Winnenden

Kastenschule baut für Ganztagsbetrieb um

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Sybille Mack (Leiterin des Amts für Schulen, Kultur und Sport der Stadt), Schulleiterin Margit Claudi, Bürgermeister Norbert Sailer und Architektin Susanne Liebrich vor der Baustelle an der Kastengrundschule (von links). © ZVW/Alexandra Palmizi
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Kastenschule
Margit Claudi mit Norbert Sailer im Raum, wo später die Mensa sein wird. © ALEXANDRA PALMIZI

Winnenden.
Der Unterricht in der Kastengrundschule geht für die Erstklässler ab dem kommenden Schuljahr von Montag bis Donnerstag verpflichtend bis um 16 Uhr. „Viele Eltern haben Angst davor, dass die Schüler im Anschluss zu Hause noch mit Hausaufgaben beschäftigt sind, und sind deshalb gegen ein solches Ganztagsmodell. Wir haben es uns ganz dick auf die Fahne geschrieben, dass die Hausaufgaben bei uns in der Schule erledigt werden sollen und im Idealfall auch das Lernen auf Klassenarbeiten zu Hause nicht mehr nötig ist“, sagt Margit Claudi, die Schulleiterin der Kastenschule. Damit das möglich ist, haben die Erstklässler ab dem Schuljahr 2020/2021 von Montag bis Donnerstag das Schulfach „Lernzeit“ im Stundenplan stehen. „45 Minuten vertiefen und üben die Schüler in dieser Zeit das im Unterricht Gelernte“, sagt Claudi. Betreut soll die „Lernzeit“ von Lehrern und pädagogischen Mitarbeiterin sein. „Vielleicht helfen auch Senioren mit, die uns derzeit schon in der Hausaufgabenbetreuung unterstützen. Da müssen wir aber noch mal mit dem Seniorenrat sprechen“, sagt Claudi.

Jedes Kind erhält zusätzlich Sport, Musik und Kunstangebote

Neu im Stundenplan ist dann auch das „Förderband“, 30 Minuten täglich von Montag bis Donnerstag. „Das ist ein Angebot, ganz unabhängig vom Unterricht. In diesen 30 Minuten wollen wir individuell an den Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler arbeiten. Das können Lese-, Sprach- und Rechenaufgaben sein. Aber auch Aufgaben wie Schneiden, Schuhebinden oder Seilspringen“, sagt Claudi. Dieses Angebot könne klassen-, vielleicht sogar jahrgangsübergreifend stattfinden.

In der Mensa, die gerade im neuen Anbau entsteht, gibt es von Montag bis Donnerstag Mittagessen für die Kinder. Daran teilzunehmen sei nicht verpflichtend: „Dem Mittagessen kommt allerdings eine besondere Bedeutung zu. Die Nichtteilnahme soll die absolute Ausnahme bleiben“, so die Schulleiterin.

Im Anschluss stehen den Kindern verschiedene Angebote offen. So können sie sich beispielsweise im neuen Spiel- und Kreativraum, im Bewegungsraum oder am Tischkicker austoben. Aber auch ein Ruhe- und Leseraum soll für die Kinder zur Verfügung stehen, die sich vom Schulalltag etwas erholen wollen.

Zusätzlich zum Sportunterricht bekommen die Kinder zwei Stunden Bewegung, Spiel und Sport von der Kindersportschule Winnenden angeboten. Zudem stehen wahlweise zwei Extrastunden Musik oder Kunst, angeboten von der Stadtjugendmusik- und Kunstschule, im Stundenplan.

Mensa kommt dort unter, wo früher ein Feuerwehrdepot war

Um diese Angebote in der Kastenschule unterzubringen, bekommt die Schule einen Anbau. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Susanne Liebrich, die zuständige Architektin der Stadt. Gerade finden Elektro- und Trockenbauarbeiten statt. Voraussichtlich im April sollen die vier neuen Klassenzimmer sowie ein Bewegungs- und ein Spielraum fertig sein. Nach den Sommerferien soll dann die Mensa eröffnen. „Hier haben wir keinen großen Zeitdruck, da die Mensa erst einmal nur von den Erstklässlern genutzt wird und damit für eine überschaubare Personenzahl“, sagt Liebrich. Im Raum, in dem die Schulküche nun unterkommt, sei früher ein Feuerwehrdepot gewesen.

