Winnenden

Kärcher: Kompromiss für 113 Mitarbeiter

Blick auf Kärcher in Winnenden_0
Der Blick aus der Drohne auf das Werk Winnenden, das die Hochdruckreiniger-Produktion verlieren soll und das Kärcher-Testgebäude. © Frank Nipkau

Winnenden. Noch dieses Jahr soll der Umzug der Produktion gewerblicher Hochdruckreiniger vom Kärcher-Werk Winnenden ins Werk Bühlertal (Kreis Schwäbisch Hall) beginnen. Auf Nachfrage unserer Zeitung informiert die Pressestelle, dass sich Geschäftsführung und Betriebsrat nun geeinigt haben, was die betroffenen Beschäftigten erwartet.

Es wird 113 Kolleginnen und Kollegen treffen, 65 weniger, als zunächst erwartet. „Die Belegschaft ist darüber informiert, die einzelnen Mitarbeiter wissen aber noch nicht, wer betroffen ist“, sagt der Chef der Kärcher-Pressestelle, Frank Schad. Dies ergeben bestimmte Kriterien, die unter anderem auch in den vier Monate dauernden Verhandlungen zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat festgelegt wurden. Im April hatte der Betriebsrat das Ziel, dass die Arbeitsplätze nicht verlegt werden.

„Entlassen wird niemand“, betont Frank Schad. Wer im Lauf der nächsten zwei Jahre nach Bühlertal wechselt, der erhält eine Prämie und weitere Unterstützungsmaßnahmen, zum Beispiel einen kostenlosen Bustransfer und Zeitgutschriften für die längere Anreise. Der Umzug wird Schritt für Schritt erfolgen und soll Mitte 2019 abgeschlossen sein. „Die Produktion geht die ganze Zeit weiter, das wird schon anspruchsvoll“, sagt Frank Schad.

Einsparungen in Höhe von fünf Millionen Euro

Die Firmenleitung hat sich für die Konzentration der Hochdruckreinigerproduktion in Bühlertann aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, das spart fünf Millionen Euro im Jahr ein. Im Werk Winnenden ging es zudem immer enger zu, hingegen bestehen im interkommunalen Gewerbegebiet von Obersontheim, Bühlerzell und Bühlertann „optimale Platz- und Erweiterungsbedingungen zwischen unseren zwei bestehenden Werken und dem Logistikzentrum“, schildert Frank Schad. „Mit Senkung der Herstellkosten sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Produkte im internationalen Markt langfristig“, sagt Schad und betont: „Kärcher ist der letzte große Hersteller von Hochdruckreinigern, der noch in Deutschland produziert.“

Bislang schon wurden Hochdruckreiniger für den Privatgebrauch und zwei Kaltwasserlinien, darunter auch die gewerblichen Geräte, in Bühlertann produziert. „Dieses Werk stellt weltweit die größte Stückzahl für die Firma Kärcher her.“

Beschäftigungs- und Standortgarantie für die Werke Winnenden und Bühlertal

Noch etwas Wichtiges haben die langen Verhandlungen ergeben: Eine Beschäftigungs- und Standortgarantie für die Werke Winnenden und Bühlertal bis in das Jahr 2025. „Über einen solchen Zeitraum gewährt dies zurzeit wohl kaum ein zweites deutsches Industrieunternehmen seinen Mitarbeitern“, so Frank Schad.

Das Werk Winnenden werde in den nächsten Jahren zu einem Kompetenzzentrum für die Fertigung von Scheuersaugmaschinen ausgebaut. „Dank des gewonnenen Platzes kann die Produktion dieser Bodenreinigungsgeräte so effizient gestaltet werden, dass sie sich langfristig im internationalen Wettbewerb behaupten kann.“