Winnenden

Impfen gegen Corona in Winnender Apotheken: Vorbereitungen laufen

ApothekeCoronaimpfung
Elke Seitz-Beller in der Apotheke am Rathaus. © Gaby Schneider

Wer sich den Piks gegen das Coronavirus holen möchte, kann das schon bald in der Apotheke der Wahl tun. Durch eine neue Verordnung dürfen nun auch Apotheker impfen. Direkt loslegen können sie allerdings nicht, wie Elke Seitz-Beller von der Apotheke am Rathaus erklärt. „Man hört meistens nur, dass wir ab sofort impfen dürfen. Zuerst müssen allerdings noch einige Unklarheiten beseitigt werden. Man könnte sagen, dass die Vorbereitungen fürs Impfen in den Apotheken jetzt gerade anlaufen“, erzählt sie. Die Apothekerin berichtet, dass beispielsweise noch ein Meldeprogramm fehlt, mit welchem die Zahl der täglichen Impfungen übermittelt werden kann. „Einzelheiten zur Impfstoffbestellung haben wir auch noch nicht bekommen“, zählt Seitz-Beller einen weiteren Punkt auf. Die Apothekerin ist allerdings zuversichtlich, dass auch dies bald geklärt ist. „Ich weiß, dass im Hintergrund wie wild daran geschafft wird.“

Am Ende der Schulung steht Prüfung an

Die Apothekerin hat sich für die Fortbildungen angemeldet, die nötig sind, damit sie auch gegen das Virus impfen darf. „Ich finde es super, dass wir uns schulen lassen dürfen“, freut sie sich. Die Fortbildungen bestehen aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. „Am Ende müssen wir auch eine Prüfung ablegen“, erklärt die Apothekerin. Der praktische Teil steht für Seitz-Beller Ende Januar an, vorher darf sie also noch gar nicht impfen. „Ich habe allerdings auch das Gefühl, dass das momentan gar nicht nötig ist“, sagt sie. An den Impfstoffbestellungen von Arztpraxen sieht sie, dass auch dort die Zahl der benötigten Dosen zurückgeht. „Das liegt daran, dass inzwischen flächendeckend geimpft wird. Das sieht man auch in Winnenden. Jetzt am Wochenende wurde im Rathaus geimpft, die Kirchengemeinden bieten Aktionen an und es gibt den Impfstützpunkt“, zählt Seitz-Beller auf. Weshalb lässt sie sich dann überhaupt schulen? „Ich will vorbereitet sein, wenn die Nachfrage wieder steigt. Zum Beispiel dann, wenn eine vierte Impfung nötig wird“, antwortet sie. Auch ist es möglich, dass es in Zukunft eine Virusvariante mit einer höheren Sterblichkeitsrate gibt. „Dann muss die Infrastruktur zum Impfen da sein, denn es wird wieder einen Andrang geben. Deshalb ist es gut, dass wir uns jetzt vorbereiten und für die Impfungen breit aufgestellt sind.“ Sie hat festgestellt, dass viele Apotheker sich für die Schulungen angemeldet haben. „In Stuttgart sind die Termine momentan ausgebucht.“

Elke Seitz-Beller kann sich vorstellen, dass sie in ihrer Apotheke Mittwoch- oder Samstagnachmittags impft, wenn eigentlich geschlossen ist. „Zusätzlich zu unserem Alltagsgeschäft ist es nicht zu bewältigen. Ich wäre allerdings bereit, die Aktionen zusätzlich anzubieten.“

Sind die Räume fürs Impfen geeignet?

Ähnlich sieht das auch Tilman Hecht. Er betreibt die Leutenbacher Brunnen-Apotheke und die Apotheke Schelmenholz, sitzt außerdem für die Region Rems-Murr im Beirat des Landesapothekerverbands. „Wir sind momentan sehr eingespannt, müssen einiges abdecken. Zum Beispiel stellen wir die Impfzertifikate aus oder kümmern uns um die Impfstoffverteilung an die Ärzte“, erzählt er am Telefon. „Ich begrüße das Impfen in Apotheken, aber ich könnte dafür momentan niemanden entbehren“, sagt Hecht. Außerdem müsse der Apotheker auch impfen wollen. „Das ist auch eine Hürde. Meinen Erfahrungen nach, sind die jüngeren Kollegen dafür eher aufgeschlossen.“ Neben dem Personal sieht Tilman Hecht auch noch einige Fragezeichen, was die Räumlichkeiten zum Impfen angeht. „Eine Apotheke ist für so etwas eigentlich nicht gemacht“, meint er. Man müsse nachrüsten. „Beispielsweise muss eine Liege da sein. Aber auch das Thema Notfallmanagement ist wichtig, sollte es zu Impfreaktionen kommen.“

Wer sich den Piks gegen das Coronavirus holen möchte, kann das schon bald in der Apotheke der Wahl tun. Durch eine neue Verordnung dürfen nun auch Apotheker impfen. Direkt loslegen können sie allerdings nicht, wie Elke Seitz-Beller von der Apotheke am Rathaus erklärt. „Man hört meistens nur, dass wir ab sofort impfen dürfen. Zuerst müssen allerdings noch einige Unklarheiten beseitigt werden. Man könnte sagen, dass die Vorbereitungen fürs Impfen in den Apotheken jetzt gerade anlaufen“,

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