Winnenden

Glückskind-Wirtin im Glück über erstes Wochenende ohne Sperrstunde in Winnenden

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Die Maske hat „Glückskind“-Wirtin Annika Traffa (24) nur fürs Foto abgenommen. So ist ihr die Freude über ein gelungenes Wochenende besser anzusehen. © Ralph Steinemann

Glückskind-Wirtin Annika Traffa blickt glücklich zurück auf das erste Wochenende ohne Sperrstunde im Jahr 2022: „Es war an beiden Tagen bombenvoll“, freut sich die 24-Jährige. An den Freitagen und Samstagen zuvor, die so wichtig gewesen wären fürs Geschäft, herrschte abends tote Hose – auch, weil die Landesregierung die Alarmstufe II der Corona-Verordnung, in der die Sperrstunde verankert ist, (wahrscheinlich rechtswidrig) „eingefroren“ hatte. Jetzt gilt wieder Alarmstufe I, die Sperrstunde ist gefallen und Annika Traffa hofft, dass das so bleibt: „Es hat endlich mal wieder Spaß gemacht zu arbeiten.“

Am Wochenende blieben die Leute wegen der Sperrstunde gleich ganz weg

Unter der Woche war die Sperrstunde für die 24-jährige Gastronomin in der Paulinenstraße zu verkraften. Statt erst um 23 Uhr, schloss sie ihre Café-Bar eben schon um 22.30 Uhr. „Aber am Wochenende sind die Leute gar nicht erst gekommen, sondern einfach daheimgeblieben“, berichtet Annika Traffa.

Zum ersten Mal seit Ende des vergangenen Jahres hatte sie jetzt am Freitag und Samstag wieder regulär bis 23 Uhr geöffnet. Und siehe da: Die Gäste kamen wieder. „Das hätte ich nie erwartet. Ich hatte geglaubt, dass die Leute ein bisschen Angst haben und noch zurückhaltender sind“, sagt Annika Traffa. Zumal am Freitag eine neue Corona-Verordnung in Kraft getreten ist, was in der Vergangenheit für zusätzliche Verunsicherung gesorgt hat.

Die wichtigste Neuerung für Bars wie das Glückskind: Es gilt nunmehr 2G, nicht mehr 2G plus. Nicht immunisierte Gäste werden nach wie vor abgewiesen, sind an guten Abenden für die Auslastung aber offenbar auch nicht entscheidend – und teilten ihr Schicksal, weggeschickt zu werden, am Freitag und Samstag mit jenen, die zu spät dran waren und keinen Platz mehr bekommen haben.

Bitte setzen: „Stehbetrieb“ ist nach wie vor nicht drin

Denn nach wie vor findet im Glückskind kein „Stehbetrieb“ statt. Alle Besucher bekommen einen Sitzplatz zugewiesen, nachdem sie am Eingang ihre Nachweise vorgezeigt haben. „Die Leute kennen die Corona-Regeln und halten sich daran“, sagt Annika Traffa, „sie setzen die Maske auf, wenn sie aufs Klo gehen, ohne dass ich sie daran erinnern muss, weil sie wissen, wie die Sache läuft.“

Abgesehen von den Nachweisen, Masken und festen Sitzplätzen sei die Stimmung „fast wie früher“ gewesen, freut sich die 24-Jährige. „Die Leute sind dankbar, dass es wieder Richtung Leben geht, sie haben Hoffnung.“

Die Sperrstunde könnte wieder in Kraft treten

Da geht es dem Publikum wie der Wirtin, die hofft, dass es nicht erneut „einen Schritt zurück“ geht, weil die Krankenhäuser doch noch volllaufen mit Covid-Kranken, die Alarmstufe II - bei einer Hospitalisierungsinzidenz von 6 (aktuell: 5,0) oder einer Intensivbettenauslastung von 450 (aktuell:  275) - wieder ausgerufen wird und mit ihr die Sperrstunde.

In der Corona-Krise Stellen abgebaut und Umsatz eingebüßt

Annika Traffa hat in der Corona-Krise die Hälfte des Umsatzes eingebüßt. Sie musste Stellen abbauen, um Fixkosten zu sparen: Früher schafften neben ihr drei Vollzeitkräfte im Glückskind, heute ist es noch eine. Der Rest arbeitet auf 450-Euro-Basis und „auf Abruf“.

Die Wirtin sehnt sich nach zwei langen Corona-Jahren nach einem Barbetrieb ohne Einschränkungen und immer neue Regeln. Fürs Erste ist sie aber glücklich über das mit Abstand beste Wochenende seit langer Zeit und gibt sich genügsam: „Wenn’s so bleibt, ist's schon mal sehr gut.“

Glückskind-Wirtin Annika Traffa blickt glücklich zurück auf das erste Wochenende ohne Sperrstunde im Jahr 2022: „Es war an beiden Tagen bombenvoll“, freut sich die 24-Jährige. An den Freitagen und Samstagen zuvor, die so wichtig gewesen wären fürs Geschäft, herrschte abends tote Hose – auch, weil die Landesregierung die Alarmstufe II der Corona-Verordnung, in der die Sperrstunde verankert ist, (wahrscheinlich rechtswidrig) „eingefroren“ hatte. Jetzt gilt wieder Alarmstufe I, die Sperrstunde

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