Winnenden

Mit Hubschrauber auf Einbrecherjagd

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Mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber suchte die Polizei am Freitagabend in Winnenden nach dem Räuber auf den Tennisverein Birkmannsweiler. Ohne Erfolg. Foto: © Polizei

Winnenden. Ein Polizei-Hubschrauber über den Dächern zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Die Menschen sind zumeist sofort daran interessiert: Was ist da los? Und häufig schießen alsbald im Internet und den Sozialen Medien Gerüchte und Vermutungen ins Kraut. Gerade in Winnenden aber werden auch schlimme Erinnerungen wach. Am Mittwoch suchte die Polizei dort per Hubschrauber einen Einbrecher.

Von aufmerksamen Nachbarn in Winnenden konnte am Mittwochabend gegen 23 Uhr beobachtet werden, wie sich offenbar ein Einbrecher an einem in der Mühltorstraße befindlichen Friseursalon zu schaffen machte. Den wahrgenommen Geräusch zufolge war anzunehmen, dass ein Fenster aufgebrochen wird. Bei der Überprüfung des Gebäudes durch die Polizei wurde ein offenes Dachfenster festgestellt, welches möglicherweise aufgedrückt wurde. Zur Absuche des Hauses und der umliegenden Dächer wurden Polizeihunde sowie ein Hubschrauber eingesetzt. Die Absuche bleib in der Nacht erfolglos. Die Polizei in Winnenden bittet um weitere Hinweise unter ) 0 71 95 /69 40.

Im Internet auf www.zvw.de schossen seit vergangener Nacht die Zugriffszahlen auch auf ältere Berichte von Hubschrauber-Einsätzen der vergangenen Jahre in die Höhe. Etwa auf einen Bericht vom 23.01.2010 über die Suche nach einer vermissten Person in Winnenden.

Was zum einen widerspiegelt, dass die Bürger wissen wollen, was los ist, wenn sie einen Hubschrauber über ihren Köpfen hören; und zum anderen hinweist auf den typischsten Umstand für Hubschrauber-Einsätze, nämlich die Suche nach Vermissten (zum Beispiel Suizidgefährdeten, an Demenz- oder einer psychisch Kranken) oder Flüchtigen und Straftätern (Bankräuber oder eben Einbrecher wie im aktuellen Fall), bestätigt Roland Fleischer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen. Des Weiteren kommen Polizeihubschrauber bei der Beobachtung von Großveranstaltungen oder Verkehrsströmen zum Einsatz. Einen großen Anteil an der Hubschrauber-Einsatzstatistik insgesamt haben allerdings auch Rettungsflüge, für die freilich nicht die Polizei, sondern die Deutsche Luftrettung zuständig ist. Im Dunkeln kann die Bevölkerung unten aber ja nicht erkennen, ob’s ein Polizei- oder ein Rettungshubschrauber ist, Fluggeräusche sind Fluggeräusche.

Die Polizei-Hubschrauberstaffel flog 2015 insgesamt 2546 Einsätze in ganz Baden-Württemberg. Genaue Einsatzstatistiken auf Landkreise aufgeteilt gibt es nicht, so Roland Fleischer. 117 „Gesamterfolge“ habe man bei Such- und Fahndungseinsätzen mit Hubschrauber gehabt. „53 Vermisste konnten lebend gefunden werden. Darunter auch Abgängige aus Altenheimen, die sich im Wald verirrt hatten und gerettet werden konnten.“ Auf die Gesamteinsatzzahl gesehen erscheine dies zwar als „wenig“, die Lebensrettung oder der Fahndungserfolg in jedem Einzelfall lohne jedoch den Gesamtaufwand, so Fleischer.

Polizei-Hubschrauberstaffel wird modernisiert

Die Polizeihubschrauber-Staffel in Baden-Württemberg ist dem Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen unterstellt. Sechs Hubschrauber und die Pilotenmannschaft sind am Flughafen Stuttgart stationiert, nur ein Hubschrauber samt Team an der „Außenstelle“ am Flughafen Söllingen (Karlsruhe/Baden-Baden).

Bis Ende 2016 wird der Hubschrauber-Bestand einheitlich auf das hochmoderne Airbus-Helicopter-Modell H 145 umgestellt. „Der ist technisch gesehen ein absoluter Quantensprung und die Umstellung von einer Zwei- auf eine Ein-Musterflotte spart Aufwände für Ersatzteile, Wartung und Personalschulung“, schwärmt Roland Fleischer. Im Moment noch übergangsweise im Betrieb sind ein Transporthubschrauber des Typs Eurocopter EC 155 und ansonsten MCDonnell Douglas MD 902 Explorer. Die Umstellung auf den H 415 erfolgt schrittweise, zwei H 415 sind bereits im Einsatz.

Der H 145 fliegt mit maximal 280 km/h 70 schneller als ältere Modelle. Er ist mit hochmoderner Video- und Wärmebildtechnologie ausgestattet. Die ermöglicht nicht nur präzisere Aufnahmen aus größerer Höhe, was den Bürger störende Fluggeräusche verringern helfe, sondern auch hochauflösende Infrarot- und Tageslicht-Echtzeitbilder, die mit genauen Koordinaten versehen per drahtlosem Internet in die Präsidien und Lagezentren übertragen werden können, sagt Fleischer.