Winnenden

Gesunde Linden beim Wunnebad gefällt

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Ausbau Wunnebad
Stadtwerke-Geschäftsführer Jochen Mulfinger steht dort, wo der neue Südflügel des Wunnebads enden wird. In ihm wird ein neues 25-Meter-Schwimmbecken gebaut. © Gabriel Habermann
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Ausbau Wunnebad
Gefällter Baum am Weg zum Skateboard-Platz: Hier entsteht eine Baustellenzufahrt. © Gabriel Habermann
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Ausbau Wunnebad
Baumreste vor den Schlittschuhhütten: Hier verläuft künftig eine Lieferantenzufahrt. © Gabriel Habermann
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Wunnebad neu
Modell des künftigen Wunnebads: Es bekommt einen Westflügel (links), der bis zum Eisplatz reicht und für den die Bäume weichen mussten, und einen Südflügel, der fast bis zum 50-Meter-Außenbecken gebaut wird (rechts). © Gabriel Habermann
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Ausbau Wunnebad
Baumbrocken rechts neben dem Wunnebadeingang: An dieser Stelle breitet sich der künftige Westflügel des Wunnebads aus. © Gabriel Habermann
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Ausbau Wunnebad
Wunnebad im Uhrzeigersinn: Das runde Außenbecken bleibt, die Wegfläche drum herum auch, der blaue Kiosk und die Schlittschuhhütten dahinter werden abgerissen, an ihre Stelle wird ein Gebäudeflügel gebaut, der die Fläche vom heutigen Foyer bis zum noch stehenden bauen Kiosk abdeckt. Alle Bäume auf der Baufläche sind bereits gefällt. © Gabriel Habermann

Was beim Wunnebad Ende Februar geschehen ist, ertragen Romantiker nur schlecht, und Naturfreunden tut’s in der Seele weh: Mehrere prächtige alte Lindenbäume wurden gefällt, von denen einer einen Stammdurchmesser von einem Meter hatte und kerngesund war, wie man an der Sägefläche sah. Musste das sein? Nicht unbedingt ...

... Aber wenn das Wunnebad in wenigen Jahren schöner, größer und moderner sein soll, dann mussten die Bäume weg, denn sie stehen der künftigen Außenumkleide, dem Foyer und der Baustellenzufahrt im Weg. Jenes drei oder vier Tage dauernde Baumfällen Ende Februar war der vorgezogene Baubeginn für Umbau, Sanierung und Ausbau des Winnender Frei- und Hallenbads.

Holzbrocken

Ein Schock beim Spaziergang

Es ist ja bekannt und stand schon mehrfach in der Zeitung, dass das Wunnebad bald umgebaut wird, dass es schnell gehen muss, weil nur dann der Millionen-Zuschuss der Bundesregierung fließt, und dass erste Pläne vorliegen und der Gemeinderat den Bau schon beschlossen hat. Trotzdem ist man geschockt, wenn man beim Spaziergang am Wunnebad die letzten Baumbrocken liegen sieht und auf die jetzt absolut kahle Fläche beim Außenbecken blickt, wo früher die Bäume im Halbrund standen mit ihren vielleicht 30 Zentimeter dicken Stämmen. Die sind alle weg. Gebüsche und kleine Bäumchen mit armdicken Stämmen wurden auch abrasiert. Man sieht jetzt ungehindert auf die alten Schlittschuhhütten, die trostlos schief auf dem Hügel hängen, und langsam dämmert’s dem Betrachter: Unsere Freunde, die Bäume und Büsche, hatten den Sanierungsbedarf am Wunnebad gnädig kaschiert. Jetzt, wo das Bad ohnehin wegen Corona schlummert, fallen die Schadhaftigkeiten ins Auge. Es muss etwas geschehen mit dem Bad. Und es wird etwas Großes geschehen. Das braucht Platz. 41 kleine und große Bäume sind Ende Februar gefallen. Jochen Mulfinger, Stadtwerke-Geschäftsführer, hat sie alle aufgelistet und in einem Plan eingezeichnet vorliegen.

Schattenspender

Eine ganze Reihe ist jetzt weg

Die kleine Baumreihe im Halbkreis beim Becken – warum musste die weg? Wo sie stand, wird gebaut. Das Wunnebad bekommt Flügel mit dem Neubau. Zwischen dem heutigen Eingang und dem Eisplatz wird ein großer, neuer Gebäudeflügel entstehen, der das Foyer doppelt so groß macht wie jetzt und der weiter Richtung Eisbahn die neue Außenumkleide aufnehmen wird. Dafür fiel eine ganze Reihe von Schattenspendern, neben vielen Linden auch eine alte Esche (die ziemlich sicher eines Tages auch am Eschensterben eingegangen wäre).

Was ist mit den Bäumen außerhalb des Wunnebad-Zauns? „Auch die gehören dem Wunnebad und damit den Stadtwerken“, sagt Geschäftsführer Jochen Mulfinger. Das Bad wird sich breiter machen, und auch dafür fielen Bäume. Und die schöne, große Linde kurz vor dem Skateboard-Platz? „Mir tut das auch weh“, sagt Mulfinger, „aber wir mussten sie fällen, weil an dieser Stelle später die Anlieferung für die Gastronomie sein soll und weil wir hier eine Baustellenzufahrt brauchen.“ Das Wunnebad soll so umgebaut werden, dass während fast der ganzen Bauzeit der Badebetrieb weitergeht.

Naturschutz

Baumfällen nur im Winter

Die Holzfäller sind wieder weg – wann kommen dann die Bagger für den Abriss des alten Gastronomiegebäudes, der Hütten und der jetzigen Außenumkleide? Erst wenn die Sommersaison im Bad vorbei ist, versichert Mulfinger. Zwar hat das Wunnebad zurzeit überhaupt keine Öffnungsperspektive, aber die Stadtwerke-Geschäftsführer hoffen schon, dass sie vielleicht im Mai unter strengen Bedingungen öffnen dürfen.

Warum werden dann jetzt schon die Bäume gefällt? Weil das im September, in der Vegetationsperiode, aus guten Gründen verboten wäre, sagt Mulfinger. Bis 28. Februar ist es erlaubt. Weil jetzt gefällt wurde, ist im September das Feld frei für die Baustelle.

Was beim Wunnebad Ende Februar geschehen ist, ertragen Romantiker nur schlecht, und Naturfreunden tut’s in der Seele weh: Mehrere prächtige alte Lindenbäume wurden gefällt, von denen einer einen Stammdurchmesser von einem Meter hatte und kerngesund war, wie man an der Sägefläche sah. Musste das sein? Nicht unbedingt ...

... Aber wenn das Wunnebad in wenigen Jahren schöner, größer und moderner sein soll, dann mussten die Bäume weg, denn sie stehen der künftigen Außenumkleide, dem Foyer

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