Winnenden

Konzerttage Winnenden mit international gefragten Solisten trotzen der Pandemie

Konzerttage
Die Konzerttage-Solisten Diana Tishchenko, Boris Brovtsyn, Paul Meyer, Gareth Lubbe und Claudio Bohórquez (von links). © Palmizi

Ein Musikfestival in Pandemiezeiten, kann das gutgehen, wird das gutgehen? Oder reist Corona mit im Gepäck der international gefragten Künstler? Gesund und munter sind die fünf Solisten am Dienstagnachmittag in Winnenden angekommen und haben im Hotel „Traube“ in Hanweiler Quartier bezogen. „Wir sind alle geboostert“, sagt der künstlerische Leiter der Konzerttage und Cellist Claudio Bohórquez in einer kurzen Probenpause am Mittwochmittag. Er schützt sich trotzdem mit einer FFP2-Maske und Abstand beim Pressegespräch, auf der Bühne, als die Probe weitergeht, aber nicht. Da halten die Musiker zueinander Abstände ein, die sie auch ohne Pandemie einnehmen würden: Bei der Kammermusik braucht jeder ein bisschen Wirkungsraum um sich herum, und Bewegungsfreiheit.

Ein enger Zeitplan taktet das Gastspiel in ländlicher Idylle durch

Haben sich die fünf erst in Winnenden getroffen? Jein: Paul Meyer ist aus Paris angereist, die anderen vier sind zusammen von Berlin hergeflogen. „Diana Tishchenko lebt in Paris und in Berlin. Und Boris Brovtsyn, Gareth Lubbe und ich haben am Montag bereits ein Konzert mit den Berliner Philharmonikern gegeben, das der Deutschlandfunk mitgeschnitten hat“, erzählt Claudio Bohórquez von sich und seinen zwei Professoren-Kollegen. Die vier Streicher packten die Gelegenheit, alle in der Hauptstadt zu sein, beim Schopf und probten am Dienstagvormittag an der Musikhochschule, wo Bohórquez Cello-Professor ist, für den Auftritt am Freitag in Winnenden im Kärcher-Auditorium (ausverkauft). Auf dem Programm stehen frühe Werke von Stamitz, Mozart und Haydn. Dort wird jeder einmal die Solistenrolle einnehmen, flankiert vom Kurpfälzischen Kammerorchester, dessen Dirigent der Star-Klarinettist Paul Meyer unter anderem auch ist. Um mit dem Orchester zu proben, werden die fünf am Donnerstag nach Mannheim gefahren.

Hört sich stressig an, aber das Gastspiel hat auch seine Genuss-Seiten: Erstmals in Winnenden ist die Geigerin Diana Tishchenko. „Schon bei der Fahrt vom Flughafen in die ,Traube’ freute sie sich sehr über die Idylle der Weinberge“, erzählt Claudio Bohórquez. „Wir kommen ja alle aus Großstädten, da wissen wir die Landschaft sehr zu schätzen. Und auch, dass uns Herr Windeisen wieder mit regionalen Spezialitäten verwöhnt.

„Geisterkonzerte“ nennt Bohórquez Auftritte mit Publikum, das streamt

Großartig finden es die Musiker auch, vor Live-Publikum auftreten zu dürfen, auch wenn nur die Hälfte der möglichen Plätze besetzt wird: „Es ist eine Wohltat nach so vielen Geisterkonzerten und Streams“, sagt Claudio Bohórquez. „Kurioserweise spiele ich gerade so viel wie schon lange nicht mehr“, sagt der Cellist, zwei Konzerte vergangene Woche, drei diese Woche, und gleich am Samstag geht es weiter in die USA: „Unglaublich, dass es dort klappt, damit habe ich nicht gerechnet. Dann muss ich mich nur noch um einen PCR-Test kümmern.“ Kein Problem, signalisiert Kulturamtsleiterin Sybille Mack, die auch zur Probe in die Halle gekommen ist. Trotz der fast ausgelasteten Laborkapazitäten deutschlandweit, an Testgelegenheit besteht in Winnenden gerade kein Mangel.

Das Publikum schätzt es, dass die Veranstalter auf Nummer sicher gehen

Deshalb ist die Stadt auch beim eingeschlagenen Weg geblieben und verlangt vom Publikum 2G plus. „Wir haben das von Anfang an kommuniziert und wollen es auch zur Sicherheit beibehalten“, sagt Sybille Mack. Der künstlerische Leiter nickt bestätigend: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Publikum auch eher kommt, wenn es sicherer ist.“

Auch die Künstler, so locker sie wirken bei der Probe auf der Bühne, sind vorsichtig: „Keine Umarmungen“, sagt Claudio Bohórquez – und erinnert sich ans Abschlussfest der Konzerttage 2019 in der Alten Kelter, als es dort sehr eng, laut und fröhlich zugegangen war. „Nostalgisch“, sagt er lachend über das Gefühl, das er dabei hat, wenn er daran denkt. „Aber wir sind alle optimistisch, dass es wieder besser wird.“ Und, dies sei verraten, als Ersatz gibt es doch einen kleinen, internen Empfang nur für geladene Gäste nach dem Kärcher-Konzert in der extragroßen Halle neben dem Auditorium.

Ein Musikfestival in Pandemiezeiten, kann das gutgehen, wird das gutgehen? Oder reist Corona mit im Gepäck der international gefragten Künstler? Gesund und munter sind die fünf Solisten am Dienstagnachmittag in Winnenden angekommen und haben im Hotel „Traube“ in Hanweiler Quartier bezogen. „Wir sind alle geboostert“, sagt der künstlerische Leiter der Konzerttage und Cellist Claudio Bohórquez in einer kurzen Probenpause am Mittwochmittag. Er schützt sich trotzdem mit einer FFP2-Maske und

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