Winnenden

Konzerttage werden teurer

2ae123da-125a-4988-950f-46d56b3868c8.jpg_0
Ein Wiedersehen 2019 gibt’s mit Bratscher Gareth Lubbe, Kontrabassist Nabil Shehata und Cellist Claudio Bohórquez (von links). © Palmizi / ZVW

Winnenden. Die Konzerttage 2019 sind der erste Höhepunkt des Landesfests „Heimattage“. Leiter Andreas Hein erläuterte den Gemeinderäten, warum er dafür den einmalig hohen städtischen Zuschuss von 64 000 Euro benötigt. Im Vorjahr waren ihm 40 000 Euro bewilligt worden.

Einer der großen Posten ist eine einmalige Ausgabe: 9000 Euro gibt das Kulturamt für den Kauf aller Rechte am Konzerttagelogo (Corporate Design) und dem damit immer verknüpften Erscheinungsbild. Dadurch kann die Stadt auch schneller und flexibler Internetauftritt, Programmhefte und Werbung gestalten und ist nicht an einen Grafiker gebunden.

Der professionelle Konzertmanager wird früher eingebunden

Ebenfalls einmalig sind die Mietkosten für Bühnenelemente im Andachtssaal, etwa 2000 Euro. Andreas Hein berichtete, dass seit dem Kammermusikfest im Frühjahr festgestellt wurde, dass die alten Podeste drohen auseinanderzubrechen und daher die kostspieligen alten Instrumente der Solisten in Gefahr sind. Neue Podeste lassen sich aber so schnell nicht beschaffen, und auch die Lichttechnik muss geliehen werden, weil sie den aktuellen Sicherheitsanforderungen nicht mehr entspricht.

Drittens fällt ein Sponsoringbetrag weg in Höhe von 6500 Euro – 2017 wurden damit die Flying Steps unterstützt, der damalige Sponsor hat sich auf keine erneute Förderung eingelassen.

Gagen für die Musiker steigen deutlich

Aus den Konzerttagen 2017 zieht die Stadt umfangreiche personelle Konsequenzen. Das Kulturamtteam ist 30 Prozent aufgestockt worden. Ein professioneller Konzertmanager, der vor zwei Jahren relativ spät hinzugezogen wurde, wird nun wesentlich früher in die Organisation eingebunden (plus 3500 Euro). „Wir haben mit ihm sehr gute Erfahrungen gemacht“, so Andreas Hein. Überdies wird ein externer Dienstleister die Musiknacht mit Bands und Gruppen in Winnender Kneipen und Lokalen am Ende der Konzertwoche organisieren. „Dies hat bei uns im Amt immer sehr viel Kraft gebunden“, sagte Hein über die Mehrkosten in Höhe von 6500 Euro.

„Die restliche Last wird nun auf mehrere Schultern verteilt, was auch wichtig ist, falls jemand krank wird“, so Hein.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth berichtete, dass nach den Konzerttagen 2017 alle damit befassten Kulturamtsmitarbeiter krank waren, weil sie überfordert waren. Viele Aufgaben, auch in anderen Bereichen, liegenblieben, um so viel wie möglich dennoch zu bewältigen. „Nach diesen Erfahrungen sind wir jetzt gut aufgestellt.“ Hansjörg Neumann gehört dem Organisationsteam nicht mehr an, er ist im Sommer in die Pressestelle der Stadt gewechselt.

Gagen der Solisten werden um 16 000 Euro erhöht

Schließlich werden die Gagen der Solisten erhöht um insgesamt 16 000 Euro. „Die Honorare bei Festivals anderer Städte liegen beträchtlich höher, nur so kann die Beteiligung internationaler Solisten auf dem bisherigen hohen Niveau sichergestellt werden“, begründet Hein. „Das ist gut angelegtes Geld, wir sind froh um die Musiker, die hier eine Woche verbringen und auch in die Schulen gehen. Das ist gut angelegtes Geld“, sagte Stadtrat Richard Fischer (CDU).

Drei Stadträte enthielten sich, der Rest des Gremiums bewilligte das deutlich erhöhte Budget.


Zuschuss schwankt

42 670 Euro zahlte die Stadt im Premierenjahr 2015. Auslastung der Veranstaltungen: 90 Prozent.

2017 lag die Auslastung bei 88 Prozent. Zuschuss der Stadt: 25 706 Euro.

Für 2019 beantragt das Kulturamt 64 000 Euro, für 2021 glaubt es mit 53 000 Euro Zuschuss auszukommen.

Das Programm finden Sie unter konzerttage-winnenden.de