Winnenden

Mord in der Asien-Perle: Sohn setzte Notruf ab

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© Ramona Adolf

Backnang/Stuttgart.

Im Landgerichts-Prozess um den Mord an der Inhaberin des Backnanger Restaurants Asien-Perle, der 53-jährigen Aie Wu, sind am Donnerstag die Notrufprotokolle verlesen worden. Demnach gingen in der Notrufzentrale nacheinander zwei Anrufe ein.

Als Erster rief der Sohn der Getöteten an, der im Prozess auch als Nebenkläger auftritt. Er sei zuvor von einer Angestellten verständigt worden. Den Beamten teilte er mit, dass das Opfer leblos im Badezimmer des Restaurants aufgefunden worden sei.

Kurz darauf setzte ein Restaurantmitarbeiter einen Notruf ab. Er war am Tatort vorbeigefahren und wurde von Umstehenden aufgefordert, die Polizei anzurufen. Da er jedoch Probleme hatte, sich verständlich zu machen, habe er das Telefon an den Mitarbeiter eines benachbarten Ladens weitergereicht.

DNA-Spuren kommt größte Bedeutung zu

Weitere Erkenntnisse brachte der dritte Verhandlungstag (Donnerstag) nicht. Mit Spannung erwartet wird die Aussage einer DNA-Sachverständigen, die für den nächsten Verhandlungstag am 5. September vorgesehen ist. Da die Angeklagten, zwei Rumänen im Alter von 42 und 46 Jahren, bisher zu den Tatvorwürfen schweigen, kommt den DNA-Spuren größte Bedeutung zu. Durch sie ist es den Ermittlern überhaupt erst gelungen, die beiden Verdächtigen zu fassen.

Im weiteren Verlauf des Prozesses wird zudem ein psychiatrischer Gutachter gehört, der mit beiden Angeklagten gesprochen hat. Offenbar bestreiten beide Männer die Tat. Dass ein psychiatrischer Gutachter miteinbezogen wurde, legt die Vermutung nahe, dass auch eine Sicherheitsverwahrung im Raum steht.

Die beiden Tatverdächtigen waren bereits vorbestraft. Der ältere soll eine 17-jährige Haftstrafe wegen Mordes abgesessen haben, der 42-Jährige sei des versuchten Totschlags überführt.

Mordfall in der Asien-Perle: Chronologie

Am 4. März 2016 wurde Aie Wu von einer Mitarbeiterin des Restaurants auf der Toilette tot aufgefunden.

Den Ermittlern war schnell klar: Das Opfer ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen, dies bestätigte auch die spätere Obduktion. Eine 70-köpfige Sonderkommission, die Soko Perle, begann mit ihren Ermittlungen. Diese gestalteten sich äußerst schwierig. Nachdem ein Großteil der Spuren abgearbeitet war, löste sich die Sonderkommission Perle im Juni auf.

Im November 2016 dann die Nachricht der Polizei: Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen. Ein dringender Tatverdacht erhärtete sich gegen einen 42- und einen 46-jährigen rumänischen Staatsangehörigen aus dem Raum Backnang. 

Im April 2017 wurde schließlich Anklage gegen die beiden Tatverdächtigen erhoben. Der Prozess wird voraussichtlich bis zum Herbst dauern: Angesetzt hat das Landgericht 15 Termine, das Urteil soll voraussichtlich im Oktober verkündet werden.

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