Winnenden

Lieferprobleme bei bestelltem Omikron-Impfstoff  - auch in Winnenden

Zweite Impfung
Symbolbild. © ALEXANDRA PALMIZI

Der Start der Impfungen mit dem neuen Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante B.A.1 ist alles andere als glücklich verlaufen. Das teilt Dr. Christian Schweninger unserer Redaktion mit. Der Arzt betreibt unter anderem die Ambulanz an der Linsenhalde 5, allerdings auch einige weitere in der Umgebung, etwa in Stuttgart.

„Noch in der vorletzten Woche wurde uns gesagt, dass wir die volle Menge vom bestellten Impfstoff auch bekommen“, erzählt Schweninger am Telefon. Als er am Montag, 12. September, dann bei der Apotheke die Impfdosen abholen will, bekommt er gesagt: Nur sechs Prozent der bestellten Menge kann er mitnehmen. „Da habe ich mich schon gefragt, wie das denn sein kann. Denn vorab hieß es überall: ‘Keine Sorge, es ist genug für alle da‘“, erinnert sich der Arzt. Befreundete Ärzte in Bayern haben dieselben Probleme gehabt, hat er erfahren. Und: Manche Hausärzte haben gar nichts vom bestellten Impfstoff erhalten.

Nur sechs Prozent erhalten

Die Gründe konnte ihm bis heute niemand nennen, unter anderem hat er beim Großhändler nachgehakt. „Für uns hat das bedeutet, dass wir Hunderte E-Mails schreiben mussten, Termine verschieben beziehungsweise absagen“, berichtet er von einem enormen Mehraufwand. Auch in Winnenden sei das der Fall gewesen.

„Betroffen war vor allem der Impfstoff von Biontech, von dem wir dann nur sehr wenig zur Verfügung hatten. Und die Deutschen wollen nach wie vor größtenteils damit geimpft werden.“ Das Vakzin von Moderna sei in der Öffentlichkeit zu stiefmütterlich behandelt worden, werde deshalb nicht so gut angenommen, meint der Arzt. Am kommenden Samstag, 24. September, soll auch ausreichend Biontech-Impfstoff verfügbar sein.

Späte Kommunikation

Ärgerlich für den Impfarzt ist es außerdem, dass aus Mangel an Impfstoff auch zig Seniorenheime absagen mussten. „Ob im Rems-Murr-Kreis auch welche dabei gewesen sind, kann ich gar nicht genau sagen. Vermutlich aber schon, hier impfen wir sehr oft“, erzählt er. Mit einer solchen Aktion sei unwahrscheinlich viel Arbeit verbunden. „Man muss Fahrdienste organisieren, das Heim stellt Betreuer“, nennt Schweninger zwei Beispiele.

Das ist aber längst nicht alles, worüber Christian Schweninger sich ärgert. In der vergangenen Woche konnte deutschlandweit jeder Arzt am Montag und Dienstag seine Bestellung für den BA.1-Impfstoff abgeben. „Am späten Dienstagabend haben wir dann erfahren, dass wir ab dieser Woche bereits den angepassten Impfstoff an die Varianten BA.4 und BA.5 bestellen können. Hätten wir das nur zehn Stunden früher gewusst, dann hätten wir ganz anders bestellt“, so Schweninger.

Er sieht nun die Gefahr, dass der BA.1-Impfstoff zum Ladenhüter wird, weil die Leute sich lieber mit dem neueren Vakzin impfen lassen möchten, das vermutlich ab 1. Oktober verfügbar sein wird. Schweningers Team impft an der Linsenhalde immer samstags von 10 bis 12 Uhr.   „Das würde dann wohl bedeuten, dass wir einiges an Impfstoff wegschmeißen müssen“, befürchtet der Arzt. Dabei hat aus Schweningers Sicht der Impfstoff, den es momentan gegen die Omikron-Variante gibt, durchaus seine Vorteile. „Es gibt deutlich mehr Studien mit diesem Impfstoff als mit dem BA.4-Impfstoff und BA.5-Impfstoff“, sagt er. Zudem könne der BA.1-Stoff nach momentaner Studienlage einen besseren Schutz gegen neuartige Varianten bieten, das BA.4- und BA.5-Vakzin scheine hingegen spezifischer zu wirken.

Aufklärungsbogen nicht vorbereitet

Dr. Christian Schweninger ist momentan generell nicht gut auf die Organisation hinter den Kulissen zu sprechen. „Man könnte meinen, dass es Corona erst seit gestern gibt“, sagt er genervt. Besonders die Ständige Impfkommission (Stiko) und das Robert-Koch-Institut hätten versäumt, ausreichend Impfstoff zu organisieren heißt es in einer Pressemitteilung, die ein Mitarbeiter von Schweninger versendet hat. Zudem sind Aufklärungsbogen für die neuen Impfstoffe nicht vorbereitet worden.

Der Start der Impfungen mit dem neuen Corona-Impfstoff gegen die Omikron-Variante B.A.1 ist alles andere als glücklich verlaufen. Das teilt Dr. Christian Schweninger unserer Redaktion mit. Der Arzt betreibt unter anderem die Ambulanz an der Linsenhalde 5, allerdings auch einige weitere in der Umgebung, etwa in Stuttgart.

„Noch in der vorletzten Woche wurde uns gesagt, dass wir die volle Menge vom bestellten Impfstoff auch bekommen“, erzählt Schweninger am Telefon. Als er am Montag,

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