Winnenden

Kein Strom in Teilen von Höfen am Mittwoch (25.5.): Syna reagiert auf Kritik

Symbolfoto Strom
Stromleitungen. © Benjamin Büttner

Die Kaffeemaschine streikt, der Computer bleibt aus: Am Mittwochnachmittag kommt in Teilen von Höfen für circa drei Stunden kein Strom aus der Steckdose. Der Grund: „betriebsnotwendige“ Arbeiten am Stromnetz. Das hat die Syna GmbH, Netztochter der Süwag, den betroffenen Haushalten Ende vergangener Woche mitgeteilt. Zu kurzfristig, findet ein Leser im Home-Office, der sich jetzt neu organisieren muss und um die Lebensmittel in seiner Tiefkühltruhe bangt.

Home-Office ist so nicht möglich

„Ich sehe ein, dass Arbeiten an der Infrastruktur nötig und sogar sinnvoll sind. Aber bitte bei drei Stunden nicht so kurzfristig ankündigen!“, schreibt der Mann in einer Mail. Er habe kein Verständnis dafür, dass der Inhalt seiner Gefriertruhe wohl unbrauchbar werde und er seinen fest geplanten Home-Office-Tag verlegen müsse.

In einem Schreiben, das der Dienstleister Spie SAG GmbH im Auftrag der Syna in Höfen verteilt hat, heißt es, die Stromversorgung werde in der Eckehardtstraße, im Breitäckerweg, in der Oberweilerstraße, in der Sommerhaldenstraße, im Brunnenweg und in der Höfener Steige „von 13 Uhr bis voraussichtlich 16 Uhr“ unterbrochen. Die Anwohner werden darauf hingewiesen, dass Aufzüge, EDV- und PC-Anlagen, Garagentore, Alarmanlagen, Telefone, Heizungssteuerungen, TV- und SAT-Anlagen und mehr „durch die Unterbrechung der Stromversorgung in ihrer Funktion beeinträchtigt werden können“. Die Höfener sollten die Anlagen also „rechtzeitig ausschalten bzw. vorsorglich vom Netz trennen“.

Das Unternehmen sei „bemüht, die unvermeidlichen Arbeiten im Stromverteilungsnetz schnellstens durchzuführen“, und bittet um Verständnis für die Unannehmlichkeiten.

Unterbrechung bundesrechtlich geregelt

Höfen stellt keinen Sonderfall dar. Geregelt sind derartige Unterbrechungen der Stromversorgung in der Niederspannungsanschlussverordnung. Unter Paragraf 17 heißt es darin: „Die Anschlussnutzung kann unterbrochen werden, soweit dies zur Vornahme betriebsnotwendiger Arbeiten oder zur Vermeidung eines drohenden Netzzusammenbruchs erforderlich ist.“

Ein Zusammenbruch droht nicht, auch handelt es sich nicht um die Reparatur eines größeren Schadens, sondern um „Wartungsarbeiten“ am Freileitungsnetz in Höfen, wie Syna-Pressesprecherin Maren Engelhardt unserer Redaktion auf Nachfrage mitteilt. Sie erklärt: „Da die Arbeiten an dem Stromkreis unter Spannung nicht möglich sind, ist die Unterbrechung der Versorgung infolge betriebsnotwendiger Arbeiten zwingend erforderlich.“

Syna: Arbeiten sind "zwingend notwendig"

Weitere Arbeiten seien nach Mittwoch erst einmal nicht erforderlich, teilt die Sprecherin mit, die anstehenden „für eine zuverlässige Versorgung mit Energie“ aber „zwingend notwendig“.

Was die Tiefkühltruhe des Höfener Zeitungslesers angeht, ist Engelhardt guter Dinge: „Die Lebensmittel im Kühlschrank/Gefriertruhe bleiben unabhängig vom Gerätetyp für circa fünf Stunden kühl. In dieser Zeit halten die Kühlschränke/Gefriertruhen auch ohne Strom die Kälte, so dass die Lebensmittel frisch bleiben.“

Warum so kurzfristig angekündigt?

Aber hätte die Syna die Arbeiten nicht früher ankündigen können? „Eine Ankündigung einer geplanten Stromunterbrechung erfolgt regelmäßig mindestens drei Werktage vor der Ausführung“, erklärt die Pressesprecherin, ein längerer zeitlicher Vorlauf sei meist „aus personalplanerischer Sicht nicht möglich“. Die Maßnahme sei am 19. Mai entschieden und am 20. Mai durch den Dienstleister Spie an die Kunden kommuniziert worden.

Und noch ein weiteres Argument für das Vorgehen ihrer Firma liefert die Sprecherin: „Eine längerfristige Vorankündigung führt leider auch häufig dazu, dass bereits verständigte Kunden den Abschalttermin an dem Tag der Arbeiten nicht mehr vor Augen haben.“ Das kann, wie im Einwurfschreiben der Syna beschrieben, schädlich für die nicht vom Netz getrennten Elektro-Geräte sein.

Für alle Betroffenen in Höfen, die trotzdem im Home-Office bleiben, heißt es also am Mittwoch: Geräte rechtzeitig ausstecken, den Kaffee schon vor 13 Uhr in eine Thermoskanne füllen und im besten Fall einen frühen Feierabend oder eine lange Mittagspause einplanen.

Die Kaffeemaschine streikt, der Computer bleibt aus: Am Mittwochnachmittag kommt in Teilen von Höfen für circa drei Stunden kein Strom aus der Steckdose. Der Grund: „betriebsnotwendige“ Arbeiten am Stromnetz. Das hat die Syna GmbH, Netztochter der Süwag, den betroffenen Haushalten Ende vergangener Woche mitgeteilt. Zu kurzfristig, findet ein Leser im Home-Office, der sich jetzt neu organisieren muss und um die Lebensmittel in seiner Tiefkühltruhe bangt.

Home-Office ist so nicht

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