Winnenden

Kinderboom: Die Stadt braucht neue Kindergärten

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Kinder im Kindergarten Schafweide im Schelmenholz: Für sie reichen die Kindergartenplätze gerade noch. In den nächsten Jahren wird es eng. © Foto: Palmizi

Winnenden. Die Stadt hat schöne neue Kindergärten gebaut in der Schafweide im Schelmenholz, an der Seehalde und noch ein paar mehr. Aber sie reichen alle nicht aus. Die Winnender Kinderzahlen steigen so stark an, dass die Stadt schnell einige Kindergärten zusätzlich bauen muss.

„Wir haben unwahrscheinlich dringenden Bedarf“, meinte CDU-Stadtrat Thomas Traub in der jüngsten Gemeinderatsitzung. Thema waren die Kinderzahlen und der Bedarf an Plätzen für Kindergartenkinder (Drei- bis Sechsjährige) und für Kleinkinder (unter Dreijährige). Beide Bedarfe steigen, nach allem, was Thomas Pfeifer, der Leiter des städtischen Familienamts, an Zahlen zusammengetragen und hochgerechnet hat. „Wir kommen mit den Kinderzahlen in der Region an, wo wir Anfang 2000 schon einmal waren. Aber: Damals hatten wir noch keine Kleinkinderbetreuung.“

Pfeifer zeigte ein Diagramm der Kinderzahlen, zeigte, dass er bis 2026 mit insgesamt 650 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren rechnet, und das wären ungefähr so viele wie im Jahr 2000 auch schon mal. Damals reichten die vorhandenen Kindergärten. Heute reichen sie überhaupt nicht, weil inzwischen manche Kindergartengruppe umgewandelt wurde in eine Gruppe für unter Dreijährige. Diese Altersgruppe kommt zu den früheren Kindergartenkindern hinzu. Und der Anteil der Eltern, die ihr Kind in die frühkindliche Betreuung schicken, wächst und wächst.

In Prognose Kinder eingerechnet, die noch gar nicht auf der Welt sind

In der Kernstadt behilft sich die Stadt, indem sie den Jugendhauskindergarten von der evangelischen Kirche gemietet hat.

Im Schelmenholz ist es jetzt eng. Die Stadt wollte schnell einen zweiten Kindergarten im Körnle bauen. Dieser Bau verzögerte sich aber, und nun rechnet die Stadt, dass dieser Kindergarten 2021 fertig wird. Weil der alleine nicht reicht, möchte sie am Koppelesbach noch mal einen Kindergarten bauen. Auch der wird nicht ausreichen, wenn erst einmal an der Forststraße ein neues Wohngebiet gebaut ist. Pfeifer hat in seine Prognose Kinder eingerechnet, die noch gar nicht auf der Welt sind. Nur deshalb kann er jetzt schon von 2026 reden. Für jedes neue Baugebiet rechnet Pfeifer mit einem bestimmten Anteil an jungen Familien mit kleinen Kindern und kommt so auf die hohen Zahlen. An der Forststraße wird der steigende Bedarf dadurch gedeckt, dass die Stadt dort einen viergruppigen Kindergarten baut. Zunächst waren drei Gruppen vorgesehen. Aber Pfeifer plädiert nun für vier, damit irgendwann der in die Jahre gekommene Kindergarten Körnle I geschlossen werden kann, was eigentlich seit Jahren vorgesehen war. Neue große Kindergärten sind vorgesehen im Neubaugebiet Adelsbach und im künftigen Wohngebiet Bildstraße in Birkmannsweiler.

Erzieherinnen zu finden, ist auch nicht ganz einfach

Die neuen Kindergärten müssen erst einmal gebaut werden, und das braucht Zeit. Wenn sie fertig sind, muss das Personal für die neuen Kindergärten gefunden werden, und auch das ist zurzeit schwierig. Vorletzte Woche, erzählt Pfeifer, sah zum Beispiel die Personalsituation gut aus. Alle Kitas waren versorgt. Letzte Woche war alles anders: Zwei Erzieherinnen kündigten und eine meldete ihre Schwangerschaft.


Beschlüsse

In der aktuellen Situation hat der Gemeinderat einige kurzfristig wirksame Beschlüsse gefällt. Winnenden bekommt einen zweiten Waldkindergarten im Wald bei Breuningsweiler. Eine Initiative aus Korb hat den Kindergarten beantragt und genehmigt bekommen.

Im Jugendhauskindergarten wird ab 2020 eine zweite Kindergartengruppe in Betrieb genommen. Die Einrichtung eines heilpädagogischen Kindergartens wird geprüft.

Im Kinderhaus Jahnstraße in Birkmannsweiler wird eine altersgemischte Gruppe in eine Kindergartengruppe umgewandelt.

Im künftigen städtischen Kindergarten Höfen sollen von den geplanten 25 Kindergartenplätzen zehn als Ganztagsbetreuung angeboten werden.

Der Kindergarten Körnle III soll vier anstatt drei Gruppen bekommen.