Winnenden

Hakenkreuz-Schmierereien in und um Winnenden: Waren’s Nazis oder Kinder?

Graffiti Sprayen Sprayer Spraydose Symbol Symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Hakenkreuze überall? So weit ist es glücklicherweise noch nicht. Doch die Verschandelung des öffentlichen Raums mit dem Nazi-Symbol kommt immer wieder vor – und scheint sich aktuell zu häufen. Am Dienstag berichtete die Polizei nach einer Anfrage unserer Redaktion von Fällen in Bürg, wo das Hakenkreuz unter anderem an Schildern und einem Müllcontainer angebracht worden war. An diesem Mittwoch (14.9.) schob sie bereits die nächste Meldung nach: Auch unter zwei Brücken in Winnenden, im sogenannten Nonnengässle beim ZfP, seien bereits vergangenen Freitag Hakenkreuze entdeckt worden.

Zuletzt Ende August gab’s derartige Schmierereien zudem in Korb, Weinstadt, Schwaikheim und Rommelshausen. Hängen die Fälle irgendwie zusammen? Nehmen sie zu? Wer könnte dahinterstecken? Nachgehakt bei der Polizei.

Politisch rechts motivierte Straftaten werden in der Region tendenziell weniger

Pressesprecher Robert Kauer vom Polizeipräsidium Aalen hat schon vor der neuesten Meldung über Hakenkreuze in Winnenden leichte Entwarnung gegeben. Weder handle es sich bei den Schmierereien in Bürg und den umliegenden Städten und Gemeinden um konzertierte Aktionen größerer Gruppen – „von einem Zusammenhang ist aufgrund der unterschiedlichen Begehungsweise der einzelnen Fälle nicht auszugehen“ – noch nehme die politisch motivierte Kriminalität von rechts im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums zu. In diese Kategorie, die polizeiintern abgekürzt wird mit „PMK rechts“, fällt zum Beispiel der Vandalismus mit rechten Parolen oder Symbolen.

„Im Gegenteil“, schreibt Robert Kauer, „die Zahlen sind in den letzten Jahren rückläufig, diese Tendenz setzt sich im aktuellen Jahr 2022 bislang ebenfalls fort.“

Aufklärungsquote bei circa einem Drittel

Im Fall der Hakenkreuz-Schmierereien in Winnenden, aber auch in Korb, Weinstadt, Schwaikheim und Rommelshausen, seien noch keine Tatverdächtigen ermittelt worden, es seien auch noch keine Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen, so Kauer. Ob sich daran noch etwas ändern wird? „Die Aufklärungsquote im Bereich der PMK-Delikte lag in den letzten beiden Jahren bei 33,4 bzw. 34,1 Prozent“, teilt der Polizeisprecher mit.

Hinter den Nazi-Symbolen müssen natürlich nicht gleich gefährliche Rechtsradikale stecken. „Der letzte ähnlich gelagerte Fall, der geklärt werden konnte, hat sich am 12. Juli in Murrhardt zugetragen“, berichtet Robert Kauer, „hier konnten drei Kinder im Alter von 12 und 13 Jahren als Tatverdächtige ermittelt werden.“

Sie hatten auf einem Spielplatz nicht nur Hakenkreuze und ausländerfeindliche Parolen, sondern auch Hammer und Sichel mit Sprühfarbe hinterlassen.

Es besteht Grund zur Hoffnung, dass der Geschichtsunterricht in diesen Fällen noch zur Aufklärung und Einsicht beiträgt. Und vielleicht handelt es sich ja auch bei den Hakenkreuzen in Bürg nur um plumpe Provokationen. Hinzunehmen sind sie in keinem Fall – wir sprechen dabei immerhin auch von Straftaten nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuchs: „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen“.

Die Polizei bittet um Zeugenhinweise

Die Polizei ermittelt. Zeugenhinweise zu den jüngsten Schmierereien in Winnenden und Bürg nimmt das Polizeirevier Winnenden nach wie vor unter07195/69 40 entgegen.

Hakenkreuze überall? So weit ist es glücklicherweise noch nicht. Doch die Verschandelung des öffentlichen Raums mit dem Nazi-Symbol kommt immer wieder vor – und scheint sich aktuell zu häufen. Am Dienstag berichtete die Polizei nach einer Anfrage unserer Redaktion von Fällen in Bürg, wo das Hakenkreuz unter anderem an Schildern und einem Müllcontainer angebracht worden war. An diesem Mittwoch (14.9.) schob sie bereits die nächste Meldung nach: Auch unter zwei Brücken in Winnenden, im

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper