Winnenden

Mittagessen ohne Betriebsrestaurant - bei Kärcher in Winnenden ist es möglich

Kaerchercoronakantine
Ein bisschen feiner als Leberkäswecken: Vollkornbrot mit Pastrami, Rucola und Frischkäse kommt bei Kärcher in die Tüte. © Gaby Schneider

Dem Küchenchef sind die Hände gebunden. Seine gewohnten, feinen Menüs darf er nicht auftischen, denn die Infektionsgefahr im Betriebsrestaurant wäre viel zu groß, die gemeinsamen Mittagessen sind bei Kärcher genauso verboten wie in der gesamten Gastronomie. Trotzdem gibt’s bei Kärcher was zum Schnabulieren. Jeden Tag ein bisschen was anderes. Immer frisch geliefert und vom Küchenteam in Kärcher-Räumen liebevoll zubereitet und sorgsam verpackt in großen Vespertüten aus Papier. Wie Kärcher es schafft, die Infektionsregeln sehr ernst zu nehmen und trotzdem 2500 Mitarbeiter mit einem gehaltvollen, schmackhaften Betriebsessen zu versorgen, lässt man sich am besten von Kantinenchef Marcus Henrich erklären.

Wenn der Krisenstab tagt, ist der Küchenchef dabei

Der Meisterkoch ist Teil des Kärcher-Krisenstabs zu Corona. In allen Firmen weiß man seit Monaten: Die Vesperpausen sind eine der größten Ansteckungsquellen – da sitzen die Leute zusammen in Räumen oder im Freien, da lüften sie, um ins Vesper zu beißen, ihre Masken. Andererseits ist das Essen wichtig. Es gibt Firmen, die schicken ihre ganzen Kantinenteams in Kurzarbeit, und deren Mitarbeiter bringen sich ein Vesper von zu Hause mit. Dagegen ist bei Kärcher das Essen immer ein großes Thema, auch in der Geschäftsführung, sagt Küchenchef Henrich. „Bei uns geht’s weiter, und wir machen das Beste draus.“

Was darf’s sein? Vielleicht gegarte Rinderhüfte in feinen Scheiben?

Seit Januar ist die Küche geschlossen und das Betriebsrestaurant ebenso. Die rund 30 Mitarbeiter des Küchenteams sind umgezogen in das Präsentationszentrum der Firma, das so groß und so hoch ist wie eine Sporthalle und eine sehr leistungsfähige Lüftungstechnik hat. In dem Raum, in dem normalerweise die Firma ihre neuen Maschinen und Geräte vorführt, in der Ausstellungen stattfinden, ist der Normalbetrieb gerade nicht möglich. Also können sich die Küchenmitarbeiterinnen ausbreiten, auf Abstand arbeiten und in der Sicherheit, dass Aerosole in diesem Raum nicht konzentriert im engsten Umfeld bleiben.

30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen in vier Produktionsreihen, schneiden Vollkornwecken durch, belegen sie mit Pastrami (saftig gegarte Rinderhüfte in feinen Scheiben) und Rucola-Blättern oder mit Mortadella und Salat. Andere füllen frischen Karottensalat in Pappbecher. Alles wird in eine Vespertüte gesetzt, eine Mandarine dazu, zum Nachtisch ein Schokogebäck. An manchen Tagen backt das Küchenteam selbst Kuchen für die Vespertüten. Jeden Tag ist die Tüte ein bisschen anders. Marcus Henrich spricht sich mit Metzgern und Bäckern ab, was die gerade gut liefern können, und wie man das variieren könnte. „Es gibt nicht jeden Tag jede Wurstsorte in so großer Menge, wie wir sie brauchen.“ Wurst ist gerade sehr gefragt, und die Metzger haben Mühe, das passende Fleisch für bestimmte Sorten zu bekommen. Das Küchenteam bezieht die Lebensmittel nicht von irgendwo her und schon gar nicht vom Weltmarkt, sondern kauft bewusst sehr regional ein und ist dafür schon ausgezeichnet worden mit dem Prädikat „Schmeck den Süden“.

Morgens zur Arbeit gehen, ohne ans Essen denken zu müssen

Groß ist die Auswahl an Vespertüten nicht. Zwei Sorten gibt es: Käse oder Wurst. Die Käsebrötchen werden in einer getrennten Linie belegt und in Tüten verpackt. Morgens früh um fünf beginnt das Team seine Arbeit, so dass um 6.30 Uhr schon die ersten Körbe mit Tüten rausgehen in Richtung Bühlertal und Obersontheim, denn das Winnender Team versorgt alle Kärcher-Standorte im Umkreis, auch Schwaikheim. Bei den Mitarbeitern kommt die Versorgung sehr gut an. „Sie wissen, dass sie morgens zur Arbeit kommen können, ohne ans Essen denken zu müssen, und sie haben ihre Verpflegung für den Tag“, sagt Pressereferentin Anouk von Hochmeister.

Eine Koch-Figur für die Champions aus der Betriebsküche

Ihre „Lunch-Box“, wie das Päckle in der Weltfirma genannt wird, bekommen sie an den Arbeitsplatz gebracht. Jeder, der einen Ablagetisch bei seinen Geräten hat, kann dort essen, andere können sich irgendwo in Räumen oder im Freien verteilen – jeden falls ist gewährleistet, dass sie nicht zusammensitzen, die Maske lüften und dann jemand die Infektionsketten im Betrieb nachverfolgen müsste. Kärcher hat zwar viele Mitarbeiter aus den Büros ins Home-Office verlegen können. Aber die produzierenden Mitarbeiter können nicht zu Hause montieren. Sie müssen in den Betrieben sein, um zu arbeiten, und sie sollen dort möglichst nicht ausfallen. 2500 Mitarbeiter versorgt das Küchenteam nach diesem Prinzip, und die brauchen für dieses Betriebsessen nichts zu bezahlen, sagt von Hochmeister. Es schmeckt ihnen so gut, dass sie für das Küchenteam einen Pokal mit einer Koch-Figur (aus dem 3-D-Drucker) und einer Dankschrift für das tolle Essen gebaut haben. Eines Tages, wenn vielleicht alles vorbei ist, wird das eine schöne Erinnerung an schwierige und trotzdem schmackhafte Zeiten sein.

Dem Küchenchef sind die Hände gebunden. Seine gewohnten, feinen Menüs darf er nicht auftischen, denn die Infektionsgefahr im Betriebsrestaurant wäre viel zu groß, die gemeinsamen Mittagessen sind bei Kärcher genauso verboten wie in der gesamten Gastronomie. Trotzdem gibt’s bei Kärcher was zum Schnabulieren. Jeden Tag ein bisschen was anderes. Immer frisch geliefert und vom Küchenteam in Kärcher-Räumen liebevoll zubereitet und sorgsam verpackt in großen Vespertüten aus Papier. Wie Kärcher es

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