Winnenden

Kita der Paulinenpflege in Backnang: Müssen die Eltern trotz Corona-Ausfall Gebühren zahlen?

Kind Kita Kindergarten Kindertagesstätte
Symbolbild. © Pixabay/FeeLona

Winnenden/Backnang.
Müssen Eltern von Kindern in der Backnanger Kindertagesstätte „Pauline“, die von der Winnender Paulinenpflege betrieben wird, für den Monat April Gebühren bezahlen, obwohl die Einrichtung durch die Corona-Krise geschlossen ist? Und müssen nur manche Eltern bezahlen, während andere um die Gebühren herumkommen? Dies berichtet unserer Zeitung jedenfalls eine Mutter, deren Tochter in der Pauline angemeldet ist. Ihren Namen möchte sie in der Zeitung nicht lesen.

„Für März wurden alle Beiträge noch eingezogen. Für April bekam ich am 14. April die mündliche telefonische Auskunft, dass zunächst keine Beiträge eingezogen würden.“ Das sei für die Familie so in Ordnung gewesen, schreibt die Frau in einer E-Mail an unsere Redaktion.

„Der Clou dabei ist, dass der Brief nur an manche Eltern zugestellt wurde“

Ein paar Tage später schließlich habe die Familie Post von der Paulinenpflege bekommen. „Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Kitaschließung haben die Kommunen beschlossen, die Kitagebühren für April 20 in den städtischen Kindertagesstätten auszusetzen. Als freier Träger unserer Kindertagesstätte Pauline sehen wir uns hier mit einer Notlage konfrontiert, da wir auf die Gebühren letztlich angewiesen sind, und gleichzeitig ist uns bewusst, dass Sie derzeit keinen Nutzen von der Kita haben, sofern Ihr Kind nicht in der Notbetreuung ist. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir die Gebühren für April in voller Höhe berechnen müssen“, heißt es laut der Frau in dem Schreiben.

Die Familie soll also bezahlen für eine Leistung, die im April nicht erbracht wurde. Für die Frau ist dies nicht nachvollziehbar. „Der Clou dabei ist, dass der Brief nur an manche Eltern zugestellt wurde, an andere wiederum nicht“, schreibt sie.

Kosten laufen in vollem Umfang weiter

Nachfrage bei der Paulinenpflege. Der zuständige Pressesprecher, Marco Kelch, meldet sich schnell und versichert, sich umzuhören.

Am nächsten Morgen hat er Informationen. „Die Kita Pauline in Backnang ist die einzige, die die Paulinenpflege in dieser Art betreut“, berichtet Kelch.

Für den Betrieb erhalte die Paulinenpflege 80 Prozent der Kosten von der Stadt Backnang und die restlichen 20 Prozent von den Eltern der Kindergartenkinder. „Die Kosten laufen trotz Corona in vollem Umfang weiter, weil auch für die in Kleinstgruppen durchgeführten Notbetreuungen das komplette Personal benötigt wird“, erklärt Kelch. Während beispielsweise die Stadt Stuttgart Gelder der Landesregierung für den Ausfall der Elternbeiträge an freie Träger weitergebe, tue das die Stadt Backnang bislang nicht.

Die 20 Prozent der Kosten, die eigentlich die Eltern für die Betreuung bezahlen müssen, bleiben damit also an der Paulinenpflege hängen. Deshalb habe man zunächst versucht, die Beiträge weiter zu erheben und alle Eltern angeschrieben, „dass der Geldeinzug ab April nur vorbehaltlich erfolgt und rückerstattet wird, wenn eine andere Finanzierung erfolgt.“

Der Paulinenpflege sei laut Kelch bewusst gewesen, dass dies aus Sicht der Eltern als ungerecht empfunden wird. „Wir arbeiten aber nur kostendeckend und können Gebührenausfälle nicht nachholen. Die Einnahmen fehlen, die Kosten laufen weiter. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das nur vorübergehend möglich, aus dieser Sicht bitten wir deshalb um Verständnis“, so der Pressesprecher der Einrichtung weiter.

Eltern beschweren sich, Paulinenpflege lenkt ein

Da sich mehrere Eltern bei der Winnender Paulinenpflege deswegen beschwerten, hat sich die Einrichtung dazu entschlossen, keine Gebühren mehr einzuziehen, solange die Kinder nicht in die Kita kommen dürfen. „Vermutlich wäre es besser gewesen, gleich so zu handeln“, sagt Marco Kelch. „Falls manche Gebühren für den April schon abgebucht wurden, dann erstatten wir diese zurück.“

Winnenden/Backnang.
Müssen Eltern von Kindern in der Backnanger Kindertagesstätte „Pauline“, die von der Winnender Paulinenpflege betrieben wird, für den Monat April Gebühren bezahlen, obwohl die Einrichtung durch die Corona-Krise geschlossen ist? Und müssen nur manche Eltern bezahlen, während andere um die Gebühren herumkommen? Dies berichtet unserer Zeitung jedenfalls eine Mutter, deren Tochter in der Pauline angemeldet ist. Ihren Namen möchte sie in der Zeitung nicht

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper