Winnenden

Hartmut Holzwarth: Der Konfliktbewältiger

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Blick ins Publikum in der Hermann-Schwab-Halle. © Büttner/ZVW
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Berglen habe andere Möglichkeiten als Winnenden, Baugebiete zu entwickeln, meinte Kandidat Hartmut Holzwarth.

Winnenden. Hartmut Holzwarth hat die durchgestandenen Konflikte seiner achtjährigen Amtszeit nicht ausgespart in seiner großen Wahlrede bei der offziellen, städtischen Kandidatenvorstellung zur Oberbürgermeisterwahl, die am Mittwoch in der von rund 50 Personen besuchten Hermann-Schwab-Halle-stattfand.

Sein Hauptthema war erwartungsgemäß die Gemeinschaft in Winnenden: „Eine Stadt ist nur als Gemeinschaft stark, und der Oberbürgermeister muss dies erkennen und danach handeln.“ Der CDU-Oberbürgermeister erinnerte an die 70-Jahr-Feier der Freien Wähler unlängst im Ratssaal: „Da konnte man die Gemeinsamkeit fast greifen.“

Holzwarth, der vor acht Jahren mit 72,9 Prozent der Stimmen bei insgesamt drei Kandidaten gewählt worden war, sagte: „Das deutliche Ergebnis von 2010 hat mich getragen.“ Seine Frau, seine Kinder und er seien in Winnenden heimisch geworden. Eine Tochter kam vor sechs Jahren hinzu: „Sie ist quasi unser eigenes Winnender Mädle.“

Die schwierigen Themen Windkraft, Boehringer-Schule, Brunnenfigur

Holzwarth zählte wichtige Projekte seiner Amtszeit auf und kam dann auf die größten Konflikte zu sprechen: „Wir konnten schwierige Themen bewältigen.“ Den Streit um die Brunnenfigur nannte er, den um die Windkraft und auch den Konflikt um die Robert-Boehringer-Gemeinschaftsschule. Dass der Gemeinderat und er den Schulneubau aufgegeben haben, weil die 22 Millionen Euro Kosten nicht zu verkraften gewesen wären, sagte er und bekannte auch: „Wir haben damit die Boehringer-Schulgemeinschaft bitter enttäuscht.“ Aber er schätzt die Lage so ein, dass der Konflikt jetzt bewältigt sei. Zu diesem strittigen Punkt kam am Mittwoch aus dem Publikum jedenfalls keinerlei weitere Anmerkung.

An seine Anfänge als Oberbürgermeister in Winnenden erinnerte Holzwarth auch beim Thema Arbeitsplätze. Kärcher habe seit 2010 rund 700 neue Arbeitsplätze in Winnenden und Schwaikheim geschaffen. Das Kreisklinikum kam nach Winnenden. Holzwarth meint dazu: „Wir sind seither größter medizinischer Standort östlich von Stuttgart. Da kommt nichts Größeres mehr bis zur Landesgrenze.“ Holzwarth weiß, dass dies alles nicht seine Verdienste sind. Er sagt nur, wie gut es Winnenden geht, und wie er die Entwicklungen beobachtet und begleitet:

„Als ich vor acht Jahren kandidierte, erreichte mich eine Nachricht von AEG, dass die Firma 400 Arbeitsplätze in den Osten verlagern wird.“ Er hielt Kontakt zur Nachfolgefirma TTI und berichtete am Mittwoch: „Heute hat TTI wieder 150 Arbeitsplätze in Winnenden.“ Auch kleinere Firmen wuchsen. Insgesamt, so Holzwarth, sei die Zahl der Arbeitsplätze während der letzten acht Jahre von 10 000 auf 12 500 angestiegen. Mit ihnen steigt auch die Bevölkerungszahl: 28 400 Einwohner habe Winnenden zurzeit, 27 400 hatte es, als Holzwarth Oberbürgermeister wurde.

Diethard Fohr fragt: Könnte Winnenden von Berglen lernen?

Die vielen Einwohner werden Wohnungen brauchen. Bürger Diethard Fohr fragte nach Baugebieten und meinte: „Adelsbach I ist nicht gerade das schnellste Projekt. Könnte Winnenden etwas von einem kleinen Bergdorf in der Nähe lernen?“ Holzwarth wusste sofort, dass Berglen gemeint ist und was Bürgermeister Friedrich anders macht. Dort kauft die Gemeinde die Grundstücke. In Winnenden bleiben sie in Privatbesitz und werden umgelegt.

Holzwarth sagt, das sei in Winnenden nicht möglich, weil die Grundbesitzer es nicht mitmachen. Die wollen Umlegung. Und sie wollen um die Preise verhandeln. Meinrad Frisch-Zeitler sprach leerstehende Wohnungen in der Innenstadt an. Auch Holzwarth sieht dort noch Möglichkeiten, Wohnraum besser zu nutzen. Aber es gehe nur, wenn die Hausbesitzer und Bewohner mitmachen.

OB-Wahl

Die Oberbürgermeisterwahl in Winnenden ist am Sonntag, 21. Januar. Wahlbenachrichtigungen sind verschickt.

Einziger Kandidat ist Amtsinhaber Hartmut Holzwarth.

Die nächste große Vorwahl-Veranstaltung ist das Wahlgespräch der Winnender Zeitung am Montag, 15. Januar, um 19.30 Uhr in der Hermann-Schwab-Halle.