Winnenden

Millionen für die Sicherheit

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1. Stock vor dem Rektorat im Georg-Büchner-Gymnasium: Die Treppe links ist schon weg, die zweite im Hintergrund folgt 2018. © Benjamin Büttner/ZVW
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Lessinggymnasium
Fürs Bildungszentrum II (links Albertville-Schule, Mitte Lessing-Gymnasium, und orangfarbener Bau rechts Haselsteinschule) sucht die Stadt einen neuen Standort für eine Mensa. Archivfoto. © Benjamin Büttner/ZVW
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Die Außentreppe an der Kastenschule ist der zweite Rettungsweg. Nächstes Jahr beginnen die Um- und Anbauarbeiten für den Ganztagsbetrieb. © Ralph Steinemann
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Treppenhausumbau
Das neue Büchner-Treppenhaus ist nächstes Jahr fertig, die linke Seite wird verglast. © Benjamin Büttner
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Fürs Bildungszentrum II (links Albertville-Schule, Mitte Lessing-Gymnasium, und orangfarbener Bau rechts Haselsteinschule) sucht die Stadt einen neuen Standort für eine Mensa. Archivfoto. © Benjamin Büttner
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Die Außentreppe an der Kastenschule ist der zweite Rettungsweg. Nächstes Jahr beginnen die Um- und Anbauarbeiten für den Ganztagsbetrieb. © Ralph Steinemann

Winnenden. In Sanierungen und Anbauten an Winnender Schulen steckt die Stadt Winnenden in den nächsten vier Jahren mit Abstand am meisten Geld, 30,7 Millionen Euro. Hier ein Überblick über die größten Posten.

Das Georg-Büchner-Gymnasium ist seit acht Jahren Baustelle, allein in Brandschutzverbesserungen steckt die Stadt noch bis 2018 1,65 Millionen Euro. Noch bis Herbst 2018 wird es dauern, bis der letzte Schritt umgesetzt ist: Die beiden offenen Treppen im Mittelbau, schulintern Rektoratsgebäude genannt, verschwinden.

Eine Treppe ist schon weg, neue dunkle Steinplatten vergrößern nun den Flur vor dem Rektorat im ersten Stock. Pascal Märkl, der stellvertretende Schulleiter, zeigt nach links: „Wir haben dort zwei Räume verloren, können nun aber direkt zu den Zimmern der Fünftklässler gehen.“ Früher musste jeder, der dorthin wollte, treppab, raus aus dem Haus und im Anbau wieder treppauf. Die Schule erhält zudem ein kompaktes, feuersicheres Treppenhaus, dafür sind im Hof Fahrradständer verschwunden und im ersten Stock musste der Oberstufenaufenthaltsraum in die Schülerbibliothek umziehen, die wiederum an anderer Stelle eröffnet wurde. Sobald das neue Treppenhaus fertig ist, verschwindet auch die zweite offene Treppe aus dem Gebäude, dort entsteht dann ein größerer Raum.

„Letztlich profitieren wir von all den Brandschutzmaßnahmen“, sagt Pascal Märkl. Durch die Fluchttreppe am Physikbau und ihre Glastüren sei viel mehr Licht in den Fluren. Und die gläsernen Brandschutztüren zwischen Treppe und Flur vor den Zimmern helfen, die Abiturienten bei den Prüfungen vor dem Pausenlärm ihrer Mitschüler abzuschotten.

Zehn Millionen Euro reserviert für die Lessing-Modernisierung

Dem Lessing-Gymnasium steht die Sanierung noch bevor. „Was in acht Jahren am Büchner gemacht wurde, wird im Prinzip auf einen Schlag am Lessing gemacht“, so Susanne Liebrich, stellvertretende Bauamtsleiterin bei der Stadt. Im Frühjahr wurden Architekt und Ingenieur mit der Planung beauftragt. Aus vergleichbaren Projekten des Architekten stammt die Kostenpeilung in Höhe von zehn Millionen Euro. Ob’s dabei bleibt, zeigt sich mit der ersten offiziellen Kostenschätzung im Februar, wenn sie im Technischen Ausschuss vorgelegt wird. „Der Brandschutz gestaltet sich ganz schwierig, deshalb haben wir zusätzliche Beratungen gebraucht. Nächste Woche stellen wir die Pläne erstmals der Schulleitung vor.“ Dächer und Fenster werden energetisch saniert, die Technik wird hinsichtlich der Mediennutzung ertüchtigt und einiges muss wegen des Auszugs der Robert-Boehringer-Schule umgestaltet werden. Wie passend, dass der Aufzug auch noch seinen Geist aufgegeben hat. Kürzlich hat der Gemeinderat beschlossen, 52 000 Euro für einen neuen auszugeben. Die Reparatur wäre nur unwesentlich günstiger gewesen.

