Winnenden

Grillstelle und mehr: Winnender Stadtteil Bürg jetzt Anlaufstelle für Pilger

Pilgerstation
Hinter der Kirche in Bürg, etwas versteckt, befindet sich die Grillstelle mit Sitzmöglichkeiten. © Büttner

Der Jakobsweg von Rotenburg ob der Tauber nach Taizé in Burgund, mit dem Fernziel Santiago de Compostela, streift auf der Etappe zur Schlosskirche auch den Winnender Stadtteil Bürg. Immer wieder hat Pfarrer Hans Peter Weiß-Trautwein Anfragen erhalten, ob es möglich ist, an der evangelischen Auferstehungskirche am Panoramaweg Pause zu machen. „Es gab auch Nachfragen, ob Gruppen die Kirche besichtigen oder dort gar eine Andacht feiern können“, erzählt Weiß-Trautwein.

Nur das Grillgut müssen Besucher selbst mitbringen

Also haben die Kirchengemeinderäte gemeinsam mit dem Pfarrer überlegt, wie sie mit dieser Nachfrage umgehen. Herausgekommen ist die Idee, eine Pilgerstation einzurichten. Wasseranschlüsse sind an der Kirche und am benachbarten Friedhof vorhanden. Auch eine Grillstelle befindet sich etwas versteckt, hinter der Kirche. „Diese haben wir instand gebracht. Alles in ehrenamtlicher Arbeit“, freut sich der Pfarrer.

Pilger müssen ihr Grillgut selbst mitbringen, Holz für den Grill finden sie vor Ort. Ebenso Tische und Sitzgelegenheiten. Nach einer anstrengenden Etappe können die Pilger hier also zur Ruhe kommen. „Mit fantastischer Aussicht auf Winnenden“, schwärmt Hans Peter Weiß-Trautwein.

Ein Fachmann aus Winnenden hat die Kirchengemeinde beraten

An Sonntagen soll die Kirche für Besucher außerdem immer geöffnet sein. Neben dem Eingang befindet sich eine Pilgerbank, ebenfalls mit Aussicht über Winnenden, und ein Stempel, der als Erinnerung an den Besuch im Pilgerbüchlein platziert werden kann.

Der Winnender Hans-Jörg Bahmüller ist in Sachen Jakobsweg ein absoluter Fachmann. Er betreut die Wege ehrenamtlich, hat bereits mehrere Reiseführer über den Jakobsweg veröffentlicht. Sein Wissen hat er nun an die Kirchengemeinde weitergegeben, zudem Wegweiser angebracht.

„Einen Weg komplett zu verlegen ist immer schlecht“, erklärt Bahmüller. Deshalb habe man sich nun dazu entschieden, etwa auf Höhe des Bürger Friedhofs auf die Pilgerstation und die Auferstehungskirche hinzuweisen. Sehr wohl in dem Wissen, dass auch dies für Unklarheiten sorgen kann. „Je mehr Schilder, desto mehr sorgt das meistens für Verwirrung. Wir haben versucht, so gut es geht auf die Station hinzuweisen“, erklärt Bahmüller.

Anwohner in Bürg klagen immer wieder über Partys am Panoramaweg

Die Pilger können also einen kurzen Umweg über den Friedhof machen, die Kirche besichtigen und sich den Stempel abholen. Der Umweg kann allerdings auch länger ausfallen, wenn die Besucher die Aussicht genießen, sich erholen und vielleicht sogar ein Feuer entfachen, um etwas zu grillen. Und wenn das Gelände von Vandalen aufgesucht wird, die wilde Partys veranstalten und ihren Müll dort lassen? Am Panoramaweg kam es in den Sommermonaten in der Vergangenheit immer wieder zu Beschwerden von Anwohnern. „Vor manch einem Gottesdienst habe ich auch schon leere Schnapsflaschen weggeräumt“, erzählt Pfarrer Weiß-Trautwein. Auch im Kirchengemeinderat sei dies thematisiert worden. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass es an der Pilgerstation zu Problemen kommt. Dafür ist die Stelle zu versteckt. Die Grillstelle gibt es dort schließlich schon seit längerer Zeit. Dies hat nie zu Problemen geführt.“ Und die Pilger seien in der Regel ohnehin sehr pflegeleicht.

Der Jakobsweg von Rotenburg ob der Tauber nach Taizé in Burgund, mit dem Fernziel Santiago de Compostela, streift auf der Etappe zur Schlosskirche auch den Winnender Stadtteil Bürg. Immer wieder hat Pfarrer Hans Peter Weiß-Trautwein Anfragen erhalten, ob es möglich ist, an der evangelischen Auferstehungskirche am Panoramaweg Pause zu machen. „Es gab auch Nachfragen, ob Gruppen die Kirche besichtigen oder dort gar eine Andacht feiern können“, erzählt Weiß-Trautwein.

Nur das Grillgut

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