Winnenden

Investoren präsentieren drei Entwürfe für den Kronenplatz

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Voller Zuhörer war der Sitzungssaal des Rathauses am Mittwochabend, als drei Bauträger ihre Vorschläge für ein Wohn- und Geschäftshaus auf dem Kronenplatz vorstellten. © Büttner / ZVW
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Vorschlag von Strabag, Köln.
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Vorschlag von Ebner-Bürkle, Fellbach.
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Vorschlag von Pfleiderer, Winnenden.

Winnenden. Die Stadt verkauft fast den ganzen Kronenplatz bis zur Kasten-Schule und bis zum Elektro-Heymann. Wer das Grundstück bekommt und was er darauf bauen soll, das entscheidet der Gemeinderat in den nächsten Wochen. Über 100 Bürger haben sich am Mittwochabend im Sitzungssaal des Rathauses die Entwürfe von drei Investoren vorstellen lassen.

Die Bürger wissen jetzt, was möglich ist. Zeitungsleser erfahren über ihre Zeitung einiges zu den Vorschlägen. Wenn Bürger dann einen Favoriten haben, können sie indirekt Einfluss nehmen, können Gemeinderäte ansprechen und versuchen, sie von ihrem Favoriten zu überzeugen. „Ärmelzupf-Demokratie“ nennt OB Hartmut Holzwarth das. Was am Ende dabei herauskommt, weiß zurzeit niemand. Am Mittwochabend war nicht ablesbar, welchem Entwurf die meisten Bürger folgen würden. Beifall bekamen alle drei.

Tiefgaragenzufahrt in der Bahnhofstraße wird kritisch gesehen

Erkennbar war nur, dass Bürger gerne über die Tiefgarageneinfahrt diskutieren. Soll sie an der Bahnhofstraße liegen, oder ist das zu nah am Eingang der Kastenschule und stört das vielleicht die Bushaltestelle, an der täglich 100 Busse halten? „Diese Zufahrt gefällt mir nicht. Sie führt ja direkt über den den Platz vor dem Gebäude“, meinte beispielsweise Rolf Weber über den Entwurf von Ebner-Bürkle. Die Zufahrt werde sauber abgegrenzt, versicherte Joachim Ebner. Soll die Zufahrt in der Alfred-Kärcher-Straße liegen wie im Pfleiderer-Entwurf oder stört sie dort vielleicht das Hin- und Her der Fußgänger zwischen Denn’s Biomarkt und den Läden im künftigen Gebäude? Anwohner überlegten laut, welche der Zufahrten ihnen speziell mehr Lärm bringen würde. „Ich wohne in der Schmidgallstraße. Wo fahren die LKW?“ Das steht noch nicht fest. Vielleicht über die Ringstraße in die Alfred-Kärcher-Straße, vielleicht vom Bahnhof her, vielleicht über die Schmidgallstraße.

Am Pfleiderer-Vorschlag gefallen die 60 Wohnungen

Eine Bürgerin fragte nach der Zahl der geplanten Wohnungen: 60 sind es im Pfleiderer-Vorschlag, und das gefällt ihr sehr. Andere Vorschläge enthalten weniger Wohnungen und dafür mehr Büros. Das könne man aber noch variieren, meinten Sprecher de beiden anderen Investoren. Matthias Klingler vom Geschäft Zirbenwald kritisierte am Pfleiderer-Entwurf, dass er sehr auf die Innenstadt und auf die Bahnhofstraße ausgerichtet sei und sich nicht auf die Alfred-Kärcher-Straße richte, wo schon Geschäfte liegen.

Welche Geschäfte wird es im neuen Gebäude geben? 

Am liebsten hätten einige Bürger schon gewusst, welche Geschäfte in das neue Gebäude kommen. Rolf Weber fragte gezielt danach, bekam aber nur von Klaus-Martin Pfleiderer konkretere Aussagen: Die Bäckerei Maurer würde ein Bäckerei-Café mit einem neuen Konzept aufmachen in dem Gebäude. Im Hauptgeschäft auf 1200 Quadratmetern Ladenfläche ist Pfleiderer im Gespräch mit einem großen Filialisten, den er als Frequenzbringer bezeichnet, von dem er aber keinen Namen nannte. Ganz konkret fragte Weber noch nach einer Brauereiwirtschaft. „Wir haben Brauereien angefragt“, meinte Pfleiderer, „aber wir haben noch keine Antworten bekommen. Es sind noch Flächen frei.“

Die anderen Investoren planen mehrere kleine Ladenflächen mit je 300, 200 oder 100 Quadratmetern und nannten noch keine konkreten Firmen. Außer einem: Joachim Ebner von Ebner-Bürkle möchte den vorhandenen Imbiss vom Kronenplatz (den im Beton-Häusle) im künftigen Gebäude wieder unterbringen. Er habe schon mit den Kioskbetreibern gesprochen: „Sie möchten gerne am Ort bleiben.“


Die drei Entwürfe

Jeder Bauträger hatte am Mittwochabend 15 Minuten Zeit, seinen Vorschlag zu präsentieren.

Joachim Ebner von Ebner-Bürkle aus Fellbach sieht im Projekt eine gute Chance, die Schneise der alten B 14 zu schließen. Im Erdgeschoss sieht er insgesamt 1600 Quadratmeter Ladenfläche vor. Das Gebäude, das von einem hauseigenen Architekten entworfen wurde, wird ein schwungvoller Bau, unten mit einer Natursteinmauer, oben mit großen, geschwungenen Balkonen und viel Grün, sogar größeren Bäumen auf den Balkonen.

Pfleiderer Projektbau brachte seine Partner mit: Kreisbau-Geschäftsführer Dirk Braune versicherte, dass die Kreisbau sich am Bau beteilige und dass sie hinterher die Wohnungen verwalten würde. Beteiligt ist auch die BPD, die schon beim Winnender Gerberviertel mitwirkte und die das Projekt finanziell unterfüttert. Der Entwurf kommt von dem aus Winnenden stammenden Berliner Architekten Jürgen Mayer H.

Die Kölner Firma Strabag Real Estate, die schon das Milaneo in Stuttgart gebaut hat, stellt einen sehr klaren, rechtwinkligen Entwurf vor. Sie hatte sich viele Gedanken über Wegebeziehungen gemacht und über die Verbindung zwischen Bahnhof und Stadt.