Winnenden

Kronenplatz Winnenden: Neubau soll 2023 beginnen - Bauherren suchen schon Käufer

KPS
SIe stehen für die Bauherrengemeinschaft, bis der Komplex auf dem Kronenplatz fertig ist: Klaus-Martin Pfleiderer, Dirk Braune und Michael Rieger (von links). © Regina Munder

In vier Jahren hat sich der Siegerentwurf des Investorenwettbewerbs für einen Neubau auf dem Kronenplatz in einen „Grobentwurf“ verwandelt, mit dem die Bauherrengemeinschaft nun weiterplanen darf – und liefert pünktlich zu diesem Meilenstein Stoff fürs Stadtgespräch.

Kein Aufreger ist das: Der Gemeinderat hat die Planung fast einstimmig abgesegnet, die der in Winnenden aufgewachsene Berliner Stararchitekt Jürgen Mayer H. in zahlreichen Abstimmungsgesprächen mit dem Stadtentwicklungsamt, dem Gemeinderat ausgearbeitet hat. Allenfalls beklagen Einzelne wie Stadtrat Hans Ilg (FWV). „Wir hoffen, dass es schneller geht als bisher.“

Die Stadt will in dem Komplex keine Räume für die Volkshochschule mieten 

Doch der Hammer kommt im Nachgang zum Tagesordnungspunkt. „In nichtöffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, über die Miete von Tiefgaragen-Stellplätzen zu verhandeln. Und er hat es mehrheitlich abgelehnt, auf der Büroebene Räume für die Volkshochschule zu mieten“, sagte Ralf Köder, der Immobilienmanager der Stadt.

Sofern noch irgendjemand von barrierefreien, neuen und ausreichend großen Räumen für die Erwachsenenbildung zentral und nah zum Winnender Bahnhof geträumt hatte, die Idee ist geplatzt. Nach Auskunft von Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth hat sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, für die VHS an der Wiesenstraße "ein Projekt mit einem Dritten zu entwickeln". 

Bauträger investieren 35 Millionen Euro in den Komplex

Hammer Nummer zwei: Falls Stadt und Gemeinderat die Büroräume am Kronenplatz hätten kaufen wollen, dann ist die Bauherrengemeinschaft „schuld“, dass kein Deal zustande kam. Denn sie hat beschlossen, keine einzelnen Wohnungen oder Gewerberäume zu verkaufen, sondern nur den gesamten Komplex. „Wir suchen ein Family-Office oder einen kirchlichen Fonds“, sagt Klaus-Martin Pfleiderer, Geschäftsführer der ihm gehörenden Projektbau. Dirk Braune, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kreisbaugruppe, hat mit dem Modell bereits Erfahrung, so stellte die Kreisbaugruppe zusammen mit zwei weiteren Investoren die Neue Ortsmitte in Schwaikheim mit Edeka und Wohnungen fertig, verkaufte sie aber schon, bevor das Band durchgeschnitten war, an den regionalen Immobilienmogul Harald Panzer. „Wir wollen keine Eigentümergemeinschaft, weil bei einer gemischten Nutzung immer viel Bewegung drin ist und es besser ist, einen Ansprechpartner zu haben“, so Braune. Seine Kreisbau könnte theoretisch schon alles managen und vermieten, aber praktisch reichen ihm die momentan 3500 Wohn- und Gewerbeeinheiten, die von Waiblingen aus verwaltet werden.

„Wir haben einen Strauß an Interessenten“, sagt Braune, der hoch und heilig verspricht, den Komplex zusammen mit der Schorndorfer Schatz-Gruppe und dem Winnender Bauträger-Lokalmatador fertigzustellen. Pfleiderer nennt denn auch mit 35 Millionen Euro brutto, die von den dreien in das Projekt gesteckt werden (Stand Mai 2022) einen groben Anhaltspunkt für den Kaufpreis.

Das sind die Neuerungen an der Grobplanung gegenüber dem Siegerentwurf

Zwei Passagen: Die Fußgänger können den direkten Weg zum Bahnhof weiterhin benutzen, der Durchlass zur Kornbeckstraße ist entsprechend angepasst worden. Auf Wunsch der Bürger gibt es eine zweite Fußgänger-Passage vom Kronenplatz zur Alfred-Kärcher-Straße.

Verkehr: Die heutige Einbahnstraße wird wegen des Neubaus in beide Richtungen befahrbar werden, weil die Tiefgaragenzufahrt gegenüber den Parkplätzen von Elektro-Heymann sein soll. Die Stadt stellt im September das Verkehrskonzept vor, auch für Bahnhof- und Ringstraße.

Fassade: Die im Siegerentwurf bräunlich-schlammfarbene Fassadenfarbe wandelt sich in ein modernes, helles Silbergrau.

In vier Jahren hat sich der Siegerentwurf des Investorenwettbewerbs für einen Neubau auf dem Kronenplatz in einen „Grobentwurf“ verwandelt, mit dem die Bauherrengemeinschaft nun weiterplanen darf – und liefert pünktlich zu diesem Meilenstein Stoff fürs Stadtgespräch.

Kein Aufreger ist das: Der Gemeinderat hat die Planung fast einstimmig abgesegnet, die der in Winnenden aufgewachsene Berliner Stararchitekt Jürgen Mayer H. in zahlreichen Abstimmungsgesprächen mit dem

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