anforderungen.

Die IBA-Jury schreibt dazu: „Das Produktive Stadtquartier Winnenden soll als neues Quartier die Qualitäten für Projekte der IBA’27 erfüllen. Im direkten Umfeld zum Bahnhof befinden sich zwischen der Marbacher Straße und der Schwaikheimer Straße hervorragende Potenzialflächen für ein neues gemischtes Quartier mit einer guten Anbindung an den schienengebundenen öffentlichen Nahverkehr. Dort werden mehrere Nachhaltigkeitsstrategien vereint, die die vorhandenen Potenziale weiterentwickeln. Darunter fallen dichte und hohe Gebäude, neue Bautypologien, die Wohnen und Arbeiten sowie „klassisches“ Gewerbe miteinander auch baulich verbinden, sowie neue Wohnformen und innovative Mobilitätkonzepte.“

Landesgartenschaufläche?

Über die Integration innerhalb des Quartiers hinaus soll das neue Quartier in das Konzept der interkommunalen Landesgartenschau 2032 Winnenden-Schwaikheim integriert werden. Die in der Landesgartenschau entstehenden neuen Grünräume bilden zugleich die grüne Infrastruktur und das Rückgrat für die geplante Bebauung.

Bahnhof als Drehscheibe

Im direkten Bahnhofsumfeld wird eine Verdichtung an Nutzungen und Flächen angestrebt, die mit verschiedenen intermodularen Mobilitätsangeboten verknüpft werden. Der Bahnhof ist dabei Drehscheibe, Eingang zur Landesgartenschau und Ausgangspunkt der Quartiersentwicklung.

„Der Beschluss der IBA’27 ist eine beachtliche Anerkennung für unser IBA’27-Projekt und eine Riesenchance für die Stadt“, sagt Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.