Winnenden

Im Schlosspark in Winnenden entsteht ein neues Psychiatrie-Gebäude des ZfP

Maßregelvollzug
Die Stationen in Haus E sollen in den kommenden Jahren in ein neues Gebäude im Schlosspark ziehen: Haus M. © Alexandra Palmizi

Das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) im Klinikum Schloss Winnenden ist zuletzt wegen Polizeieinsätzen nach tätlichen Angriffen und den Plänen für einen Maßregelvollzug in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit geraten. Woran sich die Winnender Bürger gewöhnen müssen, die gerne im Schlosspark spazieren gehen: Entlang der Albertviller Straße wird in den kommenden zwei bis drei Jahren ein großer Neubau mit zwei Stationen entstehen. Ein entsprechender Bauantrag soll bald eingereicht werden.

Haus M gilt als Ersatzbau für Haus E der Psychiatrie

Wie der Leiter des Stadtentwicklungsamts Markus Schlecht in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte, plant das ZfP den Bau von „Haus M“ schon seit mehreren Jahren. „Das ZfP braucht diesen Neubau, weil in offenen Sektorenstationen Tagesklinik und psychiatrische Institutsambulanz in einem modernen Baukörper umgesetzt werden können“, so Schlecht. Es geht bei dem Bauprojekt also auch um eine Modernisierung der Therapie. Das Haus M gilt als Ersatzbau für das in die Jahre gekommene Haus E, auf dessen Grundstück am Rand des ZfP-Areals ein Maßregelvollzug errichtet werden könnte.

Aktuell befinden sich dort, wo der dreigeschossige Neubau entstehen soll, beim frontalen Blick aufs Schloss zur rechten Hand gelegen, eine Wiese und Bäume. Der Entwurf der HSP Hoppe Sommer Planungs-GmbH, die im vergangenen Jahr einen entsprechenden Wettbewerb für sich entschieden hat, sieht eine Umsetzung in Holzbauweise vor. Ein Foyer im Erdgeschoss öffnet sich zu einem Innenhof. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die offenen Sektorenstationen. „Aufgrund der Kompaktheit der Arbeit ist eine wirtschaftliche Umsetzung zu erwarten“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung.

Stadtplaner Markus Schlecht sagte in der jüngsten Sitzung zum Zeitplan: „Die Bauherrin möchte so schnell wie möglich den Bauantrag einreichen. Dann haben wir einen Genehmigungslauf von mehreren Monaten.“ Es herrsche ein gewisser zeitlicher Druck. „Wir werden als Baurechtsbehörde schauen, dass wir eine zügige Baugenehmigung haben.“ ZfP-Geschäftsführerin Annett Rose-Losert rechnet mit einer Planungs- und Bauzeit von mindestens zweieinhalb Jahren.

Die Stadträte äußerten sich bei der Vorstellung der Planung durchweg positiv. Haus M sei „städtebaulich sehr gelungen, passt rein“, sagte etwa Andreas Herfurth (SPD), zudem bleibe der Park „mehr oder weniger“ erhalten. Die Kernkompetenz des ZfP werde „gestärkt und auf moderne Füße gestellt“.

Offene Stationen: Wie steht es da um die Sicherheit?

Wie in den neuen, offenen Stationen, in die ja Menschen „mit akuten psychischen Problemen“ kämen, für die Sicherheit gesorgt sei, wollte Martin Oßwald-Parlow (ALi) wissen. Das Ziel sei ja, weniger in geschlossenen Stationen zu therapieren. Die ärztliche Direktorin Marianne Klein stellte klar: „Offene Sektorenstation heißt nicht, dass wir ohne einen Schutz der Patienten oder des Umfelds therapieren können.“

Einzelne Zimmer würden mit Überwachungsmöglichkeiten ausgestattet und ließen sich schließen, es werde im Bedarfsfall mehrere Hürden geben, „die den Weg nach draußen komplizierter machen“. Wichtig sei aber natürlich auch ausreichend Personal, das über gute Deeskalationstechniken verfüge: „Aber man kommt nicht ganz ohne Zwangsmaßnahmen zurecht.“

Das Bauvorhaben wird zu gegebener Zeit im Technischen Ausschuss des Gemeinderats erneut vorgestellt, „da wird über Art und Maß der baulichen Nutzung gesprochen werden und die Stadt Winnenden hat ihr Einvernehmen zu erteilen“, sagte Markus Schlecht am Dienstag. Einstimmig sendete der Gemeinderat schon jetzt das Signal: Das ZfP kann die aktuelle Planung vertiefen.

Das Zentrum für Psychiatrie (ZfP) im Klinikum Schloss Winnenden ist zuletzt wegen Polizeieinsätzen nach tätlichen Angriffen und den Plänen für einen Maßregelvollzug in den Fokus einer breiteren Öffentlichkeit geraten. Woran sich die Winnender Bürger gewöhnen müssen, die gerne im Schlosspark spazieren gehen: Entlang der Albertviller Straße wird in den kommenden zwei bis drei Jahren ein großer Neubau mit zwei Stationen entstehen. Ein entsprechender Bauantrag soll bald eingereicht

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