Winnenden

Hochwasserschutz, Mikroplastik: Wie umweltverträglich wird der neue Kunstrasenplatz in Hertmannsweiler?

Kunstrasenplatz
Trainingsplatz in Hertmannsweiler:  An dieser Stelle wird der Kunstrasenplatz angelegt, links wird die Zuschauertribüne stehen. © ALEXANDRA PALMIZI

Der SV Hertmannsweiler bekommt einen neuen Kunstrasen-Sportplatz, was überhaupt nicht selbstverständlich ist, weil der Platz erstens teuer ist (er kostet 1,36 Millionen Euro) und weil er zweitens so gebaut werden muss, dass er zwei absehbare Umweltprobleme berücksichtigt: die Mikroplastikgefahr und das Hochwasserrisiko. Wie schafft es die Stadt, mit diesen drei Schwierigkeiten umzugehen?

Das eklatanteste Problem ist das Mikroplastik. In den letzten Jahren kam die Diskussion über die kleinen umweltschädlichen Teilchen im Wasser auf. In Kunstrasenplätzen wurde bisher das sogenannte „Gummigranulat“, das in Wahrheit ein Kunststoffgranulat war, immer wieder nachgefüllt, woran ALi-Stadtrat Christoph Mohr im Gemeinderat noch einmal erinnerte. Ein Teil des Granulats verschwand regelmäßig, aber nicht spurlos. Es wurde ausgeschwemmt und über Bäche und Flüsse ins Meer geschwemmt. Eine Sauerei.

Plastik unterm Kunstgras ist überhaupt nicht mehr erlaubt

Die Europäische Union verbot im letzten Jahr die Kunstrasenplätze mit Kunststoffgranulat. Nach wenigen Monaten fanden die Hersteller einen umweltverträglichen Ersatz: Quarzsand, ein Produkt aus der Erde, also aus der Natur. Mit diesem Quarzsand wird der künftige Hertmannsweilermer Kunstrasenplatz ausgestattet. „Wie ist dann der neue Belag?“, fragte FWV-Stadträtin Ingrid Hecht-Hatzis. Bauamtsleiter Klaus Hägele sieht keine Umweltprobleme und sicherte zu: „Wir werden solche Sportplätze in der Region besichtigen.“

Der Platz ist geplant im aktuellen Überschwemmungsgebiet

Das Hochwasserproblem ist nicht so offensichtlich, aber Klaus Hägele hat es gleich bei der Planung beachtet. Der neue Sportplatz liegt unterhalb des jetzigen und direkt am Hertmannsweiler Bach. Ein Teil der Sportplatzfläche ist zurzeit eine natürliche Überschwemmungsfläche, die bei einem hundertjährlichen Hochwasser ausgefüllt wird mit Wasser. Solche Flächen dürfen nur aufgefüllt werden, wenn in der Nähe Ersatz geschaffen wird. Das macht die Stadt, wie Hägele erklärte. Sie wird neben dem Sportplatz eine Mulde für eventuelle Hochwasser ausgraben, womit dieses Hochwasserproblem berücksichtigt ist.

Eine stolze Summe für einen Fußballplatz

Was ist mit den Kosten von 1,36 Millionen Euro? „Das ist eine stolze Stumme“, meinte FWV-Stadtrat Hans Ilg in der Gemeinderatssitzung vom Dienstag letzter Woche. Aber er sieht eben auch, dass der Stadtverband für Sport die Prioritäten für Kunstrasenplätze festgelegt hat und Hertmannsweiler an die erste Stelle gesetzt hat. Dem schlossen sich die Gemeinderäte an und so wurde der Bau des Kunstrasenplatzes im Jahr 2022 einstimmig genehmigt. Ein Zuschuss vom Land in Höhe von 120 000 Euro sei zu erwarten, so Bauamtsleiter Hägele.

Das Spielfeld wird 90 mal 55 Meter groß und reicht damit für Fußballspiele in der Verbandsliga. Für 300 Zuschauer wird eine Stehstufenanlage auf einer Seite des Spielfelds gebaut. Eine Flutlichtanlage mit sechs Masten und zwölf LED-Scheinwerfern lässt auch Abendspiele zu. Viele Mitglieder des SV Hertmannsweiler saßen in der Sitzung, und der Vorsitzende Josip Ljubas bedankte sich gleich am Abend beim Gemeinderat für die Entscheidung.

Sportverein baut sein Vereinsheim mit Pizzeria um

Der SV Hertmannsweiler baut jetzt auch sein Vereinsheim im Sportgelände um. Das Heim gehörte bislang der Stadt, die es dem Verein aber mit allen Pflichten und allem Sanierungsbedarf überlässt. Der Verein hat vor, in den Vereinsteil des Heims über 800 000 Euro zu investieren, in die Wirtschaft über 170 000 Euro und in eine neue Pächterwohnung 246 000 Euro. Für den Vereinsteil bekommt er von der Stadt einen Zuschuss von 400 000 Euro. Außerdem übernimmt die Stadt Ausfallbürgschaften für Bauschulden des Vereins. Dies alles beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Der SV Hertmannsweiler bekommt einen neuen Kunstrasen-Sportplatz, was überhaupt nicht selbstverständlich ist, weil der Platz erstens teuer ist (er kostet 1,36 Millionen Euro) und weil er zweitens so gebaut werden muss, dass er zwei absehbare Umweltprobleme berücksichtigt: die Mikroplastikgefahr und das Hochwasserrisiko. Wie schafft es die Stadt, mit diesen drei Schwierigkeiten umzugehen?

Das eklatanteste Problem ist das Mikroplastik. In den letzten Jahren kam die Diskussion über die

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