Im Anbau gibt es einen Aufzug – Schule ist barrierefrei

Die ganze Schule soll im Zuge der Sanierung barrierefrei werden. Im Anbau gibt es einen Aufzug. Ob es bislang Probleme beim Umbau gab? „Eher Schwierigkeiten“, sagt Liebrich.

Böden seien teilweise unterschiedlich hoch gewesen. „Hier mussten wir gucken, wie wir mit unseren Rampen zurechtkommen“, sagt sie. Schließlich dürfen diese nicht zu steil sein. Auch die teils alte Bausubstanz und der Umstand, dass die Ziegelfassade erhalten bleiben soll, mache die Arbeit nicht leichter.

Von Hand gelüftet werden müsse im Anbau eigentlich gar nicht mehr. „Wir haben eine Lüftungsanlage eingebaut“, sagt die Architektin. Falls dann doch noch die Notwendigkeit nach Frischluft besteht, gibt es vereinzelt Fenster, die sich öffnen lassen. Die Klassenzimmer sind über Türen miteinander verbunden. In Notfällen können alle Ein- und Ausgänge automatisch verriegelt werden. Auch die mediale Einrichtung soll im Zuge der Baustelle sowohl im neuen als auch im alten Gebäude angepasst werden. Die Tafel der Zukunft ist eine große Touchscreenfläche.


Das Schulangebot ist kostenlos

Das Schulangebot bis 16 Uhr ist kostenlos. Lediglich das Mittagessen kostet Geld. Die Schulanmeldung ist am 11. März möglich. Eltern aus dem Schulbezirk der Kastenschule werden angeschrieben. Wer aus einem anderen Bezirk an die Kastenschule möchte, muss sich an seinen Stammbezirk wenden.

Die Schule plant für das kommende Schuljahr mit einer Erstklässlerklasse (28 Kinder). Auch eine zweite Klasse wäre noch möglich, mehr allerdings nicht.

Aktuell werden in der Kastenschule 82 Kinder unterrichtet. Wenn der Ganztagsbetrieb voll läuft, sollen es 200 Kinder sein.

Die ersten Schüler, die nach dem neuen Modell bis 16 Uhr Unterricht haben, sind die kommenden Erstklässler (ab dem Schuljahr 2020/2021). Für die heutigen Erst-, Zweit- und Drittklässler wird sich am Schulbetrieb nicht viel ändern. Die Eltern dieser Kinder müssen für eine erweiterte Betreuung (wie bisher auch) bezahlen.

Aktuell sei man noch im Kostenrahmen von circa 4,3 Millionen, sagt Architektin Susanne Liebrich. „Ich denke allerdings, dass es ingesamt ein bisschen teurer wird.“

In einer Talkrunde mit Schulleiterin Margit Claudi, Bianca Krämer-Martin (Schulleiterin einer Ganztagsgrundschule in Stuttgart), Sabine Hagenmüller-Gehring (Leiterin des Schulamts in Backnang) und Sybille Mack (Leiterin des Amts für Schulen, Kultur und Sport der Stadt Winnenden) geht es um Erfahrungen mit Ganztagsschulen. Auch die Pläne der Kastenschule sollen vorgestellt werden. Der Talk findet am Mittwoch, 12. Februar, um 19.30 Uhr in der Hermann-Schwab-Halle statt.

Winnenden.
Der Unterricht in der Kastengrundschule geht für die Erstklässler ab dem kommenden Schuljahr von Montag bis Donnerstag verpflichtend bis um 16 Uhr. „Viele Eltern haben Angst davor, dass die Schüler im Anschluss zu Hause noch mit Hausaufgaben beschäftigt sind, und sind deshalb gegen ein solches Ganztagsmodell. Wir haben es uns ganz dick auf die Fahne geschrieben, dass die Hausaufgaben bei uns in der Schule erledigt werden sollen und im

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