Winnenden

Museum für Fußballfans

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Sammler und Trikot-Museumsmacher Davide Matozzo hinter der Vitrine mit Schuhen und Trikot von Mario Gomez aus dem Jahr 2007. © Benjamin Büttner
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Trikot-Museum
Der „Sportrasen“, auf dem Simon Teroddes Schuhe fürs Foto und der (für den VfB hoffentlich) letzte Ball aus der Zweiten Bundesliga liegen, empfängt Besucher im Erdgeschoss. © Benjamin Büttner
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Trikot-Museum
Links ein Trikot von Schalke 04 – ohne Werbung! – und rechts vom Hamburger SV. Mitte: Davide Matozzo mit Toni Kroos’ Real-Madrid-Trikot. © Benjamin Büttner
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Trikot-Museum
Die Meisterschaftsmedaille für die VfB-Spieler von 2007 ist im Untergeschoss zu sehen. © Benjamin Büttner

Winnenden. Das ist eine kleine Sensation für die Stadt: Davide Matozzo, bisher Sammler von besonderen Fußballer-Trikots, eröffnet an der Kirchstraße 7 ein kleines Museum mit Eventlocation. Direkt gegenüber der Brasserie Benz, neben Optik-Blessing. Im Keller ist ab Sonntag, 18. März, eine Ausstellung zu sehen, oben können bis zu 40 Personen auf einer Tribüne sitzen.

Video: Einblicke in Davide Matozzos Fußball-Museum.

Eine Wendeltreppe führt in den schönen kleinen Gewölbekeller, wo die Prunkstücke der ersten Ausstellung an Bügeln hängen oder über Puppenkörper gezogen sind. Zum Thema „55 Jahre Bundesliga“ haben andere Sammler etwa die Hälfte der Exponate als Leihgabe beigesteuert. So werden Trikots der Vereine zu sehen sein, die in der ewigen Tabelle die ersten 18 Plätze belegen. In einer Vitrine liegt ein Trikot, das Mario Gomez im Jahr 2007 trug, als der VfB Meister wurde - neben dessen Fußballschuhen und einer Spielermedaille in Form der Meisterschale. An der Rückseite strahlt in Rot ein Bayer-Leverkusen-Trikot, getragen von Gonzalo Castro im DFB-Pokalfinale (das der Verein allerdings verloren hat). Eine Führung durch die Vereinsehrenamtlichen wie für den Eröffnungssonntag versprochen, sollte man sich nicht entgehen lassen, denn Davide Matozzo kann zu jedem Exponat eine kleine Geschichte erzählen. So weiß er zum Beispiel, wie ein Stuttgarter Balljunge 1993 an die Torwarthandschuhe von Oliver Reck, Werder Bremen, gekommen ist: „Reck sagte zu ihm immer, mach langsam. Und als Bremen gewonnen hatte, durfte der Balljunge mit in die Kabine und bekam als Andenken die Handschuhe.“

Ebenfalls knallrot ist ein Langarm-Leibchen des Hamburger SV aus der Saison 1979/80. „Das waren noch richtige Trikots“, sagt Davide Matozzo und streichelt die weiche Baumwolle. Der BVB Dortmund, der VfL Wolfsburg und der 1. FC Bayern München sind natürlich auch in der Premierenausstellung vertreten.

Versteigerungen für wohltätige Zwecke seit 2015

Als Davide Matozzo vor fünf Jahren Papa wurde, fing er mit dem Sammeln an. Bei wichtigen Spielen getragene Trikots sollten es sein sowie alle VfB-Trikots. Der heute 38-Jährige, der bei der Spedition Schmalz und Schön Projektleiter des VfB-Online-Shops ist, hat nicht nur durch seine Arbeit eine gewisse Affinität und Nähe zum Profi-Fußball. Er war selbst Spieler beim SV Breuningsweiler und SSV Steinach-Reichenbach, allerdings (damals) nur Kreisliga.

Zwei Jahre später, 2015, hatte der Winnender bereits 60 Trikots – und den Gedanken, einige davon zu versteigern und das Geld zu spenden. Immer wieder kamen Spieler und ehemalige Spieler persönlich bei ihm in Hanweiler vorbei, brachten ihre eigenen Hemden oder solche, an die sie über ihre Verbindungen gelangt waren, meist mit Autogramm, und unterschrieben selbst auf einer „Kabinenwand“, die ebenfalls versteigert wurde. 12 000 Euro haben Davide Matozzo beziehungsweise der von ihm 2016 gegründete Verein „Spielertrikots für ein Kinderlachen“ bislang an Familien für deren schwer kranke oder behinderten Kinder gespendet.

Nun folgt der nächste Schritt, Matozzo geht raus aus dem Privathaus. „Wenn künftig ein Spieler ein Trikot spendet, kann er es hier übergeben, Autogramme geben oder mit den Gästen Tischkicker spielen“, die Besuche und die Gespräche über den Hilfsverein sollen mehr Menschen erreichen, so der Wunsch des 38-Jährigen. Sein Verein hat Sponsoren, die die Ladenmiete übernehmen und dafür ihre Werbung im Tribünenbereich aufkleben dürfen, gewonnen. „Alles andere, was hier erlöst wird, der Eintritt ins Museum und die Vermietung des Erdgeschosses an Firmen und Vereine für Tagungen, Seminare und Diskussionen, kommt zu hundert Prozent wohltätigen Zwecken zugute.“ Matozzo möchte mit dem Geld künftig regionale Projekte unterstützen, also das Rems-Murr-Klinikum und die Paulinenpflege, zunächst aber noch eine Familie mit einem Kind, das an einem inoperablen Hirntumor leidet.

Eröffnungsfeier

  • Das Spielertrikot-Museum eröffnet am Sonntag, 18. März, von 14 bis 16 Uhr mit Kinderprogramm (Schminken, Dosenwerfen, Luftballon-Clown), freiem Eintritt und Führungen. Eventuell gibt ein VfB-Spieler (oder ein früherer VfB-Spieler) Autogramme.
  • Das Museum öffnet samstags und sonntags, die Zeiten stehen noch nicht genau fest. Kontakt: www.spielertrikot-fuer-kinderlachen.de