Winnenden

"La Piazza"-Wirt Del Negro übernimmt das Alte Rathaus

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Gastronomie im Alten Rathaus: Angela Eberl hat für die Stadt mit dem künftigen Wirt verhandelt, Aldo del Negro und Sanela Kovac übernehmen das Alte Rathaus, und OB Hartmut Holzwarth hat sich sehr für den neuen Wirt eingesetzt (von links). © Ramona Adolf

Winnenden. Der Leerstand im Alten Rathaus ist bald beendet: Aldo del Negro wird Mitte oder Ende Mai sein La Piazza darin eröffnen. Ob das bisherige La Piazza noch in seinen Händen bleibt, ist offen.

Video: Aldo del Negro beendet mit seinem "La Piazza" den Leerstand im Alten Rathaus.

Der 57-jährige Aldo del Negro betreibt seit 2008 das La Piazza, das an den meisten Tagen mindestens einmal randvoll mit Gästen ist, und so gut läuft, dass der italienische Wirt sagt: „Wir brauchen Platz.“ Für ihn ist dies der Hauptgrund, das viel größere Restaurant direkt gegenüber des La Piazza von der Stadt zu pachten.

Aldo del Negro will jetziges Konzept weiterentwickeln 

Am neuen Ort, im zentralen Lokal der Stadt, möchte Aldo del Negro zusammen mit seiner Lebenspartnerin Sanela Kovac das Konzept des jetzigen La Piazza weiterentwickeln: Im Gastraum vorne nach dem Eingang soll es das Pastaangebot geben mit teilweise selbst gemachter Pasta, mit ständig wechselnden saisonalen Gerichten, Pizza und italienischen Spezialitäten, italienischen und Winnender Weinen.

„Der Koch bleibt“

Aldo del Negro möchte seine Mitarbeiter aus dem La Piazza mit rübernehmen ins Alte Rathaus. „Der Koch bleibt“, sagt er, und es werde noch ein weiterer Koch eingestellt. Mit zusätzlichen Mitarbeitern ist er schon einig, und er sagt: „Sie passen gut in unser Team.“ Name des neuen Lokals: „La Piazza im alten Rathaus“ oder vielleicht nur „Altes Rathaus“.

Weinbar soll aufgebaut werden 

Hinten in der Schranne möchte Del Negro eine Weinbar einbauen mit einer Schauküche und italienischen Kleinigkeiten, vielleicht Parmaschinken, der mit einer großen Schneidemaschine im Saal zugeschnitten wird, vielleicht Pasta, die hinter Glas sichtbar für die Gäste zubereitet wird und mit feinen italienischen Weinen, die Aldo del Negros großes Hobby sind.

Aus dem jetzigen La Piazza könnte eine Eisdiele werden

Aber was wird dann aus dem jetzigen La Piazza? „Ich verhandle mit dem Verpächter, und die Verhandlungen sind nicht einfach“, sagt Del Negro. Wenn die Bedingungen stimmen, dann betreiben er und Sanela Kovac beide Gasthäuser. „Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es so kommt“, sagte OB Holzwarth am Mittwoch im Gespräch mit der Presse. Wenn, dann möchte Aldo del Negro eine Eisdiele aus dem La Piazza machen. Eis ist jetzt schon Teil seines Geschäfts. Er ist gelernter Eis-Konditor und möchte, wenn es klappt, eine Eismanufaktur im La Piazza einrichten, in welcher der Gast durch ein großes Fenster in die Eisherstellung blicken kann. Zurzeit ist seine Eisproduktion noch im Romina in Fellbach, das er auch betreibt.

„Herr del Negro denkt in Arbeitsabläufen“

Im neuen Lokal wird die Küche umgebaut nach den Vorstellungen des neuen Wirts. „Die Stadt ist sehr kooperativ“, sagt er. Ralf Köder, Leiter des städtischen Amts für Grundstücksverkehr, hält die neue Küche für angebracht: „Die jetzige ist 30 Jahre alt. Heute hat man andere Erkenntnisse zu einer professionellen Küche.“ „Herr del Negro denkt in Arbeitsabläufen“, sagt Angela Eberl, Mitarbeiterin von Ralf Köder, „und wir verstehen, dass eine Küche dann entsprechend aufgebaut sein soll.“

Del Negro vom Schranne-Konzept überzeugt 

Was Ralf Köder besonders freut: „Eine Weinbar in der Schranne einzurichten, das war das ursprüngliche Konzept der Stadt. Und jetzt macht das einer das erste Mal so, wie es damals konzipiert war.“ Del Negro ist von dem Schranne-Konzept überzeugt. Er hat es bei befreundeten italienischen Gastronomen beobachtet und sich von ihnen beraten lassen. Die ganze Inneneinrichtung ist ausgeräumt aus dem Alten Rathaus. Decke, Pfeiler und Wände bleiben weitgehend so, wie sie sind. Aldo del Negro wird nur Akustik-Decke und -Segel einziehen lassen, damit es nicht dröhnt im Gastraum.

Die Pächter-Suche

Zugkräftige Gastronomie im Alten Rathaus ist für die Stadt wichtig.

Das Team vom Rathaus hat mit Bewerbern verhandelt.

OB Hartmut Holzwarth sagt: „Erst waren es sechs, dann fünf, vier, drei, zwei, einer und dann null. Und noch mal null und noch mal null.“ Erst dann kam Aldo del Negro. Er überlegte allerdings länger, bis er zusagte.