Winnenden

Kostenlose FFP2-Masken: Winnender Apotheker schildern teils chaotische Zustände

FFP2 Schlange
Vor der Apotheke am Markthaus stehen am Mittwochvormittag acht Menschen und warten, bis sie an der Reihe sind. © ALEXANDRA PALMIZI

Mittwoch, Tag eins des bundesweiten Lockdowns. In der Winnender Innenstadt geht es auf den ersten Blick sehr ruhig zu. Vor der Postfiliale in der Markstraße schlängeln sich Menschen mit Paketen unter dem Arm. In der Vorweihnachtszeit nichts Ungewöhnliches. Doch ist an diesem Vormittag etwas anders: Vor der Apotheken am Markthaus stehen um 10 Uhr über zehn Leute. Eine knappe Stunde später ist es etwas weniger geworden, aber die Schlange ist noch immer lang. Hochbetrieb. Eine der Wartenden heißt Margaretha Prantl. „Ich bin gerade dabei, meine drei Masken abzuholen“, sagt sie.

Die Birkmansweilerin steht ganz hinten in der Schlange. Seit Dienstag und noch bis zum 6. Januar dürfen sich Menschen, die mindestens 60 Jahre alt sind oder durch Vorerkrankungen zur Corona-Risikogruppe zählen, drei kostenlose Schutzmasken in der Apotheke abholen. „Hoffentlich bekomme ich überhaupt noch welche. Das ist meine Stammapotheke, aber so lange bin ich hier noch nie angestanden. Wahrscheinlich wollen jetzt alle ihre Masken abholen“, vermutet Prantl. Die anderen Personen in der Warteschlange halten genug Abstand, sprechen teilweise miteinander, hin und wieder wird gelacht.

Menschen vor der Apotheke, versperren anderen den Ausgang

Apothekerin Elke Seitz-Beller von der Apotheke am Rathaus hat allerdings schon andere Erfahrungen gemacht. „Wir mussten uns schon einiges anhören, teilweise habe ich Diskussionen abbrechen müssen“, erklärt sie am Mittwochvormittag. Am Dienstag hätten sich lange Schlangen vor ihrer Apotheke gebildet. „Es war teilweise so, dass die Leute, die ihre Masken hatten, nicht mehr richtig zur Tür rausgekommen sind, weil sie von anderen Leuten versperrt war“, schildert die Apothekerin. So waren die bestellten FFP2-Masken schnell vergriffen. „Stammkunden, die keine Masken mehr bekommen haben, waren den Tränen nahe“, sagt Elke Seitz-Beller. Andere Stammkunden seien sehr verärgert gewesen.

Dadurch, dass manche Apotheken auch am Mittwoch noch keine FFP2-Masken vorrätig hatten, seien deren Kunden zu ihr gekommen, wodurch wiederum ihre Stammkunden leerausgegangen sind. „Besonders für die alten Leute, die wirklich sehr krank sind tut es mir leid. Sie kommen in diesem System zu kurz, da sie sich nicht lange in eine Warteschlange stellen können“, sagt die Apothekerin.

Die Apotheker arbeiten derzeit am Limit

Die letzten Tage und Wochen seien sehr anstrengend gewesen. „Wir arbeiten von morgens bis abends, auch an Wochenenden“, ächzt die Apothekerin. Sie rechne damit, dass schon bald eine neue Maskenlieferung eintreffe. Bestellt habe man einen Vorrat, der bis Mitte Januar reichen solle. Masken zu bekommen, sei derzeit nicht das Problem. „Ich will allerdings geprüfte, mit einem Zertifikat“, erklärt Seitz-Beller. In der Vergangenheit sei es ihr schon passiert, dass sie zwar ein Zertifikat bekommen habe, dieses sich allerdings als gefälscht herausstellte. „Diese Masken kann ich dann nicht als FFP2 verkaufen, sondern als normalen Mund-Nasen-Schutz.“

Wütende Kunden sind keine Seltenheit

Zertifizierte FFP2-Masken hat die Apotheke am Torturm am Mittwochvormittag nicht mehr zur Verfügung. Darauf machen die Kunden mehrere Schilder im Eingangsbereich aufmerksam „Trotzdem kommen im Minutentakt Leute, die nach den Masken fragen“, erzählt Apothekerin Sarah Rehermann. Die Apotheke habe ganz viele Masken gehabt, die in der letzten Woche allerdings alle verkauft worden sind.

Seit Dienstag, 15. Dezember, warte man nun auf eine Lieferung. „2000 Stück sind unterwegs“, macht Rehermann Hoffnung. Da die Masken noch nicht eingegangen sind, wolle man sie nun persönlich abholen. Wie die Kunden auf die fehlenden Masken reagieren? „Teilweise richtig wütend“, antwortet Rehermann. Schließlich sei es ja versprochen gewesen, dass es ab Dienstag welche gibt. Bekommen soll laut Sarah Rehermann jeder seine drei Masken, der mindestens 60 Jahre alt ist oder durch Vorerkrankungen zur Risikogruppe zählt. Auch, wenn die Personen bislang keine Stammkunden waren. 

Mittwoch, Tag eins des bundesweiten Lockdowns. In der Winnender Innenstadt geht es auf den ersten Blick sehr ruhig zu. Vor der Postfiliale in der Markstraße schlängeln sich Menschen mit Paketen unter dem Arm. In der Vorweihnachtszeit nichts Ungewöhnliches. Doch ist an diesem Vormittag etwas anders: Vor der Apotheken am Markthaus stehen um 10 Uhr über zehn Leute. Eine knappe Stunde später ist es etwas weniger geworden, aber die Schlange ist noch immer lang. Hochbetrieb. Eine der Wartenden

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