Winnenden

Große Bildschirme statt Kreidetafeln: Winnenden digitalisiert Schulen

Digitalisiserung der Schulen
Interaktives Mediendisplay am Georg-Büchner-Gymnasium: Alle Winnender Schulen bekommen solche Geräte. © Benjamin Büttner

Wie fit sind die Winnender Schulen in Sachen Computer, Internet und Großbildschirme? Es geht so. Vieles läuft schon, einzelne Schulen wie das Georg-Büchner-Gymnasium, die Kastenschule und ein Teil der Albertville-Realschule haben schon ordentlich viele neue, große Bildschirme (interaktive Mediendisplays). Die anderen werden im Lauf der nächsten vier Jahre ausgestattet. Und: Alle, die bislang noch unterversorgt sind, bekommen bis dahin dicke, richtig schnelle Glasfaser-Datenleitungen, damit die ganzen Geräte vom Mediendisplay über viele Schüler-Laptops und Tablets bis zu Smartphones auch schnell und ruckelfrei laufen. In diesen Wochen wird die Stadtverwaltung Verträge mit Lieferanten abschließen.

Ein Mediendisplay kann zwischendurch fast so aussehen wie die alte Schultafel

Die Schulen brauchen die großen Displays, das sieht man am Büchner-Gymnasium, das schon versorgt ist. Sehr viel Unterricht läuft über die Bildschirme, die sich auch so einstellen lassen, dass sie plötzlich wieder aussehen wie die alte schwarze Klassenzimmertafel, auf der früher noch die Kreide quietschte, auf der sich heute aber auch Diagramme, Bilder, Statistiken aufrufen und gestalten lassen.

So einfach wie mit privaten PCs läuft es mit Schulgeräten nicht

Wenn der Normalmensch eine stärkere Datenleitung braucht, ruft er bei seinem Internet-Provider an und verhandelt. Vielleicht zahlt er ein paar Euro mehr im Monat und hat, wenn er einigermaßen günstig wohnt, schnell mal die doppelte Datenmenge pro Sekunde in seinem Rechner. Braucht der Normalmensch einen größeren, besseren PC oder einen zweiten Bildschirm, fährt er in einen Computermarkt und kriegt für einige Hundert Euro, was er braucht. Sofort.

Eine Lernmittelfirma aus Nürnberg wird die Displays liefern

Diesen Sofortismus gibt’s bei Schulen nicht. Deren Bildschirme sind ganz andere Kaliber, können viel mehr als die Normalos zu Hause am PC, sind viel größer und brauchen passende Datenleitungen und Anschlüsse. Sie sind keine Massenprodukte. Aber wenn eine Stadt wie Winnenden für alle ihre Schulen Displays bestellt, dann kommen eben doch 182 Stück zusammen. Und die kosten eben dann auch insgesamt knapp 1,2 Millionen Euro. Die zahlt man nicht schnell mit der EC-Karte. Da wird ausgeschrieben, werden Preise verglichen, Lieferantenleistungen angeschaut und darauf geachtet, dass Zubehör, Montage, Schulungen und Vor-Ort-Service mit drin sind im Preis. Den Lieferanten für die Bildschirme hatte die Stadt an den Pilotschulen (Büchner-Gymnasium, Kastenschule und Albertville-Schule) getestet und für gut befunden. Nun darf dieser Lieferant, eine Lehrmittelfirma aus Nürnberg, die 182 Stück liefern.

Stadt und Staat übernehmen nicht die kompletten Kosten der neuen Kabel

Die leistungsfähigen Internetkabel dazu darf eine der Netzbetreiberfirmen liefern. Welche, steht noch nicht endgültig fest, denn die Stadt vergibt den Auftrag fürs Kabelverlegen nicht einfach selbst, so wie es beim Rathaus der Fall war. Dieses Mal bestellt sie dicke Leitungen für die meisten Schulen und für das Schlossklinikum und das Rems-Murr-Klinikum auf einen Schlag und will von vorneherein nicht die ganzen Kosten alleine tragen. Die Netzbetreiber sollen selbst einen Anteil übernehmen. Den Differenzbetrag übernimmt die Stadt, und dieser Betrag ist das wichtigste Kriterium für die Auftragsvergabe. (Für Fachleute: Es geht um die „Wirtschaftlichkeitslücke“. Die Telekommunikationsunternehmen berechnen sie über die Barwerte der voraussichtlich anfallenden Kosten und Einnahmen.) Einfach ausgedrückt: Wer niedrige Verlegekosten hat und zugleich mit hohen Gebühren und Netznutzungseinnahmen rechnen kann, der kommt eher zum Zug. Andere Kriterien zählen auch noch.

Leistungsfähige Leitungen müssen bis 30. September 2023 da sein

Die Gemeinderäte haben angesichts der komplizierten und zeitaufwendigen Berechnung die Entscheidung über den Auftragnehmer der Verwaltung überlassen, die sie in den nächsten Wochen fällen wird. Wichtig ist nur: Bis zum 30. September 2023 muss die beauftragte Firma alle Anschlüsse gemacht haben. Wer nicht innerhalb dieser Zeit den Auftrag erledigen kann, bekommt ihn nicht. Für die Displays wie für die Leitungen bekommt die Stadt hohe Zuschüsse. Bei den Leitungen bezahlt sie nur zehn Prozent der insgesamt ungefähr 1,3 Millionen Euro teuren Ausgabe. 50 Prozent bezahlt die Bundesregierung, 40 Prozent die Landesregierung. Die Displays werden durch den Digitalpakt gefördert. Die Stadt rechnet damit, dass sie 80 Prozent der förderfähigen Kosten von Bund und Land bekommt.

Wie fit sind die Winnender Schulen in Sachen Computer, Internet und Großbildschirme? Es geht so. Vieles läuft schon, einzelne Schulen wie das Georg-Büchner-Gymnasium, die Kastenschule und ein Teil der Albertville-Realschule haben schon ordentlich viele neue, große Bildschirme (interaktive Mediendisplays). Die anderen werden im Lauf der nächsten vier Jahre ausgestattet. Und: Alle, die bislang noch unterversorgt sind, bekommen bis dahin dicke, richtig schnelle Glasfaser-Datenleitungen, damit

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