Winnenden

Kirchenvertreter und Stadt führen mit dem Ditib-Vorsitzenden in Winnenden ein Gespräch über Muezzinruf

Lange Einkaufsnacht
Der Marktplatz oder die Marktstraße wären für Winnender Muslime ein denkbarer Ort, wo im Ramadan 2021 der Muezzinruf erklingt. © ALEXANDRA PALMIZI

Auf Initiative der Stadtverwaltung unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hat ein Austausch- und Gesprächsabend zum Anliegen der Moschee-Gemeinde für einen öffentlichen Muezzinruf zum Ramadan im Jahr 2021 stattgefunden. Am Freitag nun schickte die Stadt Winnenden die Pressemitteilung dazu.

„Der Abend dient vor allem dem Kennenlernen, dem Austausch und Verstehen des Anliegens. Und gewiss sollen Fragen und Befürchtungen ebenso zu Wort kommen. Dann wäre eine Absprache, wie es weitergehen soll, wünschenswert“, begrüßte OB Holzwarth. Das lebhafte Gespräch zeigte genau diese Notwendigkeit.

Gefragt wurde, wie sich ein öffentlicher Muezzinruf gestalten sollte; wo er denn stattfinden solle; warum er nicht in deutscher Sprache sein könne, sondern auf Arabisch; wieso die Ditib-Gemeinde dazu gerne mit einer der Kirchengemeinden zusammenarbeiten würde. Sowohl Offenheit als auch Zurückhaltung drückten die Stimmen der Diskussions-Teilnehmenden aus.

Gemici stellt klar: Ruf soll nicht über die ganze Stadt hinweg erschallen

Die Erörterung ließ den Wunsch der Ditib-Gemeinde deutlich werden, dass sie sich eine Anteilnahme der Öffentlichkeit an einer wichtigen Zeit ihres Glaubenslebens, nämlich des Fastens und des Fastenbrechens, wünscht. Wo dies geschehen sollte, ist für Hilmi Gemici, dem Vorsitzenden der Ditib-Gemeinde, völlig offen.

Er widersprach damit klar der eigentlich naheliegenden Vorstellung, dass dieser öffentliche Muezzinruf am Ramadan über die ganze Stadt hinweg erschallen solle. Seiner Vorstellung nach sollte dieser nämlich lediglich für die Teilnehmer einer Veranstaltung im jeweiligen Veranstaltungsbereich hörbar sein, aber eben doch dort öffentlich, und nicht nur im geschlossenen Raum der Moschee. Diese Vorstellung war dann für einen bedeutenden Teil der Anwesenden akzeptabel.

Die katholische Kirchengemeinde konnte bei dem Gespräch nicht vertreten sein, hat aber schriftlich mitgeteilt, dass sie eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Moscheegemeinde beim Muezzinruf an eine Beteiligung aller muslimischen Gemeinschaften in Winnenden knüpft.

Pastor Thomas Mozer sprach als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Winnenden (ACK) sein Verständnis für das Anliegen aus, dass die muslimische Ditib-Gemeinde Anteil an ihrem Gemeindeleben geben wolle, und verstehe dies nunmehr als eine Einladung. Von Seiten der ACK wurde für ein weiteres Gespräch über dieses Anliegen mit der Ditib-Gemeinde Offenheit signalisiert.