Winnenden

Gespräch über die Pläne der Stadt

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Der Schelmenholzer Dieter Becker brachte ziemlich am Anfang der Versammlung den Willen der Nachbarn eines künftigen sozialen Wohnprojekts auf eine Formel: „Herr Holzwarth, Sie müssen von Ihrer Forderung 20 plus x Wohnungen einfach runter.“ © Ralph Steinemann

Winnenden-Schelmenholz. Nichts gegen soziales Wohnen, sagt ein Großteil der Anwohner der Forchenwaldstraße, des Buchenhains und des Birkenrains, aber das freie, größere Grundstück dürfe nicht so massiv bebaut werden, wie es jetzt die Stadt vorgeschlagen hat. Anstatt 20 bis 25 Wohnungen soll die Stadt dort 14 Wohnungen planen.Im Video: Der katholischer Pfarrer Gerald Warmuth und Stadt Winnenden informieren Anwohner im Schelmenholz über den Sozialwohnungsbau.

Am Donnerstagabend versammelten sich Anwohner aus einem der grünsten und am lockersten bebauten Teilgebiete des Schelmenholzes, wo noch große Grünflächen zwischen Straße und Häusern liegen, wo kein Nachbar dem anderen in die Kaffeetasse guckt, ein Gebiet in der Großzügigkeit der 70er Jahre.

In diesem Gebiet hatte die katholische Kirche mal vor, eine Kirche zu bauen, und hat ein Grundstück dafür freigehalten. Die Kirchenbaupläne sind passé. Die Kirche gibt das Grundstück zu verbilligtem Preis weiter an die Stadt, mit dem Auftrag, an dieser Stelle etwas gegen die große Wohnungsnot zu tun.

Die Stadtverwaltung hat die Vorstellung, dass dort 20 bis 25 Wohnungen möglich sein müssten. Wie das aussehen würde, das skizzierte Architekt Andreas Bloss den versammelten Bürgern.

„Diese Höhen passen nicht in die Umgebung“

20 Wohnungen sind machbar unter Einhaltung der Landesbauordnung. Der Architekt hat zwei Möglichkeiten: Entweder er geht in die Breite. Oder in die Höhe. Dies arbeitete die Schelmenholzerin Brigitte Traub durch gezielte Fragen heraus: „Wie sind die Abstandsflächen zur Straße?“

Architekt Bloss sagt: Die gesetzlichen Mindestabstände seien eingehalten bei allen Varianten von seinen Skizzen. Aber die großen Abstände wie bei den Nachbarhäusern seien nur möglich, wenn er in die Höhe gehe. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz“, meinte Brigitte Traub, „diese Höhen passen auch nicht in die Umgebung.“ Darauf Architekt Bloss: „Was soll ich jetzt sagen?“ Er hatte den Auftrag, für mindestens 20 Wohnungen zu skizzieren.

Mehrgeschossige Gebäude in der Nähe

OB Holzwarth warf ein: „Würde dort eine Kirche stehen, hätte die bestimmt einen Turm.“ „So ein Turm ist etwas anderes. In diesem Turm würde niemand wohnen und niemand auf die anderen herunterschauen“, meinte der Schelmenholzer Franz Dschida. Architekt Bloss, OB Holzwarth und Pfarrer Warmuth verwiesen auf mehrgeschossige Gebäude in der Nähe.

Die seien nur unten an der Durchgangsstraße, meinte Bürger Frank Sojka. Bauamtsleiter Klaus Hägele sieht das vorgesehene Grundstück als eine städtebauliche Besonderheit. Das katholische Gemeindehaus und der Kindergarten seien Solitäre in der Siedlung.

"Eine gute Führung als Mieter wird belohnt“

Man könne das Wohnprojekt als Fortsetzung dieser Solitäre sehen. Einzelnen der Varianten attestiert Hägele schon eine „Maßstäblichkeit“, zumindest in ihrer Flächenentwicklung. Allerdings bei den Gebäudehöhen wollte er sich nicht festlegen.

„Haben Sie Einfluss auf die Belegung?“, fragte ein Bürger. „Wir haben auch noch ältere Wohngebäude“, sagte OB Holzwarth. In denen wohnen Leute, die sonst schlecht eine Wohnung gefunden hätten. „Wenn wir Neubauten haben, sagen wir: Eine gute Führung als Mieter wird belohnt.“

Etliche Schelmenholzer sprachen die Parkplatzknappheit in dem Gebiet an. Architekt Bloss versicherte, dass eine Tiefgarage mit einem Stellplatz pro Wohnung skizziert sei. Die Zufahrt wäre am Buchenhain.


OB spricht von ganz neuem Kindergarten

  • Seitdem Flüchtlingsfamilien am Eschenweg eingezogen sind, hat das Schelmenholz 30 Kindergartenkinder mehr. „Und jetzt wollen Sie noch dieses Wohnprojekt bauen?“, fragten Anwesende im Bürgergespräch zum sozialen Wohnen an der Forchenwaldstraße.
  • OB Holzwarth skizzierte die Gesamtsituation der Kindergärten im Schelmenholz, gab zu, dass nicht jedes Kind in den nächstliegenden Kindergarten oder in den seines Geschwisters aufgenommen werde.
  • Aber Gemeinderat und Stadtverwaltung wollen für Entlastung sorgen. Das Kinderhaus Körnle bleibe in Betrieb und könne eine zweite Gruppe bekommen. Dann könne eventuell in den Bürgeräckern ein ganz neuer Kindergarten gebaut werden.