Winnenden

Jugendliche im Rausch: Schäden im Weinberg

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Winnenden. Die 1.-Mai-Feiern an den üblichen Treffpunkten, Hanweiler Sattel und Kleinheppacher Kopf, fielen überraschend friedlich aus. Doch auf Winnender Gebiet tat sich ein neuer Brennpunkt auf: Etwa 500 Jugendliche trafen sich den Tag über unterhalb des Haselsteins und beschädigten Reben, Pfosten und ein Wengerthaus.

Die Polizei wurde am Sonntag um 17 Uhr wegen einer Schlägerei an den Holzenberg gerufen, eine Gruppe drosch so auf einen 18-Jährigen ein, dass er ins Krankenhaus gebracht werden musste, auch seine gleichaltrige Begleiterin wurde geschlagen.

Am Montag mussten Beamte weitere Anzeigen gegen unbekannt aufnehmen. Im Gewann Holzenberg sind mindestens zwei Weinbergbesitzer und ein Gartenbesitzer geschädigt. Die Bilanz: 1500 Euro Sachschaden. Vor allem die Wengerter-Familie Anja und Hartmut Luckert ist vom Feiern der berauschten Jugendlichen auf dem Weg und in den Gassen zwischen den Rebstöcken betroffen. „Im unteren Viertel sind Hölzer und Triebe abgerissen, teils mutwillig, teils unabsichtlich, weil sich eben große Menschenmassen bewegt haben und Leute gegen die empfindlichen Triebe getorkelt sind“, sagt Hartmut Luckert. Zehn Meter lang ist der fragliche Abschnitt. „An manchen Stöcken sind die Ersatzruten noch da, wenn ich woanders mehr anbinde, kann ich den Ernteausfall vielleicht ausgleichen“, sagt der Wengerter – aber es kostet ihn viel Zeit und Mühe. Zusätzlich muss er neue Stützpfosten anbringen, wo sie für Lagerfeuer herausgerissen und verbrannt wurden. Ins Wengerthaus eines Nachbarn sind Unbekannte durch ein offenes Fenster gestiegen und haben die Holzverkleidung an der Decke heruntergeschlagen.

Müll und die Glasscherben haben Bauhofmitarbeiter am Montag in einer zweistündigen Putzaktion entfernt. Dank eines unbekannten Sammlers waren 200 bis 300 Pfandflaschen, die Luckert noch am Vorabend gesehen hatte, nicht mehr da. An einem Gartengrundstück sind die Zaunpfosten eingeknickt. Wer Hinweise auf die Verursacher machen kann, möge sich ans Polizeirevier unter Telefon 0 71 95/69 40 wenden.