Winnenden

Konzerttage Winnenden sprengen Kostenrahmen

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Die Konzerttage 2019 innerhalb der Heimattage sind finanziell aus dem Ruder gelaufen. © Joachim Mogck

Winnenden. So schön die Konzerttage 2019 waren – so unschön ist ihre finanzielle Seite: 64 000 Euro Abmangel waren vom Gemeinderat genehmigt, aber es sind knapp 100 000 Euro Miese geworden.

Der Gemeinderat hat am Dienstag beschlossen, dass die Stadt das Defizit von 35 788 Euro auch noch trägt, allerdings warnte Markus Siegloch (FWV): „Wir müssen überlegen, ob wir das nächste Mal das Überziehen noch genehmigen oder ned.“

Kulturamtsleiterin Sybille Mack legte eine Abrechnung vor, bei der sich ALi-Stadtrat Christoph Mohr vor allem für den gewichtigsten Punkt interessierte: Die Erträge aus dem Kartenverkauf sind empfindlich eingebrochen: 106 000 Euro hatte die Stadt 2017 eingenommen, als noch keine Heimattagekomponente dabei war – in diesem Jahr sind die Erträge auf 59 000 Euro heruntergeschmolzen. Alleine mit dieser Ertragsschwäche könnte man den Überziehungsbetrag erklären. Mohr wurde leidenschaftlich: „Ich bin der festen Überzeugung: Da sind Fehler gemacht worden, die nicht hätten sein müssen. Beim ersten Konzert in der Hermann-Schwab-Halle nur 52 Prozent Auslastung – das muss man doch vollkriegen. In der Schlosskirche ist versäumt worden, die Empore zu verkaufen – das ist für mich unfassbar. Am 8. Februar im Kärcher-Auditorium wären 500 Plätze möglich gewesen – es wurden aber nur 423 ausgewiesen.“

OB verteidigt schwache Besucherzahlen

OB Holzwarth verteidigte die schwächeren Besucherzahlen und meinte: Das Landesblasorchester habe allgemein keinen so großen Besucherzuspruch, habe er von einem der Musiker erfahren. „Das war nicht besser zu verkaufen.“

Kulturamtsleiterin Mack wollte weniger bei den Einnahmen als vielmehr bei den Ausgaben ansetzen. Die Ausgaben für Solisten lagen im Jahr 2017 bei 24 000 Euro und im Jahr 2019 bei 41 000 Euro – ein Plus von 17 000 Euro. OB Holzwarth erzählte mit spürbarem Unmut im Unterton: Der künstlerische Leiter Claudio Bohórquez aus Berlin habe höhere Gagen verlangt, weil die Stadt den damaligen Kulturmanager Hansjörg Neumann von der Aufgabe abgezogen habe. Bohórquez habe gedroht, die Konzerttage aufzugeben. Holzwarth ist der Meinung: „Durch den starken Zustrom an Solisten ist es teurer geworden.“

An internationalen Solisten sparen

Für die Konzerttage in zwei Jahren bat OB Holzwarth die Gemeinderäte, einen Abmangel von 53 000 Euro zu genehmigen. Allerdings wollen er und Kulturamtsleiterin Mack an den internationalen Solisten sparen. Sie wollen keine acht Solisten mehr zulassen wie diesmal und beim letzten Mal, sondern nur noch fünf. Und die internationalen Solisten sollen auch nicht mehr eine ganze Woche in Winnenden sein, sondern nur ab Dienstag oder Mittwoch bis zum Sonntag. Eine große Gemeinderatsmehrheit stimmte beidem zu. Es gab allerdings auch drei Neinstimmen und zwei Enthaltungen.

Christoph Mohr hatte noch gefragt: „Was sagt denn der künstlerische Leiter zum Vorschlag, dass er nicht von Anfang an dabei sein soll und dass er nur fünf Solisten mitbringen soll?

„Herr Bohórquez hat erklärt, dass er bereit ist, sich auf Änderungen einzulassen“, stellte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth fest.