Winnenden

Händler haben mit dem Lockdown gerechnet  - nur nicht so früh

Lockdown
Melanie Müller schaut, dass das Schaufenster gut aussieht vor dem Lockdown. © ALEXANDRA PALMIZI

Kein Gedränge. Keine Warteschlangen – außer bei der Postagentur –, aber viele Konsumenten waren doch unterwegs am Montagvormittag in der Winnender Innenstadt. Immerhin sind Montag und Dienstag die letzten beiden Einkaufstage vor dem Lockdown. Ab Mittwoch werden alle Bekleidungs-, Schuh-, Haushaltswaren- und Elektro-Geschäfte geschlossen haben. Die klassischen Weihnachtsgeschenke sind dann nicht mehr zu haben. Eigentlich hätte man einen großen Andrang und eine gewisse Torschlusspanik erwarten können. Aber Politiker hatten am Sonntag dazu aufgerufen, nicht die Innenstädte zu stürmen – vielleicht blieb es deshalb bei einem gut über den Tag verteilten ruhig fließenden Kundenstrom in Winnenden.

Ein Fotohändler: "Endlich ist das ewige Hin und Her vorbei"

„Wenigstens haben wir Montag und Dienstag“, sagt Melanie Müller, Mitinhaberin der Damenboutique Domenica. Als am Wochenende langsam klar wurde, dass die Schließung auf sie zukommt, war sie überrascht und geschockt, dass den Geschäften jetzt auch die Tage vor Weihnachten genommen werden. Aber sie sagt auch: „Es muss vermutlich so sein, wenn wir die Pandemie wieder unter Kontrolle bringen wollen.“ Peter Kübler von Foto-Heincke hält die Schließung für unausweichlich: „Meiner Ansicht nach hätte sie viel früher kommen müssen.“ Vollkommen gelassen nimmt er sie hin: „Ich freue mich, dass ich ab Mittwoch zuhabe, und genieße zusammen mit meiner Frau die Ruhe vor Weihnachten. Endlich ist das ewige Hin und Her vorbei.“

Ein Schuhhändler: Betriebswirtschaftlich ist das sehr heftig"

„Es war uns klar, dass ein Lockdown kommen musste“, sagt Verlaufsleiter Ralph Boleslawsky vom Schuhladen Grotz in der Max-Eyth-Straße. „Gehofft hatten wir, dass er vielleicht erst zum 28. Dezember kommt, dass wir noch bis Heiligabend hätten verkaufen können, aber wer in den letzten Wochen die Nachrichten verfolgte, musste erkennen, dass größere Schließungen nötig wurden.“ So klar die Ladenschließung vielleicht absehbar war, muss Boleslawsky doch sagen: „Für uns ist das erneut eine Katastrophe. Betriebswirtschaftlich ist das sehr heftig.“ Der Montag war aus Sicht des Schuhhändlers ein guter Tag im Handel. Viele Kunden kamen zum Einkaufen, aber der Laden war nicht überfüllt und es musste auch niemand draußen warten, weil die Höchstzahl überschritten worden wäre.

Bauen Einzelhändler Online-Handel auf?

Was tun? Timm Hettich, Wirtschaftsförderer und Geschäftsführer des Vereins Attraktives Winnenden, empfiehlt Händlern, Online-Angebote zu machen und Ware auf Bestellung zu liefern: „Den Kopf in den Sand zu stecken ist naheliegend, aber sicherlich nicht zielführend! Da gerade jetzt noch unzählige Kundinnen und Kunden auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken sind, ist es umso wichtiger, dass wir alternative Lösungen anbieten und die Möglichkeiten schaffen, auch weiterhin vor Ort, wenn auch auf andere Art, Weihnachtsgeschenke zu besorgen.“

Kein Gedränge. Keine Warteschlangen – außer bei der Postagentur –, aber viele Konsumenten waren doch unterwegs am Montagvormittag in der Winnender Innenstadt. Immerhin sind Montag und Dienstag die letzten beiden Einkaufstage vor dem Lockdown. Ab Mittwoch werden alle Bekleidungs-, Schuh-, Haushaltswaren- und Elektro-Geschäfte geschlossen haben. Die klassischen Weihnachtsgeschenke sind dann nicht mehr zu haben. Eigentlich hätte man einen großen Andrang und eine gewisse Torschlusspanik erwarten

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