Winnenden

Leutenbacher zu Gast im Kanzleramt

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Der Leutenbacher Leif Brändle (3. von rechts) diskutierte am vergangenen Freitag (07.04.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. © Danny Galm
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Der Leutenbacher Leif Brändle (3. von rechts) diskutierte am vergangenen Freitag (07.04.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. © Danny Galm
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Der Leutenbacher Leif Brändle (3. von rechts) diskutierte am vergangenen Freitag (07.04.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. © Danny Galm

Berlin/Winnenden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vergangenen Freitag (07.04.) 140 ehrenamtliche Flüchtlingsinitiativen stellvertretend für die große Anzahl der ehrenamtlich in der Flüchtlingsbegleitung engagierten Menschen in der Bundesrepublik ins Kanzleramt geladen.

Im Video: Leif Brändle bei Veranstaltung "Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe" im Bundeskanzleramt. Die gesamte Veranstalung finden Sie hier.

Im Zentrum stand dabei die Würdigung des Ehrenamts in der Flüchtlingshilfe durch die Bundeskanzlerin. In einer Podiumsdiskussion mit Publikumsbeteiligung ging es vor allem darum, verschiedene Perspektiven zwischen Ehrenamtlichen in den Kommunen und den Verantwortlichen in Berlin auszutauschen.

Entscheidung über Anerkennung oder Ablehnung des Asylantrags

Leif Brändle vom Freundeskreis Flüchtlinge Leutenbach & Winnenden gehörte auch zu den Eingeladenen und hatte neben vier anderen Flüchtlingsbegleiterinnen einen Platz in der Podiumsdiskussion mit der Bundeskanzlerin erhalten.

Er forderte, dass die Integrationsleistung von Geflüchteten bei der Entscheidung über Anerkennung oder Ablehnung ihres Asylantrags berücksichtigt werden solle. Es sei frustrierend, wenn von Ehrenamtlichen begleitete Menschen die deutsche Sprache erlernten, in ein Beziehungsnetz eingebunden seien, eine Arbeit fänden und dann abgeschoben würden.

Die Kanzlerin signalisierte Verständnis

Die von der Politik getroffene Unterscheidung zwischen Menschen mit und ohne Bleibeperspektive könne und wolle man im Freundeskreis Flüchtlinge Leutenbach & Winnenden nicht treffen. „Für uns sind das in erster Linie Menschen“, so Brändle und bekam aus dem Publikum zustimmenden Applaus. Die Kanzlerin signalisierte Verständnis, verwies aber darauf, dass Abschiebungen, auch integrierter Menschen, zum Zwecke der Aufnahmebereitschaft notwendig seien.

Den Erfahrungen der anderen Podiumsteilnehmer bezüglich der mangelhaften Zusammenarbeit zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen setzte Leif Brändle das Beispiel Winnenden entgegen. Hier sei mit der Stabsstelle für Integration, dem runden Tisch Asyl und dem kommunalen Flüchtlingsdialog gezeigt worden, dass eben diese Zusammenarbeit möglich sei – vorausgesetzt, die Kommune setze sich aktiv dafür ein. Generell erfordere das Thema Integration die Zusammenarbeit vieler Akteure.

Basis für einen zukünftigen Austausch

Mit der Einladung der ehrenamtlichen Initiativen ins Kanzleramt scheint zumindest eine Basis für einen zukünftigen Austausch zwischen Ehrenamtlichen in den Kommunen und den Hauptamtlichen im Bund denkbar. Ob daraus ein tragfähiges Fundament für einen kontinuierlichen basisdemokratischen Dialog zwischen Regierenden und bürgerlich Engagierten in der Flüchtlingshilfe wird, hängt von der Bereitschaft ab aufeinander zu hören und ist für eine gelingende Integration der Zugewanderten in unser Land sehr wünschenswert.