Winnenden

Hier soll günstiger Wohnraum entstehen

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Baugrundstück in der Höfener Ortsmitte: Weil die Stadt auf Einnahmen verzichtet, entsteht hier günstiger Wohnraum. © ZVW/Gabriel Habermann

Winnenden.
Neubaugebiete entstehen. Wohnungen in schicken Mehrfamilienhäusern werden verkauft. Was aber fehlt, sind günstige Mietwohnungen, ein Dach überm Kopf für Leute, die wenig bezahlen können. Ziemlich sicher wird so etwas in der Höfener Ortsmitte gebaut werden. Einfach ist das nicht. Es müssen einige verzichten und rechnen und nochmals rechnen, damit eine erträgliche Miete herauskommt.

Der Bauplatz in Höfens Ortsmitte war vor fünf Jahren noch bebaut mit alten Häusern. Die Stadt kaufte sie ab, um die Ortsmitte neu zu gestalten, um die Gehwege ausbauen zu können. Sie ließ die alten Häuser abreißen. Die Stadtgärtner säten eine naturnahe Blühmischung mit Margeriten aus und der Korbmacher Ivan nutzt einen Teil als Ausstellungsplatz für seine Weidenkörbe, was eine Ecke des Platzes ganz beschaulich macht. Aber die Restfläche ist zumindest im Winter eine Kahlstelle im Ortszentrum.

Auf dem freien Markt findet die Stadt keinen Käufer für das Areal

Im letzten Jahr wollte die Stadt das 1400 Quadratmeter große Grundstück an den meistbietenden Bauträger verkaufen, wenn der bestimmte Vorgaben einhält und wenn dort einige günstige Wohnungen untergebracht würden, für die die Stadt das Belegungsrecht hätte. Ralf Köder von der städtischen Immobilienverwaltung bot das Grundstück an, aber es meldete sich kein Bieter, der auf die Bedingungen der Stadt eingegangen wäre und der auch einen für Höfen üblichen Grundstückspreis bezahlt hätte. Die Stadt blieb auf ihrem großen Grundstück sitzen, und die Ausschreibung war abgeschlossen.

Erst später meldete sich ein Investor, der sagte: Er würde nicht kaufen, aber er würde im Erbbaurecht das Grundstück für viele Jahrzehnte anmieten und bebauen. Den zunächst verlangten Grundstückspreis wollte er nicht bezahlen. Köder sprach noch mit einem weiteren Bauträger, der auch seine Bedingungen nannte, und er überlegte, ob die städtische Wohnungsbaufirma Stadtbau das Grundstück übernehmen und bebauen könnte.

Mit allen dreien verhandelte Köder und legte vor kurzem drei Verhandlungsergebnisse vor. Den Gemeinderäten und Köder selbst auch gefiel das Angebot der Kreisbau am besten. Die Firma des Landkreises baut gerade an vielen Stellen im Kreis bezahlbare Mietwohnungen, meist unter der Bedingung, dass ihr das Grundstück zu günstigen Konditionen überlassen wird.

16 Mietwohnungen mit Belegungsrecht der Stadt

In der Höfener Ortsmitte baut sie 16 Mietwohnungen, die alle von der Stadt in Absprache mit der Kreisbau vergeben werden. Die Stadt muss für 50 Jahre das Grundstück an die Kreisbau geben, ohne etwas dafür zu bekommen (Erbbaurecht). Aber danach bekommt die Stadt die Fläche und die Häuser darauf zurück. Für die Häuser braucht die Stadt nichts zu bezahlen, aber sie muss eine Ausfallbürgschaft übernehmen über 80 Prozent der Investitionssumme. Den großen Vorteil haben dann aber die künftigen Mieter: Die Stadt bekommt die Wohnungen zu einem Mietpreis, der um 33 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt, und die ist zurzeit bei 10 bis 12 Euro. 33 Prozent Rabatt darauf sind heute schon supergünstig, erst recht für eine Neubauwohnung. Die Gemeinderäte haben dieses Projekt einstimmig beschlossen.

Stadtrat Hans Ilg (FWV) meinte: „Der Vorteil ist, dass wir als Stadt 30 Jahre Belegungsrecht haben. Nach 50 Jahren können wir die Gebäude verkaufen oder selbst weiterbetreiben. Die Kreisbau ist ein seriöser Partner. Das können wir machen.“

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Neubaugebiete entstehen. Wohnungen in schicken Mehrfamilienhäusern werden verkauft. Was aber fehlt, sind günstige Mietwohnungen, ein Dach überm Kopf für Leute, die wenig bezahlen können. Ziemlich sicher wird so etwas in der Höfener Ortsmitte gebaut werden. Einfach ist das nicht. Es müssen einige verzichten und rechnen und nochmals rechnen, damit eine erträgliche Miete herauskommt.

Der Bauplatz in Höfens Ortsmitte war vor fünf Jahren noch bebaut mit

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