Mensa soll nah bei Haselstein-, Lessing- und Albertvilleschule sein

Obwohl die schönen Pläne für eine neue Gemeinschaftsschule mangels Geld dieses Jahr eingestampft worden sind, bleibt die Aufgabe, Schülern und Lehrern am Bildungszentrum II einen Ort zum Mittagessen zu bieten. „Dafür haben wir weiterhin 3,6 Millionen Euro in unseren Finanzplan eingestellt“, berichtet Hartmut Holzwarth über die jüngste Haushaltsberatung.

Die FDP-Fraktion schlug vor, die Generalsanierung der Hermann-Schwab-Halle zusammen mit dem Bau einer Mensa zu erledigen, die dann auch für die Bewirtung der Halle bei Veranstaltungen genutzt werden könne.

Die Idee hat für OB Holzwarth mehrere Haken: „Am wenigsten brauchen wir eine Küche für die Halle, die Caterer bringen doch alles von außen mit.“ Zweitens findet er es nicht so glücklich, wenn Schüler den Campus zum Essen verlassen, dazu noch die Straße wechseln müssen, wenngleich man „die Aufsicht sicher regeln kann“. Drittens daure es aber noch bestimmt fünf Jahre, bis an eine Generalsanierung gedacht werden kann (siehe kleinen Artikel links unten) – die Mensa muss früher kommen.

Für die Umsetzung will die Stadt zwei Varianten prüfen: Entweder sie baut die Mensa und verpachtet sie an einen Küchenbetrieb, oder sie findet einen Dienstleister, der alles aus einer Hand erledigt, also auch die Räume gegen Miete zur Verfügung stellt. So oder so - der Mensabetreiber könnte auch der Wirt für Veranstaltungen in der Hermann-Schwab-Halle sein.

Vierte Ganztagsschule soll 2020 ihren Betrieb aufnehmen

Die Mensa im Bildungszentrum I ist übrigens seit 2005 in Betrieb, zusammen mit der Ganztagsschule dort, die „Tomate“ heißt. „Der Platz dort reicht aus, Essen ist in bis zu drei Schichten möglich und man kann einen Nebenraum öffnen“, so Holzwarth.

Nach der Albertville-Schule mit einem Ganztagszug und der Haselsteinschule mit ihrem neuen Ganztagsangebot steht die Grundschule Kastenschule an der Bahnhofstraße in den Startlöchern. Wenn der Erweiterungsbau und die Umbauten im Altbau (Kosten: vier Millionen Euro) abgeschlossen sind, kann’s losgehen. Ziel ist laut Susanne Liebrich September 2020. „Wir wollen im Herbst 2018 mit dem Bau beginnen.“ An dem alten Gebäude ist bisher nur ein Treppenturm angebracht, er ist der zweite Fluchtweg im Fall eines Brandes.

Zum größten Investitionsschwerpunkt der Jahre 2018 bis 2021 gehören Sanierung und Entwicklung der Winnender Schulen und der Kindergartenlandschaft. 30,7 Millionen Euro steckt die Stadt in den nächsten vier Jahren hinein.

Zum Paket „Bildung und Betreuung“ gehören auch der Bau von zwei neuen Kindergärten (Adelsbach und Burgeräcker für jeweils geschätzte 3,75 Millionen Euro) und eine Raumcontainerlösung für die Kinderbetreuung in Höfen (geschätzt 350 000 Euro).

Weitere große Maßnahmen, die nächstes Jahr anstehen: neue Fenster in der Musikschule (255 000 Euro), neuer Boden in der Stöckachhalle (125 000 Euro), Sicherheitsschließanlagen, EDV- und Telefonleitungen für die neue Medienausstattung in Grundschulen (462 000 Euro). In Höfen werden an der Grundschule Fenster fertig saniert (130 000 Euro).

„Kleinvieh“ macht auch Mist: Verbesserungen Sicherheit, Akustik, Technik, Barrierefreiheit an Stöckach- und Geschwister-Scholl-Schule: 286 000 Euro.

Die Sanierung zweier Pausenhöfe im Bildungszentrum II ist für 2019 vorgesehen (400 000 Euro).