Winnenden

Lange Warteschlange? Corona-Impfaktion in Winnenden birgt Überraschungen

Impfen ohne Termin
Manuela Voith bei der Vorbereitung einer Impfaktion im Sommer. © Gabriel Habermann

Impftage werden immer verrückter. Manche Leute riskieren es, drei Stunden vor Impfbeginn in der Kälte anzustehen. In Remshalden warteten letzte Woche um 13 Uhr über 200 Personen auf den Impfbeginn – dabei waren nur 100 Impfdosen angekündigt. Wäre es bei 100 Impfungen geblieben, hätten etliche Personen lange Zeit umsonst gewartet. Wie wird es in Winnenden? Der nächste Impftag ist am Freitag, 26. November von 13 bis 18 Uhr im Gebäude Linsenhalde 5, das der Paulinenpflege gehört und früher ein Ausstellungs- und Bürogebäude eines Autohauses war.

Ist es klug, erst pünktlich um 13 Uhr zum Ort der Impfung zu kommen?

Einiges spricht dafür. Das Gebäude Linsenhalde 5 ist deutlich kleiner als die Hermann-Schwab-Halle. Wer früh kommt, steht lange draußen. Auch die Formulare müssen draußen im Stehen ausgefüllt und unterschrieben werden. Wer drei Stunden zu früh kommt, steht garantiert mindestens drei Stunden in der Kälte. Wer pünktlich kommt, erfährt um 13 Uhr erst genau, wie viele Impfdosen von welchem Hersteller angeliefert wurden und verimpft werden. Es kann passieren, dass er dann gar nicht drankommt, aber er weiß es wenigstens gleich und kann wieder abdrehen, ohne lange herumzustehen. Die anderen warten bis 13 Uhr im Ungewissen. Manuela Voith, die bei der Stadt die Impf-Aktionen organisiert, rechnet am kommenden Freitag mit 200 Impfdosen, darunter einige von Johnson & Johnson und sehr viele von Biontech. Aber was sagt das Bundesgesundheitsministerium? Gibt es bis dahin viel von Biontech frei? Oder bekommt der Landkreis Moderna statt Biontech zugeteilt? Kann es passieren, dass plötzlich mehr als 200 Impfdosen da sind? „Überraschungen würden uns nicht wundern“, sagt Manuela Voith. Sie bittet die Impfwilligen, nicht vor 13 Uhr in die Linsenhalde zu kommen.

Was unternimmt die Stadt gegen eine unsinnig lange Warteschlange?

Vor 13 Uhr kann die Stadt gar nichts machen. Da bildet sich die Schlange so, wie es die Wartenden wollen. Um 13 Uhr kommen zwei Impfteams der Stuttgarter Kliniken mit insgesamt acht bis zehn Personen und mit allen für diesen Tag zugeteilten Impfdosen. Dann weiß auch Manuela Voith, wie viele Impfdosen insgesamt und wie viele von welcher Art zur Verfügung stehen. Sie und fünf ihrer Mitarbeiterinnen gehen dann durch die Reihen der Wartenden und fragen, wer welchen Impfstoff möchte. Jedem geben sie ein Kärtle mit einer Uhrzeit.

Weiß man genau, wer zu welcher Zeit geimpft wird?

Weil im Drei-Minuten-Takt geimpft wird, lassen sich die Impfzeitpunkte genau vorausberechnen. Ein Team braucht für 100 Impfungen 300 Minuten – das sind genau die fünf Stunden von 13 bis 18 Uhr. Die Leute können sich mit Kärtle ins Auto setzen oder zum Maurer oder in den Rewe oder Obi gehen und zu ihrer Zeit wiederkommen – das stutzt die Warteschlange auf ein vernünftiges Maß. Zwei Teams der Stuttgarter Kliniken sind im Einsatz, so dass auf jeden Fall die vermuteten 200 Impfdosen innerhalb der geplanten fünf Stunden in 200 Oberarme gespritzt werden.

Bekommen auch unter 70-Jährige eine dritte Impfung?

Da macht das Impfteam keine Einschränkungen und keine Unterschiede nach Alter, Vorerkrankung oder Behinderungsgrad. Geimpft werden fast alle ab 18.

Ich hatte meine zweite Impfung im Juli – kann ich auf eine Drittimpfung hoffen?

Die Zweitimpfung muss mindestens sechs Monate her sein, um eine Drittimpfung zu bekommen. „Sie können nicht mit einer Booster-Impfung rechnen“, sagt Manuela Voith.

Warum ist dieser Impftag jetzt in dem Gebäude an der Linsenhalde?

„Die anderen Hallen sind alle belegt“, sagt Voith. Und sie will für die Impfungen auch nicht jedes Mal den Sportunterricht, ein Vereinstraining oder die Vorbereitung einer Kulturveranstaltung beeinträchtigen. Also hatte sie bei der Paulinenpflege angefragt, und die konnte genau dieses Gebäude zur Verfügung stellen, das getrennt ist von den anderen Häusern der Behinderteneinrichtung. So ein Impftag ist nicht absolut virenfrei, denn es sollen ja gerade jene kommen, die noch gar nicht geimpft sind und zurzeit noch einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Hilft es, wenn man vorher Unterlagen von der Stadt anfordert?

Allerdings, ja. Wer eine E-Mail schickt an impfen@winnenden.de, bekommt von der Stadtverwaltung einen Stapel mit Infos und Formularen. Die kann er oder sie gleich zu Hause durchlesen und in Ruhe am Küchentisch ausfüllen und unterschreiben. Wer die Information nicht anfordert, bekommt die Papiere ab 13 Uhr an Ort und Stelle und muss sie dann im Stehen in der Kälte ausfüllen.

Impftage werden immer verrückter. Manche Leute riskieren es, drei Stunden vor Impfbeginn in der Kälte anzustehen. In Remshalden warteten letzte Woche um 13 Uhr über 200 Personen auf den Impfbeginn – dabei waren nur 100 Impfdosen angekündigt. Wäre es bei 100 Impfungen geblieben, hätten etliche Personen lange Zeit umsonst gewartet. Wie wird es in Winnenden? Der nächste Impftag ist am Freitag, 26. November von 13 bis 18 Uhr im Gebäude Linsenhalde 5, das der Paulinenpflege gehört und früher ein

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