Winnenden

Mann beleidigt seine Ex-Frau in Winnenden massiv - Gerichtsurteil

Amsgericht Waiblingen
Amtsgericht Waiblingen. © Benjamin Büttner

Mit Beleidigungen tief unter der Gürtellinie beschimpfte ein 42-Jähriger am 18. März und erneut am 4. Mai dieses Jahres per E-Mail seine damals von ihm getrennt lebende und mittlerweile geschiedene Winnender Ehefrau. Dies brachte ihm nun eine Verurteilung wegen Beleidigung zu zwei Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung und zur Übernahme der Verfahrenskosten ein.

Kontakt zu seiner Frau ist nötig

Es handle sich dabei um einen letzten Warnschuss, belehrte Richter Steffen Kärcher den Angeklagten in seiner mündlichen Urteilsbegründung. „Die zwei Monate sind notwendig!“ Denn auf diese Art und Weise, wie es der Angeklagte getan hatte, dürfe man nicht miteinander umgehen. Er müsse auch an die beiden gemeinsamen Kinder denken, für die sich die Eltern das Sorgerecht teilten. Allein schon wegen ihnen sei es notwendig, dass sie auch weiterhin miteinander in Kontakt blieben und auf eine zivilisierte Art und Weise miteinander kommunizierten. Dieses Mal werde die Strafe noch auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, das nächste Mal drohe Vollzug, warnte der Richter. Auflagen seien mit der Bewährung keine verbunden, da der Angeklagte in einem festen Arbeitsverhältnis stehe und somit keine gemeinnützige Arbeitseinsätze leisten könne.

Geldstrafe wäre schwierig

Finanziell befinde er sich zudem in einer derart prekären Situation, dass bereits zu befürchten sei, er sei nicht in der Lage, seinen Verpflichtungen aus einem Strafbefehl nachzukommen, und man sich darüber Gedanken machen müsse, ob er ihn nicht auch in einer entsprechenden Freigängereinrichtung „absitzen“ könne, die er dann verlassen könne, um seinen Arbeitsplatz aufzusuchen. Diesen Strafbefehl über 120 Tagessätze zu 30 Euro hatte der Angeklagte erst in diesem Frühjahr wegen mehreren Fällen von Beleidigung, Bedrohung und Stalkings erhalten. Opfer war ebenfalls seine damals Nochehefrau.

Zu den Kindern ein gutes Verhältnis

Es habe mit der Trennung im Jahr 2018 begonnen, erklärte die 37-Jährige im Zeugenstand. „Er konnte sie einfach nicht akzeptieren“ und habe mit Wut und Hass reagiert, die sich ausschließlich gegen sie gerichtet habe. Sein Verhältnis zu den gemeinsamen Kindern sei dagegen gut. „Ich hole sie fast jedes Wochenende ab, auch in den Ferien sind sie regelmäßig bei mir“, bestätigte der Angeklagte. Die Übergabe klappe problemlos. Es sei nur einmal so gewesen, wie es der Vertreter der Staatsanwaltschaft in seiner Anklage vorgetragen habe. Er habe sich bereits bei seiner Frau entschuldigt, aber die Trennung sei sehr schwierig gewesen.

Bei dem Verfahren handle es sich um eine „klare Geschichte“, meinte auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft. „Von dem Moment an, als Anklage gegen den Beschuldigten erhoben wurde, herrscht Ruhe.“ Besorgniserregend sei vor allem die hohe Rückfallgeschwindigkeit gewesen, dass nur sechs Wochen nach dem Strafbefehl über 120 Tagessätze die nächste E-Mail mit Beleidigungen eingegangen sei.

Geldstrafe wäre kontraproduktiv

Er halte deshalb einen Monat Freiheitsentzug, der auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könne, für tat- und schuldangemessen. Eine Geldstrafe sei seiner Ansicht nach „eher kontraproduktiv“, da darunter nicht nur der Angeklagte, sondern auch die Kinder zu leiden hätten. Und von diesen Schaden fernzuhalten, nachdem sie schon unter der Scheidung zu leiden hatten, sei in diesem Verfahren schließlich das Wichtigste.

Mit Beleidigungen tief unter der Gürtellinie beschimpfte ein 42-Jähriger am 18. März und erneut am 4. Mai dieses Jahres per E-Mail seine damals von ihm getrennt lebende und mittlerweile geschiedene Winnender Ehefrau. Dies brachte ihm nun eine Verurteilung wegen Beleidigung zu zwei Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung und zur Übernahme der Verfahrenskosten ein.

Kontakt zu seiner Frau ist nötig

Es handle sich dabei um einen letzten Warnschuss, belehrte Richter Steffen Kärcher

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