Winnenden

Kritik an geplanten Mehrfamilienhäusern im Schelmenholz

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Blick auf das Erweiterungsgebiet. © ZVW/Benjamin Büttner
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Vor einer Animation der Planung geht OB Holzwarth auf Fragen von Anwohnern ein. © Ralph Steinemann Pressefoto
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Markus Schlecht, Leiter des Stadtentwicklungsamts, erklärt interessierten Bürgern das weitere Vorgehen. © Ralph Steinemann Pressefoto

Winnenden. Die Höhe der geplanten Mehrfamilienhäuser schmeckt Bewohnern im Schelmenholz nicht. Bei einer Informationsveranstaltung im Haus im Schelmenholz mit Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth zur geplanten Erweiterung des Gebiets Körnle gab es aber auch kritische Stimmen zum Parkverkehr und zum Näherrücken des Stadtteils an die Kernstadt.

Sieben- und achtstöckig sollen vier Mehrfamilienhäuser im Schelmenholz aus dem Boden wachsen. Bei Anwohnern wächst der Unmut über diese vorgesehene Bebauung im rund zwei Hektar großen Wohngebiet. Drei Bürger äußerten zudem Bedenken hinsichtlich der Parkplatzsituation, die bereits grenzwertig sei. „Ein zusätzliches Baugebiet reinstellen finde ich nicht gut. Die Umgehungsstraße und der Klinikkreisel sind schon jetzt verstopft“, so einer von ihnen.

Die Forststraße werde immer mehr zu einer Parkstraße

„Die Forststraße wird immer mehr zur Parkstraße“, kritisierte ein anderer. „Es ist Sitte geworden, Wohnanhänger, Mobile und Anhänger monatelang abzustellen ohne Zugfahrzeug“, klagte ein weiterer, verbunden mit der Frage an Holzwarth, wie der Parkverkehr abgestellt werden soll. Dieser verwies darauf, dass acht öffentliche Längs-Stellplätze in einer Parkbucht angelegt werden sollen.

Die Kritik eines Zuhörers, der Behinderungen im Verkehrsfluss in der Forststraße monierte, wenn Bus, Großraumfahrzeuge und Pkw aneinander vorbei müssen, ließ Holzwarth nicht gelten: „Ich bin dort selbst gefahren, man kommt aneinander vorbei.“ Die Stadt habe die Müllentsorger gefragt, ob sie gut durchkommen. Wenn diese keine Probleme sehen - und dies sei im Schelmenholz der Fall -, sei dies „ein gutes Zeichen“, so Holzwarth. Die Position des Bushalts kann aus seiner Sicht so bleiben: „Es ist einem Autofahrer zuzumuten, so lange zu warten, bis die Fahrgäste eingestiegen sind.“

Befürchtung, dass Freiluftschneise „zugekleistert“ wird

Die geplanten Gebäudehöhen - ein Bürger sprach von „Beinahe-Hochhäusern“, ein anderer befürchtet „Häuserschluchten ohne Rücksicht auf Natur und Bestand“ - waren das nächste Thema der Diskussion. Ein Bürger befürchtet, dass die Freiluftschneise „zugekleistert“ wird. Eine Anwohnerin warnte vor der entstehenden Beschattung: „Wir bekommen dann nur noch aus östlicher Richtung etwas Sonne, wenn dort jetzt die hohen Häuser hinkommen, verschlucken sie alles.“ Ein Anwohner, der seit 40 Jahren im Schelmenholz wohnt, meinte zu Gebäudehöhen von über 20 Metern: „Das erschlägt einen.“ Von Holzwarth wollte er wissen, ob die zementiert seien oder noch geändert werden können.

OB verweist darauf, dass Bauen in die Höhe Flächen schont

Der OB, der in seiner Einleitung von „Hochgebäuden“ gesprochen hatte, verwies auf das vergangene Woche eröffnete Bebauungsplanverfahren. Bislang gebe es einen „diskussions- und unterstützungswürdigen Entwurf“, der dem Gemeinderat zur Diskussion vorgelegt wird. „Da ist vielleicht noch etwas offen“, so Holzwarth. In die Höhe zu bauen sei die wirtschaftlichste Lösung. Grundstückspreise und Flächenfraß fielen so geringer aus. „Würde man die Anzahl der Wohnungen auf der Fläche planen, käme der Einwand, ob denn so viel Grün verschwinden muss“, gab Michael Rieger von der Baugenossenschaft Winnenden zu bedenken. Die Verhältnismäßigkeit von Grundstück und Wohnfläche müsse gegeben sein, auch hinsichtlich des sozialen Mietwohnungsbaus. „Es geht nicht nur um Gewinnmaximierung, sondern auch um die Einigung in der Frage, welchen Wohnraum man schaffen will.“