Winnenden

Kritik am Kunststoff-Eispark in Winnenden: Es flutscht noch nicht richtig

Eisbahn
Bei der Eröffnung im November war Eislaufen im T-Shirt angesagt. © Gaby Schneider

Jahrelang glitten Schlittschuh-Fans in Winnenden geschmeidig über zwar künstlich erzeugtes, aber doch echtes Eis. Seit dieser Saison ist damit Schluss: Kunststoffplatten des Herstellers Glice, die den Energieaufwand im laufenden Betrieb deutlich reduzieren, wurden verlegt. „Fühlt sich an wie Eis“, wirbt die Schweizer Firma. Doch rund zwei Monate nach der Eröffnung sehen sich viele Skeptiker bestätigt: Es flutscht einfach nicht richtig. Bäderleiter Sascha Seitz weiß warum und bittet um Geduld. Die Bahn werde „von Woche zu Woche immer besser“.

Seitz: „Wir dachten, das geht schneller“

Von Anfang an sei klar gewesen, dass der neue Untergrund erst eingefahren werden müsse. „Die Platten sind nagelneu. Da müssen ganz viele Leute drüberfahren, dann kommt ein gelartiges Molekül zum Vorschein, das eine Gleitschicht bildet.“ Er gibt zu: „Das haben wir noch nicht so erreicht, wie wir das gerne schon am Anfang gehabt hätten. Wir dachten, das geht schneller.“

Manche Gäste kommen nicht mehr

Viel hilft viel, das gilt also auch für die robusten Kunststoffplatten, auf denen gerade gute Schlittschuhläufer nicht so schön Fahrt aufnehmen können wie auf echtem Eis. Liegt’s denn schlichtweg daran, dass die Besucher ausbleiben? „Eintritt-Frei“-Aktionen in den vergangenen Wochen sprechen dafür. „Wir hatten immer ganz viele Jugendliche, die gut fahren können. Die bleiben aktuell weg“, räumt Sascha Seitz ein. „Dafür haben wir aber viel mehr Firmenbuchungen und viele Schulen, wie immer.“

Und trotz der eher warmen Witterung, bei der viele nicht in Eislauf-Stimmung kommen, liegen die Besucherzahlen bis Mitte Dezember im Eispark „fast gleichauf mit den letzten beiden Jahren“. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 seien zehn Prozent weniger Gäste gekommen. Die stärksten Monate seien allerdings traditionell Dezember und Januar.

Eine neue Schleifmaschine soll helfen

Im Übrigen wird nicht nur gemotzt über die langsame Bahn, sagt Seitz. Insbesondere das Feedback von Anfängern sei gut – eben weil der Kunststoff etwas langsamer ist und mehr verzeiht. Das reduziert die Sturzgefahr. Aber auch diejenigen, die’s rasant lieben und die jetzt noch enttäuscht sind, wird die Bahn früher oder später überzeugen, ist Sascha Seitz sicher. „Wir hatten vor zwei Wochen einen Profi-Eishockeyspieler da, mit dem habe ich Videos für unseren Youtube-Kanal gedreht. Das wird schon!“

Zumal die Winnender „auf konstruktive Kritik“ eingehen und mittlerweile gelernt haben, dass die Kufen für den Kunststoff einen schärferen Schliff brauchen als bisher. Die Stadtwerke Winnenden hätten extra eine neue Maschine bestellt und jetzt alle Leih-Schlittschuhe „auf 13 Grad geschliffen“. Wer seine eigenen Schuhe mitbringt, kann sie vor Ort behandeln lassen.

Die Entscheidung, umzusteigen von Kunsteis auf Kunststoff, sei richtig gewesen, sagt Sascha Seitz. Viele Menschen seien in diesen Zeiten, in denen viele herkömmliche Parks geschlossen haben, froh, dass es überhaupt noch eine Eisbahn gibt. „Die Idee kam zur rechten Zeit.“ Viele Firmen und Eisbahnbetreiber schauten sich die neue Bahn in Winnenden an. „Die wollen auch umbauen. Da sind auch richtig große Eishallen dabei. Wie soll man das in Zukunft noch rechtfertigen, dass man so viel Energie verbraucht?“

Jahrelang glitten Schlittschuh-Fans in Winnenden geschmeidig über zwar künstlich erzeugtes, aber doch echtes Eis. Seit dieser Saison ist damit Schluss: Kunststoffplatten des Herstellers Glice, die den Energieaufwand im laufenden Betrieb deutlich reduzieren, wurden verlegt. „Fühlt sich an wie Eis“, wirbt die Schweizer Firma. Doch rund zwei Monate nach der Eröffnung sehen sich viele Skeptiker bestätigt: Es flutscht einfach nicht richtig. Bäderleiter Sascha Seitz weiß warum und bittet um

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