Winnenden

Modellbahnfreunde zeigen Schweizer Züge

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© Ramona Adolf
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Modellbahn
Modellbahn Seehalde 30, Axel Stein Modellbahnanlage im Dachstuhl entwickelt sich Jahr für Jahr weiter. Die Macher öffnen sie ab 29.1. für die Öffentlichkeit und haben das Schwerpunktthema Schweiz. Foto: Alexandra Palmizi © Palmizi / ZVW

Winnenden. Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels hat Zugfans begeistert. Und auch die Winnender Modellbahnfreunde. In ihrer Publikumssaison lassen sie deshalb lauter Züge aus der Schweiz fahren. Auf den Bergen und an den Bahnhöfen wehen die Flaggen der Eidgenossen. Fehlen bloß noch die Kuhherden an den modellierten Berghängen.

Video: Die Modellbahnfreunde Winnenden zeigen Schweizer Züge.

„Wir haben Pferde“, sagt Alexander Eigner (39) schmunzelnd. Im vergangenen Jahr hat er hauptsächlich an der Erneuerung der Elektronik gearbeitet, neue Platinen, neues Schaltpult, lauter Dinge, die der Besucher nicht sieht. Beim Spezialthema Schweizer Eisenbahn ist Rainer Vogler (49) federführend. Der Leutenbacher hat zum Beispiel die älteste und die modernste schweizerische Lok am „Bahnhof Baden“ gegenübergestellt. Links die „Limmat“, gebaut 1847 in der Esslinger Maschinenfabrik Emil Kessler, farblich und im Detail sehr verspielt und von der Größe her geradezu putzig. Rechts die moderne, glatte, weiße „Gottardo“-Lok, die zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende des vergangenen Jahres neu aufs Gleis kam.

Gemeinsame Anlage wird jedes Jahr weiterentwickelt

Wo und wann schweizerische Züge in Wirklichkeit gefahren sind oder noch fahren, das weiß Rainer Vogler genau. Er ist einer der vier Modellbahnfreunde, die im Dachstock der Seehalde 30 die gemeinsame Anlage jedes Jahr weiterentwickeln. „Ich bin außerdem im Vorstand der Verkehrsfreunde Stuttgart, die alles, was auf Schienen unterwegs ist, interessiert.“ Die Mitglieder schauen sich die Originale an, und auch, wie die Strecken gebaut werden.

Bauarbeiten auf der S-4-Strecke beobachtet

Jüngst waren Rainer Vogler und Modellbahnfreund Axel Stein (59) Zaungäste bei den Bauarbeiten an der S-4-Strecke bei Burgstall, die bei einem Unfall mit einem Baggertransporter zerstört wurde. „Da kam so ein Stopf-express, wie wir ihn hier stehen haben, auch zum Einsatz“, berichtet der 49-Jährige. Unten am Reparaturfahrzeug verdichten automatische Ärmchen das Gleisbett mit Schotter, so dass die Schienen fest darin liegen.

Der längste Zug misst fünfeinhalb Meter

„Ja, wir haben einige Spezialitäten auf Lager“, sagt Rainer Vogler. Der längste der 70 Züge auf der Anlage misst fünfeinhalb Meter, er repräsentiert den typischen „kombinierten Ladungsverkehr“, lauter Warencontainer, wie sie in Echt im Transit zwischen Deutschland und Italien durch den schweizerischen Berg gezogen werden.

Und erst die Loks. „Bei uns fahren zwei ,Elefanten’. Das sind schwarze Dampfloks aus der Zeit um 1910, sie waren damals die stärksten Maschinen, die die steilen Rampen zum Gotthard-Tunnel hinaufkamen“, erläutert Rainer Vogler. Und auch die berühmtesten schweizerischen Loks der 1920er- und 30er-Jahre werden anerkennendes Nicken ernten: „ Das ,Krokodil’ war nicht schnell, aber kräftig.“

Brücken-Besonderheit: Bei Lawinen-Gefahr wird sie weggeklappt

Wer mehr auf Geschwindigkeit steht, der wird den „Pink Panther“ bei seinen Fahrten im langgezogenen Rund verfolgen können. „In Wirklichkeit war es die erste Maschine der Schweiz, die 200 Kilometer in der Stunde fahren konnte.“ Auch wenn das Modell schneller ist als die grüne Museumsbahn Ae 8/14, es dauert eine Stunde, bis das Publikum den gleichen Zug wieder an der gleichen Stelle sieht. Dank des großen unterirdischen Schattenreichs, durch das die Züge über mehrere Ebenen an den Ausgangspunkt zurückkommen.

Eine Leihgabe des Vereins Furka-Bergstrecke wird nur an den nächsten drei Sonntagen zu sehen sein. Sie zeigt eine schweizerische Brücken-Besonderheit: Im Glaskasten, etwa einen auf fast zwei Meter groß, ist eine Klappbrücke zu sehen, die jeden Winter zum Schutz vor Lawinen weggeklappt und im Frühjahr wieder zusammengefügt wird.

An fünf Sonntagen geöffnet

Die Modellbahnfreunde bauen und betreiben eine wesentlich kleinere Anlage als die Private Modellbahnervereinigung (PMW). Im Dachgeschoss des Hintergebäudes an der Seehalde 30 sind etwa 1000 Meter Gleise auf vielen Ebenen verlegt, der größte Teil liegt verborgen.

Die Modellbahnfreunde öffnen auch seltener als der große Bruder, gleichwohl ist die Besucherresonanz groß.

Die fünf Sonntags-Öffnungszeiten lauten: 29. Januar; 5. Februar, 12. Februar, 19. Februar und 26. Februar, jeweils von 10 bis 16 Uhr.

Die Modellbahnfreunde sind seit diesem Jahr erstmals im Internet, Valentin Stein (19) hat die Website mit Fotos, Videos und Anfahrtsplan gestaltet. Man findet sie unter der Adresse www.modellbahnfreunde-winnenden.de