Winnenden

Missbrauch in der katholischen Kirche: Winnender Christen "zutiefst betroffen"

St. Borromäus
Die katholische Borromäus-Kirche. © Gabriel Habermann

Anlässlich des Missbrauchsgutachtens in der katholischen Kirche im Erzbistum München und Freising wendet sich die katholische Kirchengemeinde in Winnenden mit einer Pressemitteilung an unsere Redaktion. „Wir sind zutiefst betroffen über die Skandale, die in unserer Kirche ans Tageslicht kommen. Nachgewiesene Missbrauchsfälle, Vertuschung, Verleumdung und die dienstrechtliche Ausgrenzung von Menschen mit anderer sexueller Identität - viele Gläubige sind zutiefst enttäuscht von „ihrer“ Kirche“, heißt es in der Mitteilung.

Verantwortliche wollen mit der Kirchengemeinde ins Gespräch kommen

Die Winnender Verantwortlichen wollen mit den Mitgliedern der Gemeinde nun ins Gespräch kommen. Das Pastoralteam und die gewählten Kirchengemeinderatsvorsitzenden der Seelsorgeeinheit suchen nach einer Möglichkeit für einen Austausch. Aufgrund der Corona-Bestimmungen sei ein Treffen im Gemeindesaal nicht möglich.

Man wolle alle Kirchenmitglieder dazu einladen, „für unsere Kirche zu beten, um Mut für unsere Verantwortlichen in der Kirche, dass sie sich den dringend notwendigen Reformen nicht verschließen, dass sie sich bei all ihrem Tun und Lassen vom Heiligen Geist leiten lassen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Rupert Kern, der gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats, wird auf der Homepage der Kirchengemeinde wie folgt zitiert: „Über die Skandale muss nicht nur dringend gesprochen werden, sondern es ist höchste Zeit, dass sich einiges in der Struktur unserer Kirche verändert.“

Auf Nachfrage erzählt er am Telefon, dass die Missbrauchsfälle in allen Gottesdiensten am Wochenende Thema waren. „Wir sind bestürzt und beschämt“, sagt Kern. In Winnenden und Umgebung ist es aufgrund der Vorfälle bisher noch zu keinen Austritten aus der Kirche gekommen, auch Anrufe oder Zuschriften hat es bisher nicht gegeben. „So etwas zieht sich zeitlich aber meist auch etwas“, weiß Kern. Er selbst vertritt die Auffassung, dass die bekanntgewordenen Fälle ein Fall für die Staatsanwaltschaft sind und von weltlichen Gerichten verhandelt werden sollten.

Anlässlich des Missbrauchsgutachtens in der katholischen Kirche im Erzbistum München und Freising wendet sich die katholische Kirchengemeinde in Winnenden mit einer Pressemitteilung an unsere Redaktion. „Wir sind zutiefst betroffen über die Skandale, die in unserer Kirche ans Tageslicht kommen. Nachgewiesene Missbrauchsfälle, Vertuschung, Verleumdung und die dienstrechtliche Ausgrenzung von Menschen mit anderer sexueller Identität - viele Gläubige sind zutiefst enttäuscht von „ihrer“

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